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SAC-Hütten im FrühjahrDie Uneinigkeit, wer denn nun der Chef ist

Die Skitourensaison ist eingeläutet; die Wildhornhütte ist seit drei Wochen offen. Ein Drittel der übrigen Skitourenhütten des SAC gehen heute in Betrieb.

Die Hüttenwarte David und Monika Schmid mit Kater Tigerli und Ben vor der Wildhornhütte.
Die Hüttenwarte David und Monika Schmid mit Kater Tigerli und Ben vor der Wildhornhütte.
Foto: Bruno Petroni

Der Arbeitsplatz von Monika und David Schmid ist nicht eben um die Ecke: Nach zweistündiger Autofahrt von Oberburg zur Iffigenalp und nochmals so lang dauerndem Aufstieg mit den Steigfellen erreichen sie die Hütte, mit deren Pacht sie sich einen Lebenstraum erfüllen konnten. Vor gut drei Wochen haben Schmids die Hütte ausgewintert und empfangen Skitourenfahrer.

Nach drei Jahren kennt das Emmentaler Ehepaar seine Hütte auch bereits bestens: «Wir schmelzen in unserer 60-Liter-Pfanne Schnee und pumpen diesen in den 1100-Liter-Wassertank. Und im Sommer leben wir vom Oberflächenwasser und Schmelzwasser vom Tungelgletscher», sagt David Schmid, dem als gefieftem Mechaniker nie eine technische Herausforderung zum unlösbaren Problem wird.

So konnte er die Leistung der Hüttensolaranlage durch die Installation von Fassadenkollektoren von 4,4 auf 7 Kilowatt fast verdoppeln.

Ben, der coole Hüttenhund

Und dann wären da noch Schmids Hüttentiere: Der sechsjährige australische Schäfer Ben und die gleichaltrige Miezekatze namens Tigerbüsi. «Die beiden stehlen sich bei den Hüttengästen gegenseitig ständig die Show und sind sich nie einig, wer denn nun Chef in der Hütte sei», schmunzelt Monika Schmid. Bei den Besuchern stossen die beiden Vierbeiner denn fast ausnahmslos auch auf grosse Begeisterung. Monika Schmid arbeitet zusammen mit Ben auch als Therapeutin in Schulen, um bei Schülern Ängste abzubauen.

Bei Winterbetrieb zieht sie ihrem Hund eine Sonnenbrille über, wenn er sich draussen rund um die Hütte aufhält. «In der Tat entzündet sich sonst jeweils eins seiner Augen. Schneeblindheit kann auch Tiere treffen», sagt sie. Auf dem Gipfel des Wildhorns (3248 m) war Ben schon oft, in diesem Frühling bereits zweimal.

«Wir desinfizieren die Türklinken täglich. Aber nicht erst seit Ausbruch des Coronavirus.»

David Schmid, Hüttenwart Wildhornhütte

Der Coronavirus ist auch da oben, auf 2303 Meter über Meer, ein Thema, zumal die Hüttenbesucher hier auf engstem Raum nebeneinander sitzen und schlafen. «Wir desinfizieren die Türklinken täglich. Aber nicht erst seit Ausbruch des Coronavirus», sagt David Schmid.

Bis Anfang Mai ist vorgesehen, die Wildhornhütte offen zu halten. «Je nach Schneeverhältnissen halt. Und am 20. Juni starten wir in unsere vierte Sommersaison.»

Hüttenwart David Schmid wird schon lange vor seiner Ankunft bei der Wildhornhütte (Hintergrund) freudig von Ben begrüsst.
Hüttenwart David Schmid wird schon lange vor seiner Ankunft bei der Wildhornhütte (Hintergrund) freudig von Ben begrüsst.
Foto: Bruno Petroni
Socken anziehen für Ben, damit der Schnee nicht zwischen den Pfoten stecken bleibt.
Socken anziehen für Ben, damit der Schnee nicht zwischen den Pfoten stecken bleibt.
Foto: Bruno Petroni
Der coolste Hüttenhund weit und breit: Ben von der Wildhornhütte.
Der coolste Hüttenhund weit und breit: Ben von der Wildhornhütte.
Foto: Bruno Petroni
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