Der neue starke Mann beim FCB: «Muss nicht überall dreinreden»

Jean-Paul Brigger wird beim FC Basel Delegierter des Verwaltungsrats. Der Walliser erklärt Bernerzeitung.ch/Newsnet, wie er diese Aufgabe ausführen will.

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Da ist dem FC Basel mal wieder eine Überraschung gelungen. Kein Basler und keiner der üblichen Verdächtigen aus dem Fussballbusiness wird der neue starke Mann im St.-Jakob-Park. Es ist Jean-Paul Brigger, 59-jähriger Ex-Nationalstürmer, der seit 2004 kein Amt in einem Club innehatte. Damals war er für ziemlich exakt ein Jahr Sportchef der Grasshoppers gewesen. Seither ist der Walliser beim Weltfussballverband Fifa für die Leitung des Bereichs Technische Entwicklung tätig. Er gilt als enger Freund des gestürzten Fifa-Präsidenten Joseph Blatter.

Beim FCB wird Brigger Delegierter des Verwaltungsrats und damit das Gesicht des Vereins gegen innen und aussen. Präsident und Besitzer Bernhard Burgener hatte stets betont, dass er eine stille Position im Hintergrund bevorzugt. Im Interview mit Bernerzeitung.ch/Newsnet erklärt Brigger, wie er seinen neuen Job ausführen will, den er am 1. August antritt.

Jean-Paul Brigger, wie sind Sie zum FC Basel gekommen? Eine Stellenausschreibung hat es ja nicht gegeben.
Ich kenne Herrn Burgener schon länger, wir sind stets im Kontakt geblieben. Mir hat an ihm immer imponiert, wie normal er geblieben ist, obwohl er als Geschäftsmann so erfolgreich ist. Als er mich gefragt hat, dachte ich: Diese Chance musst du nochmals packen. Das ist wie als Stürmer im Sechzehner, da darfst du auch nicht lange überlegen. Es macht mich auch stolz, dass ich in meinem Alter noch einmal so ein Angebot erhalte.

Ist es Ihnen bei der Fifa nach dem Führungswechsel zu ungemütlich geworden?
Ich habe mir schon seit mehreren Jahren überlegt, wieder eine Stelle zu suchen, bei der ich nicht so viel reisen muss. Bei der Fifa bist du immer wieder vier, fünf Wochen weg von daheim – derzeit bin ich gerade bei der U-20-Weltmeisterschaft in Südkorea.

Sie treten in Basel kein einfaches Erbe an.
Ja, Bernhard Heusler und seine Leute haben gut vorgelegt. Wenn ich in den 80ern im Ausland war, wurde ich stets auf die Grasshoppers angesprochen. Wenn ich heute reise und sage, woher ich komme, reden alle vom FC Basel. Das ist eine Topmarke, auf die doch jeder Schweizer Fussballfan auch stolz ist, wenn der FCB in der Champions League Erfolge hat.

Wie sehen Sie Ihre Aufgabe als neuer starker Mann beim FCB?
Ich war immer ein Teamplayer. Basel hat ja schon eine hervorragende neue Führung. Karli Odermatt, Marco Streller, Alex Frei und Massimo Ceccaroni haben Clubgeschichte geschrieben. Sie sind die Aushängeschilder, sie sollen die Gesichter des FCB sein. Ich muss schauen, dass der Laden läuft und meine Erfahrung einbringen. Das ist keine einfache, aber eine ehrenvolle Aufgabe.

Aber wie wird das ablaufen, wenn es etwa um die Zusammenstellung des Teams geht? Haben Sie das letzte Wort?
Marco Streller ist Sportchef, er ist für diese Aufgabe prädestiniert. Ich muss nicht bei allem dreinreden. Er wird seine Vorstellungen haben, der Trainer wird seine Vorstellungen haben – und dann wird das im Team besprochen.

Wie sieht es mit dem Thema Fans aus? Der abtretende Präsident Heusler hat die Fanpolitik des FCB und auch des Schweizer Clubfussballs geprägt. Werden Sie sein Dossier übernehmen?
Das ist eine gute Frage. Die können wir wohl erst später beantworten. Ich war immer nahe an den Fans. Wenn es sich ergibt, werde ich diese Aufgabe also übernehmen.

Bei der Swiss Football League fragt man sich aber, wer nun beim FCB hinsteht, wenn es wieder einmal zu Fangewalt kommen sollte.
Wenn es nötig wird, werde ich mich natürlich dieser Aufgabe stellen. Aber in einem halben Jahr kann ich dazu sicher mehr sagen.

Wo sehen Sie Ihre Hauptaufgabe beim FCB?
Trotz des vielen Geldes, das in den Fussball fliesst, arbeiten hier immer noch alles Menschen. Also muss ich anwesend sein, ich muss mit den Leuten reden. Das ist auch eine meiner Stärken. Es wird viele repräsentative Aufgaben geben: Anlässe, an denen ich mich zeigen werde. Ich werde viel für den FCB unterwegs sein. Aber natürlich kommt es immer darauf an, wie es sportlich läuft. Die Lokomotive ist die erste Mannschaft. Hat sie Erfolg, fällt vieles leichter. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.06.2017, 16:47 Uhr

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