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Auf Distanz zum Scharia-Recht

Warum Imame in der Schweiz geschult und entlöhnt werden müssen.

Warum mochte sich Imam Youssef Ibram 2004 nicht von der Steinigung für Ehebrecherinnen distanzieren? Weil der Marokkaner sechs Jahre im Scharia-Staat Saudiarabien studiert hatte. Besser, er würde nicht in der Schweiz predigen, schon gar nicht an den grossen Moscheen in Volketswil und Genf. Hier hat die Scharia nichts zu suchen. Ibram verweigert das Gespräch, weil ihm die Medien damals übel mitgespielt hätten, erklärt Muhammad Hanel, der Sprecher der Zürcher Muslime. Als «rufmordende Meute» hätten sie jemandem, dem Religion wichtig sei, verunmöglicht, ernsthaft ins Gespräch zu kommen.

Meint Hanel allen Ernstes, man müsse in der Schweiz über die Steinigung von Ehebrecherinnen diskutieren können? Das nährt höchstens den Verdacht, dass gewisse Moschee-Exponenten sich zwar zu Rechtsstaat und Menschenrechten bekennen, aber nur solange diese den Scharia-Normen nicht widersprechen. Leider fehlt hierzulande noch immer eine Imam­ausbildung. Das religionspädagogisch aktive Zentrum in Freiburg genügt nicht. Eine universitär-theoretische Ausbildung müsste sicherstellen, dass hiesige Vorbeter zum Scharia-Straf- und -Familienrecht auf Distanz gehen.

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