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Kolumne Krogerus & TschäppelerDie vier Arten der Zusammenarbeit (und nur eine davon ist gut)

Wieso wir in Geschäftsbeziehungen am meisten erhalten, wenn wir nichts verlangen.

Foto: Roman Tschäppeler

Betrachten Sie die Aussagen der vier Personen. Mit wem würden Sie am liebsten zusammenarbeiten?
Reid Hoffman rät: am besten mit Typ vier. Aber warum? Und wer ist dieser Hoffman?
Hoffman ist ein
Risikokapitalgeber. Als Mitgründer von LinkedIn hat er sich länger und gründlicher als andere mit der Urfrage der Kollaboration beschäftigt: Mit wem soll ich zusammenarbeiten? Seine Erkenntnis: Es gibt, vereinfacht gesagt, vier unterschiedliche Haltungen, mit denen Menschen eine Zusammenarbeit eingehen.

1. «Ich tue etwas für dich, wenn du etwas für mich tust.»Die Quid-pro-quo-Haltung: Der eigene Nutzen muss mindestens so gross sein wie der Nutzen für das Gegenüber.

2. «Ich tue dir einen Gefallen, aber du schuldest mir etwas.»Solche Personen sind nicht weniger nutzenorientiert als die in Gruppe eins. Sie sind einfach bereit, länger darauf zu warten.
Typ eins und zwei sind okay, wenn man mit ihnen einmalig einen Deal eingehen will, aber ungeeignet für eine längerfristige Partnerschaft, da sie dazu neigen, ihre eigenen Beiträge über- und die des Partners unterzubewerten.

3. «Ich investiere in unsere Beziehung und erwarte, dass du das auch tust.»Im Gegensatz zu Typ eins und zwei, die immer im Blick behalten, wer wie viel getan hat, geht diese Person Bündnisse ein mit der Haltung: Ich verlass mich drauf, dass auch die andere Seite ihre Verpflichtungen einhält.

4. «Ich werde in unsere Beziehung investieren.»
Solche Personen haben keine «Renditeerwartung» an eine Beziehung. Sie gehen davon aus, so sagt Hoffman, «dass ein Bündnis an sich wertvoll ist, wenn die richtigen Menschen daran beteiligt sind; wir sind Partner, um die Welt zu verändern.» Es scheint etwas kontraintuitiv, aber je altruistischer unsere Haltung ist, desto mehr Vorteile ziehen wir aus einer Beziehung. Mehr noch: Diese Beziehungsform ist stabiler als die anderen drei. Grundvoraussetzung für eine solche Kollaboration ist: Vertrauen.
Eine Möglichkeit, auf Personen des Typs vier zu stossen, besteht darin, frühzeitig und deutlich Zeichen des eigenen Engagements zu geben und dem Gegenüber zu zeigen, dass man gern hilft. Hoffman nennt das seine «Theorie der kleinen Geschenke».

Mikael Krogerus ist «Magazin» -Redaktor, Roman Tschäppeler ist Kreativproduzent.
hallo@guzo.ch