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«Das ist eine amerikanische Heldin»

Triebwerks-Explosion in 9700 Meter Höhe: Pilotin Tammie Jo Shults schafft es, den Passagierjet sicher zu landen. Wer ist die Frau?

Nerven aus Stahl: Tammie Jo Shults, Pilotin von Flug 1380, und das zerstörte Triebwerk der Southwest-Maschine. Fotos: Keystone
Nerven aus Stahl: Tammie Jo Shults, Pilotin von Flug 1380, und das zerstörte Triebwerk der Southwest-Maschine. Fotos: Keystone

20 Minuten nach dem Abflug in New York erreicht ein Alarm das Cockpit der Southwest-Maschine, die nach Dallas unterwegs ist. Ein Triebwerk war explodiert, Metallsplitter trafen den Rumpf des Flugzeugs und durchbrachen ein Fenster, Sauerstoffmasken fielen aus der Decke.

Im Boeing 737-700 mit der Flugnummer 1380 spielt sich in 9700 Meter Höhe ein Schreckensszenario ab. Unter den 143 Passagieren bricht Panik aus. Doch im Cockpit bleibt es ruhig: Die Pilotin hat «Nerven aus Stahl», wie ein überglücklicher Passagier später – nach der Notlandung in Philadelphia – berichten wird. Die Frau im Cockpit heisst Tammie Jo Shults, 56 Jahre alt, einst Kampfjetpilotin.

In den USA erhält Shults gemäss Medienberichten nun viel Lob und Anerkennung, weil sie eine Katastrophe verhindert hat. Fast alle Passagiere kamen mit dem Schrecken davon. Eine 43-jährige Frau erlitt jedoch schwere Verletzungen, denen sie später erlag. Sieben weitere Passagiere wurden leicht verletzt.

Der TV-Sender NBS veröffentlichte das Gespräch zwischen der Pilotin von Flug 1380 und dem Tower in Philadelphia, aus dem hervorgeht, wie souverän und abgeklärt Shults während des Flugzeugdramas am Dienstag agiert hatte.

Notlandung in Philadelphia: An Bord spielten sich dramatische Szenen ab. Video: Tamedia/AFP/Storyul

Haben bloss ihren Job gemacht

«Das ist eine amerikanische Heldin», schrieb eine Passagierin auf Facebook. Die Pilotin sei «unglaublich» gewesen, meinte eine andere Passagierin. «Sie hat uns sicher nach Philly gebracht.» Und ein Vertreter der Feuerwehr von Philadelphia sagte, dass die Flugcrew «einige fantastische Dinge unter sehr schwierigen Umständen» getan habe. Nach der sicheren Notlandung erzählten viele Passagiere, Shults sei in die Kabine gegangen und habe persönlich mit allen Passagieren gesprochen. Die Cockpitbesatzung gab sich bescheiden nach ihrer landesweit gefeierten Heldentat. Sie hätten bloss ihren Job gemacht, teilten Shults und ihr Co-Pilot Darren Ellisor mit.

Als Kampfjetpilotin eine Pionierin: Tammie Jo Shults in einer Aufnahme von 1991, als sie bei der Navy diente. Foto: Reuters
Als Kampfjetpilotin eine Pionierin: Tammie Jo Shults in einer Aufnahme von 1991, als sie bei der Navy diente. Foto: Reuters

Tammie Jo Shults, die mit einem Piloten verheiratet ist, hat eine eindrückliche Karriere vorzuweisen. Nach einem Biologiestudium bewarb sie sich 1985 bei der Navy. Shults war eine der ersten F/A-18-Pilotinnen. Als Frau durfte sie keine Kampfeinsätze fliegen. Shults war auch Ausbildnerin, und sie trainierte männliche Piloten, etwa für Einsätze während des ersten Irakkrieges.

1993 verliess sie die Armee und wechselte in die zivile Luftfahrt. Auch in diesem von Männern dominierten Beruf setzte sich die Pilotin, die Mutter von zwei Kindern ist, durch. Der Schwager von Shults wird in US-Medien mit folgendem Satz zitiert: «Mein Bruder hält sie für die beste Pilotin, die er kennt. Sie ist eine beeindruckende Frau.»

Erinnerungen an Pilot «Sully» Sullenberger

Die Geschichte um die Heldin des Flugs 1380 erinnert an eine andere gelungene Notlandung. Am 15. Januar 2009 hatte der Pilot Chesley «Sully» Sullenberger einen Airbus A320 mit ausgefallenen Triebwerken auf dem Wasser des Hudson River in New York eine spektakuläre Notlandung hingelegt und über 150 Menschen das Leben gerettet. Der «Held vom Hudson» war später die Story eines Hollywood-Films.

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