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Eine «zugespitzte Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen»

Das Lied «Marionetten» katapultierte die Söhne Mannheims ins Zentrum der medialen Aufmerksamkeit. Frontsänger Xavier Naidoo räumt ein, dass der Inhalt missverstanden werden kann.

Einmal mehr steht der Frontsänger der Söhne Mannheims in der Kritik: Auslöser war das Lied «Marionetten» auf deren neuem Album.
Einmal mehr steht der Frontsänger der Söhne Mannheims in der Kritik: Auslöser war das Lied «Marionetten» auf deren neuem Album.
Steffen Schmidt, Keystone

Enthält Xavier Naidoos Lied «Marionetten» rechtspopulistisches Gedankengut? Seit Erscheinen des Songs wird heftig darüber diskutiert. Nun hat sich Naidoo selbst zu Wort gemeldet. Auf seiner Facebook-Seite schrieb der Sänger der Söhne Mannheims: «Einzelne Fragmente oder Satzteile wurden hier – teilweise aus dem Kontext gerissen – bewertet, gedeutet und heftig kritisiert.» Bei dem Lied handle es sich um eine «zugespitzte Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen». Kritiker hatten bemängelt, das Werk befeuere Verschwörungstheorien und nehme Bezug auf Theorien von Rechtspopulisten und sogenannten Reichsbürgern.

«Ich stehe für eine offene, freiheitliche, liberale und demokratische Gesellschaft»

In dem Song werden beispielsweise «Volksvertreter» als «Volks-in-die-Fresse-Treter» bezeichnet, die wie Marionetten von «dunklen Mächten» gesteuert würden. Naidoo schrieb in seiner Stellungnahme, der Text sei eine «Beobachtung bestimmter Stimmungen, Auffassungen und Entwicklungen, dies im Rahmen einer künstlerischen Auseinandersetzung bewusst überzeichnet.»

Der Inhalt möge missverständlich gewesen sein, räumte der Sänger ein und fügte hinzu: «Die Söhne Mannheims und ich stehen für eine offene, freiheitliche, liberale und demokratische Gesellschaft, in der viele Kulturen gemeinsam zusammenleben und in der es allen Menschen möglichst gut geht.» Dies sei ihm wichtig und dafür lohne es sich, einzustehen. Allerdings hätten momentan «viele Menschen zumindest das Gefühl», dass «sie nicht mehr ‹mitgenommen› werden von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik». Das sei gefährlich und könne zu Extremismus führen, der nie gut sei.

Die Kritik an «Marionetten» war so massiv geworden, dass Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz von der SPD die Söhne Mannheims am Montag zu einem Gespräch ins Rathaus eingeladen hatte, um ihre Standpunkte zu diskutieren. Das Treffen sei nach mehr als drei Stunden beendet worden, teilte ein Behördensprecher mit. Er sprach von einem «intensiven Austausch».

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