Canepas Gesicht sagt alles über die FCZ-Gegner

Der FC Zürich erwischt in der Europa League eine knifflige und nicht besonders spektakuläre Gruppe.

Nicht überglücklich: FCZ-Präsident Ancillo Canepa. Screenshot: Eurosport.

Nicht überglücklich: FCZ-Präsident Ancillo Canepa. Screenshot: Eurosport.

Wie immer war es auch ein Mittag der Premieren. Mit Clubs, deren Verantwortliche vielleicht noch etwas erwartungsfroher nach vorne zu den Lostöpfen schauten, dafür aus den hinteren Reihen. Namen, die viel über die Reichweite der Europa League sagen, von Vereinen etwa wie dem F91 Düdelingen, dem Meister aus Luxemburg, der sich noch am Vorabend gegen Cluj sensationell zum ersten Mal für den Wettbewerb qualifiziert hatte.

Die Qualifikation des FC Zürich für die Europa League ist dafür alles andere als sensationell. Als Cupsieger genoss er das Privileg, direkt in den Wettbewerb einzusteigen, als Meisterschaftsvierter hätte er sich, wie eben Düdelingen, weit unten aus der Qualifikation emporarbeiten müssen.

Sportlich dennoch knifflig

In Topf 3 hiess es für das Ehepaar Canepa, das als Repräsentanten an die Auslosung nach Monaco gereist war, zunächst einmal: warten. Topf 1 war durch, Topf 2 auch, und als dann klar war, dass der FCZ zu Bayer Leverkusen und zum bulgarischen Meister Rasgrad in die Gruppe kommt, dann war gerade an Ancillo Canepas Miene ohne viel Schwierigkeit abzulesen, als wie attraktiv dieses Los beim FCZ aufgenommen wird.

Und so klingt es opportunistisch, wenn sich der Präsident hinterher auf der Vereinswebsite zitieren lässt: «Sportlich sind wir in einer interessanten Gruppe. Auch der Reiseaufwand hält sich in Grenzen.»

Keiner der drei Gegner – aus dem vierten Topf gab es AEK Larnaka – lockt die Leute ins Stadion, an einem späten Donnerstagabend im Dezember kann man sich auch gegen Bundesligist Leverkusen kein ausverkauftes Letzigrundstadion vorstellen. Das ist Lospech, bei möglichen Gegnern wie Arsenal und Milan, Chelsea und Marseille. Sportlich aber ist die Gruppe knifflig.

Leverkusen: Die echte Prüfung

Gruppenkopf Leverkusen ist eine echte Prüfung. Trainer Heiko Herrlich hat den Club vergangene Saison nach kurzem Zwischentief wieder auf stabilen Kurs geführt. Der vom Pharmariesen Bayer alimentierte Club spielte in den letzten vier Jahren drei Mal in der Champions League, stand dabei zweimal im Achtelfinal. Mit dem Jamaikaner Leon Bailey steht einer der aufregendsten Akteure der vergangenen Bundesligasaison im Kader, daneben zahlreiche deutsche Nachwuchsnationalspieler - und mit ex-FCB-Verteidiger Aleksandar Dragovic auch ein altbekanntes Gesicht aus der Super League.

Rasgrad: Erinnerung an Basel

Mit dem FCB verbinden viele auch Ludogorez Rasgrad. Der bulgarische Dauermeister scheiterte 2013 an den Baslern in der Qualifikation zur Champions League, ein Jahr später begegneten sich die beiden dann zusammen in der Gruppe und rangen den FCB im Heimspiel mit 1:0 nieder. Zehn Spieler mit brasilianischen Wurzeln bilden das Gerüst der Mannschaft, was auch mit Trainer Paulo Autuori zusammenhängt, einem Wandervogel im brasilianischen Clubfussball.

Larnaca: Mitläufer in Zypern

Der Exot ist Larnaca, der in der zypriotischen Liga nie an den dominierenden Grossclubs aus Nikosia vorbeikommt und in seinen Reihen manchen spanischen Fussballer hat, dessen Karriere in den unteren spanischen Ligen ins Stocken geraten ist.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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