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LeserantwortenDie unbekannten Gäste – sie sind Schädlinge

Wanzen am Fenster, ein grüner Käfer, violette Blüten: Gleich drei Leserinnen suchten Rat bei der Leserschaft. Zwei der Antworten sind leider wenig erfreulich.

Kein willkommener Gast: Die Marmorierte Baumwanze richtet bei Obstkulturen grosse Schäden an.
Kein willkommener Gast: Die Marmorierte Baumwanze richtet bei Obstkulturen grosse Schäden an.
Foto: Regina Schüpbach

Die kleinen Käfer am Fenster

Leserin Regina Schüpbach aus Rüfenacht fragte sich, was da an ihrem Fenster wächst. Erst mit Vergrösserungsglas konnte sie erkennen, dass es sich beim vermeintlichen «weissen Fleck» an der Scheibe
um eine Versammlung kleiner Käfer handelt. Aber was für Käfer? Das wollte sie von der Leserschaft wissen.

«Diese Wanzenart hat in Obstkulturen grosse Schäden angerichtet und ist gefürchtet.»

Sabine Wieland, Inforama Oeschberg

Nun, es sind gar keine Käfer. Zu sehen ist ein Gelege der Marmorierten Baumwanze. «Im Kanton Bern haben die Wanzen in diesem Jahr gegen Ende Juni angefangen mit der Eiablage», schreibt Leserin Sabine Wieland, die im Inforama Oeschberg in Koppigen tätig ist und das Verhalten der eingeschleppten Wanze beobachtet. «Diese Wanzenart hat bereits letztes Jahr in Obstkulturen, besonders bei Birnen, grosse Schäden angerichtet und ist deshalb gefürchtet. Auch im Hausgarten können sie deformierte Früchte verursachen.»

Normalerweise, schreibt Leserin Marianne Jeanmaire aus Toffen, legen diese Wanzen ihre Eier an die Unterseite von Blättern, bevorzugt von Rosengewächsen, wo nach wenigen Tagen die Nymphen schlüpfen. Diese durchlaufen dann fünf Stadien bis zum fertig ausgebildeten Insekt. Die dunklere Färbung entstehe im zweiten Stadium, schreibt Charlotte Hauswirth aus Langenthal. Frisch geschlüpfte Nymphen halten sich die ersten paar Tage um das Eigelege auf, später verteilen sie sich auf der Wirtspflanze.

Die Pflanze mit den violetten Blüten

Bei der schönen Pflanze handelt es sich um einen Schiefteller.
Bei der schönen Pflanze handelt es sich um einen Schiefteller.
Foto: Elisabeth Beck

Seit Jahren schon hat Blumenliebhaberin Elisabeth Beck eine unbekannte Pflanze im Garten, die violett blüht. Mittlerweile weiss die Leserin aus Niederönz genau, wie sie die Pflanze pflegen muss, damit sie gut gedeiht und schöne Blüten bildet. Sie wollte wissen: Wie heisst die Pflanze?

Die Antwort: Schiefteller oder Archimenes. «Es gibt sie in verschiedenen Farben – auch ich pflege sie seit vielen Jahren mit Erfolg und Freude», schreibt Leserin Ursula Frey aus Roggwil. Dora Strahm aus Langnau hat die Pflanze in Schweden kennen gelernt. «Dort heisst die Pflanze Femöring (Fünfer), also nach dem damaligen Kleingeldstück Öre benannt. Es gibt auch etwas kleinere Pflanzen, rosa/pink, die Ettöring (Einer) genannt werden.» Madeleine Lädrach aus Aarwangen ergänzt: «Sie hat Rizome und blüht nach dem Überwintern im Keller im nächsten Jahr wieder – ähnlich wie Begonien.»

Der grün schimmernde Käfer

Auch er ist ein Schädling: Der Moschusbockkäfer.
Auch er ist ein Schädling: Der Moschusbockkäfer.
Foto: Barbara Wenger

«Die Larve lebt bevorzugt im Holz von Weiden, Pappeln oder Erlen, wo sie Schäden verursachen kann.»

Walter Blaser, Laupen

Was ist das für ein Käfer? Das wollte Leserin Barbara Wenger aus Ostermundigen wissen, nachdem ihr das eindrückliche Exemplar in der Stadt vor die Füsse gekrabbelt war. Es handelt sich um einen Moschusbockkäfer, so die Antwort aus der Leserschaft. «Entweder ist es ein einheimischer Moschusbockkäfer oder, was wahrscheinlicher ist vom Foto her, ein asiatischer Moschusbockkäfer», schreibt Werner Bühler aus Utzenstorf. Leider handle es sich um einen Schädling. «Die Larve lebt bevorzugt im Holz von Weiden, Pappeln oder Erlen, wo sie Schäden verursachen und bei starkem Befall Bäume zum Absterben bringen kann», bestätigt Walter Blaser aus Laupen.

«Sein Name Moschusbock stammt von einem typischen Duftstoff, welcher der Käfer absondert», schreibt er weiter. Das moschusartige Sekret sei zum Parfümieren von Tabak verwendet worden, so Leserin Brigitte Matti aus Spiez. Die Entwicklung der Käfer dauere drei Jahre, erklärt Marianne Jeanmaire aus Toffen. «Dieser Käfer ist recht selten geworden in den letzten Jahren.» Abgebildet sei übrigens ein Weibchen.