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Never Mind the Markets: WirtschaftspolitikDie Stunde der Utopisten

Immer mehr Ökonomen suchen Lösungen aus der gegenwärtigen Kapitalismuskrise, indem sie auf übergreifende gemeinsame Ziele setzen. Einen neuen Ansatz stellen wir hier vor.

Internationale Kooperation: Liegt die Lösung für gegenwärtige Probleme in der Stärkung der globalen Zusammenarbeit?
Internationale Kooperation: Liegt die Lösung für gegenwärtige Probleme in der Stärkung der globalen Zusammenarbeit?
Foto: Keystone

Möglichst niedrige Zinsen sind ein wirtschaftlicher Vorteil. Sie erlauben es, dass man leichter Kredit aufnehmen kann und mehr investiert wird. Daraufhin beschleunigt sich der technische Fortschritt und die Produktivität steigt, so dass die Wirtschaft und nicht zuletzt der Wohlstand wächst. Niedrige Zinsen sind Ausdruck einer soliden wirtschaftlichen Verfassung, geringer Geldentwertung und einer geringen Risikoprämie der Schuldner. So zumindest haben wir es alle in der Vergangenheit gelernt.

Inzwischen jedoch gilt das anhaltend niedrige Zinsniveau in den Industrieländern unter Ökonomen als Anzeichen einer Malaise. Viele Zentralbanken halten die Zinsen unter null Prozent. Am Markt werden Staats- und Unternehmensanleihen selbst mit langer Laufzeit negativ verzinst. Nicht der Schuldner zahlt dem Gläubiger Geld, damit er ihm Geld leiht, sondern umgekehrt: Der Gläubiger bezahlt den Schuldner für das Privileg, ihm Geld leihen zu dürfen. Die Verschuldung steigt seit Jahren, aber die Wirtschaft wächst langsamer als in der Vergangenheit, ebenso die Produktivität. Dafür haussieren die Kurse an den Finanzmärkten.

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