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Volles Geld, leeres Versprechen

Rudolf Strahm zur Vollgeldinitiative: Eine nationale Geldreform löst keine internationalen Probleme.

Rudolf Strahm

Wie könnte ein Banken- und Finanzsystem aus­sehen, das weniger spekulationsanfällig, un­gerecht und USA-dominiert ist als das real existierende? Ich habe mir häufig den Kopf zerbrochen, wie eine stabilere und gerechtere internationale Finanzarchitektur konstruiert sein müsste.

Ein originelles Denkmodell einer am Schreibtisch konstruierten Geldmarktordnung ist die Vollgeldinitiative, über die wir demnächst abstimmen. Sie will eine fundamentale Umgestaltung des Kreditsystems in der Schweiz. Nach ihr soll einzig die Schweizerische Nationalbank (SNB) Geld in Form von Münzen, Noten und Buchgeld schaffen dürfen. Die Geschäftsbanken dürften nur noch als Kreditdurchlaufstellen dienen. Sie dürften nur ausleihen, was sie an Einlagen direkt von den Kunden erhalten und was ihnen die SNB direkt zuteilt. Dagegen will die Initiative alle Kredite von Bank zu Bank (sogenannte Sicht­einlagen) verbieten. Das von der Nationalbank geschöpfte Geld bezeichnen die Initianten als «Vollgeld».

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