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Frauenfeindliche Plakate: Sicherheitschef verhaftet

Beim FC Schaffhausen überschlagen sich die Ereignisse: Vier Personen wurden wegen der Hassplakate vorübergehend festgenommen.

Hannes Nussbaumer
Das Banner, für das sich die Schaffhausen-Fans zu verantworten haben.
Das Banner, für das sich die Schaffhausen-Fans zu verantworten haben.
Sarah Akanji, Twitter

Im Schaffhauser Fussball haben sich am Freitag die Ereignisse überschlagen. Eigentlich hätte der Club über seine Zukunft und die neuen Besitzverhältnisse informieren wollen. Dann kam die Mitteilung der Kantonspolizei Zürich, dass am Morgen drei Männer aus dem Umfeld des FC Schaffhausen verhaftet worden seien. Zudem seien Hausdurchsuchungen vorgenommen worden. Im Lauf des Nachmittags kam noch eine weitere Verhaftung dazu.

Die vier Betroffenen im Alter zwischen 19 und 37 Jahren stehen im Verdacht, am Transparent mitbeteiligt gewesen zu sein, mit dem Fans des FC Schaffhausen am vergangenen Sonntag beim Auswärtsspiel ihres Clubs in Winterthur die Öffentlichkeit schockiert hatten. Das Transparent rief zu Gewalt an Frauen auf. Ermittelt wird freilich nicht nur gegen die vier Verhafteten. Gemäss Christian Philipp, dem Sprecher der Oberstaatsanwaltschaft, wird aktuell «gegen insgesamt sechs Personen rapportiert; die Ermittlungen erstrecken sich aber noch auf weitere Personen.

In der Folge sagte der FC Schaffhausen die anberaumte Informationsveranstaltung ab. «Wir können in dieser Situation nicht über unsere Zukunft orientieren», erklärte FCS-Geschäftsführer Marco Truckenbrod Fontana. Man werde die Information in den nächsten Tagen nachholen.

Was die Verhaftungen für den Club besonders fatal macht: Unter den vier Betroffenen befindet sich auch der Sicherheitschef des Clubs. Gemäss Truckenbrod Fontana handelt es sich bei diesem um einen Angestellten des Clubs. Die anderen Verhafteten seien keine Clubangestellten.

Laut Rebecca Tilen von der Kantonspolizei Zürich wurden die Ermittlungen aufgenommen, weil mit dem Transparent öffentlich zu Verbrechen und Gewalttätigkeit aufgerufen worden sei. Dies sei ein schwerwiegender Vorwurf, weshalb die gewählten Massnahmen – Hausdurchsuchungen und Verhaftungen – angemessen seien. Die Verhaftungen seien wegen Verdunkelungsgefahr erfolgt, so Rebecca Tilen. Am Abend waren alle Verhafteten wieder auf freiem Fuss.

Was genau den einzelnen Personen zum Vorwurf gemacht wird, wollte weder Tilen noch der Christian Philipp sagen. Damit bleibt vorerst offen, welche Rolle der Sicherheitschef des FC Schaffhausen gespielt hat.

Bereits am vergangenen Mittwoch hatte die Swiss Football League auf das Transparent reagiert und gegen drei Personen ein Stadionverbot ausgesprochen. Gemäss Christian Philipp gehören die drei Betroffenen zum Kreis jener, gegen die Polizei und Staatsanwaltschaft am Ermitteln seien - aber nicht ausschliesslich zum Kreis der Verhafteten.

Im Umfeld des FC Schaffhausen werden die seit längerem unklare Zukunft des Vereins und der Vorfall mit dem Transparent miteinander in Verbindung gebracht. Der Club befinde sich im Zustand der Ungewissheit, was dazu führe, dass aktuell vieles brach liege – «zum Beispiel die Fanarbeit». Geschäftsführer Truckenbrod Fontana widerspricht vehement: «Unsere Fanarbeit funktioniert. Wir haben ein sehr offenes Ohr für unsere Fans.»

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