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Reaktionen auf Umweltskandal«Die Recherche macht sprachlos und wütend»

Der aufgedeckte Umweltskandal am Lötschberg wurde zahlreich kommentiert. Wir haben einige Meinungen ausgewählt.

So kennt man ihn, den Blausee: Klar und sauber.
So kennt man ihn, den Blausee: Klar und sauber.
Foto: Susanne Keller

Es ist ein Skandal: Zehntausende Fische verendeten in der Forellenzucht Blausee, während zur selben Zeit ganz in der Nähe eine Baufirma giftigen Aushub entsorgte. Die Berichte dazu wurden auf unserer Website, auf Facebook und in Leserbriefen hundertfach kommentiert. Wir zeigen eine Auswahl der Reaktionen.

Der Umweltskandal

Diese Story ist unglaublich. Und wir wollen den Drittweltstaaten in Sachen Umweltschutz noch etwas vormachen?

Onlinekommentar von Daniela Jahns

Es macht mich ganz einfach traurig. Wieder mal mussten Tiere sterben. So lange die Gier nach Macht und Geld auf dieser Erde vorherrscht, wird es den Tieren, der Natur und den unteren Schichten der Menschheit nicht besser gehen. Alles was zum Reichtum dient, wird umgehauen, erschossen oder vergiftet. Danach weist jeder die Schuld von sich. Ich kenne kein Tier das so strohdumm ist und seine eigene Lebensgrundlage zerstört, das tut nur der Mensch.

Leserbrief von Silvia Savoia, Hinterkappelen

Der einzige Lichtblick in dieser riesigen Sauerei ist wohl, dass die Besitzer des Blausees genug Kapital haben, um gegen die Wasservergifter gerichtlich vorzugehen. Keine Ahnung, ob wir etwas von diesem Skandal erfahren hätten, wenn es um einen kleinen Fischzüchter ginge. Ich bin zutiefst schockiert darüber, dass heute in unserem Land noch solche Machenschaften möglich sind. Langsam sollte jeder kapiert haben, dass Gift nicht einfach verschwindet, wenn man es irgendwo verbuddelt.

Onlinekommentar (gekürzt) von Susanne Meier

Wow. Seit langem wieder einmal ein prächtiger Umweltskandal in der sauberen Schweiz, bei dem sich mir die Nackenhaare kräuseln. Wer glaubt in der kleinräumigen Schweiz giftigen Müll ablagern zu können, ohne dass das auffällt, ist einfach nur dumm. Und Behörden, die dann den Zusammenhang zum Fischsterben auch noch in Frage stellen, geben sich definitiv der Lächerlichkeit preis.

Onlinekommentar (gekürzt) von Hans Früh

Ziemlich heftiger Artikel. Bin erstaunt, dass da bislang niemand von den Betroffenen reagiert hat.

Facebookkommentar von Christof Rytz

Die Aufklärung durch investigative Medien

Die Recherche macht sprachlos und wütend. Ich hoffe, dass der öffentliche und politische Druck genügend gross werden, damit das Vorgehen der involvierten Firmen restlos geklärt und diese zur Verantwortung gezogen werden. Vielen Dank an die Berner Zeitung, den Recherchedesk von Tamedia und die Rundschau. Genau das ist die Aufgabe und das Verdienst von investigativen Medien.

Onlinekommentar von Andreas Meier-Bommeli

So schlimm das auch sein mag. Hat jemand verstanden, dass es da um Haftungsfragen geht? Ich kenne den Blausee und habe mich immer gefragt, wie lange das gut gehen kann. Aus meiner Sicht sind viel zu viele Fische in dem kleinen Raum. Irgendwann musste das kippen. Ändert aber nichts an einer verantwortungslosen Entsorgung. Die kommt jetzt aufs Tapet. Und das ist wichtig.

Onlinekommentar von Dieter Jann

Die Verantwortung der Behörden

Wenn ich das so lese, sehe ich eigentlich nur etwas: Ausreden, Ausreden und nochmals Ausreden. Dieses Behördenversagen ist erbärmlich und deren Verhalten so richtig schwach.

Onlinekommentar von Ernst Danner

Kaum zu glauben, dass solche Missstände trotz der Flut von Vorschriften und Paragraphen, in der Schweiz auftreten können. Ich wünsche mir, dass die Verantwortlichen hierfür gerade stehen müssen. Und zwar sofort. Millionen Einbussen hin oder her.

Onlinekommentar von Adrian Brügger

Alles Dinge und Zusammenhänge die man schon längst weiss und kennt. Die Behörden als Kontrollinstanz schlafen wie immer und die Rechnungen von den Firmen Marti und Vigier werden sicher immer noch anstands- und fraglos bezahlt. Uns ist einfach nicht mehr zu helfen. Für ein solches Versagen brauchen wir endlich Kontrollinstanzen mit Biss.

Onlinekommentar von Chris Fürst

Jeder verantwortungsbewusste Unternehmer hätte sicher gestellt, dass kontaminiertes Material nicht so transportiert oder entsorgt werden darf. Im Grunde genommen müsste die Staatsanwaltschaft eintreten und Anklage erheben gegen vorsätzlichen Verstoss von Umweltgesetzen oder eine neutrale Untersuchung organisieren.

Leserbrief von Urs Steinegger, Hilterfingen

Die Konsequenzen

Die BLS gehört ja dem Kanton Bern. Deshalb wird in diesem Fall nicht viel passieren und das Verfahren wird wahrscheinlich verschleppt werden - Staatsfilz.

Onlinekommentar von Edgar Amsler

Wenn Kinder bei einer Missetat ertappt werden, müssen sie sich entschuldigen, den Schaden beheben und «Gutmachung» leisten. Es würde den Behörden und Firmen gut tun, sich daran ein Vorbild zu nehmen und Wiedergutmachung leisten, statt schwarzen Peter spielen.

Onlinekommentar von Joseph Pauleni

Der Kanton Bern ist bekannt für den Filz zwischen den Behörden und den ausführenden Firmen BLS und Marti. Da aber alle unter einer Decke stecken, ist die Wahrscheinlichkeit einer lückenlosen Aufklärung klein. Alle werden sich gegenseitig schützen, die Untersuchung wird im Sand verlaufen.

Onlinekommentar von Andreas Meyer

Falls das stimmt, ist es ein Skandal sondergleichen. Die betreffenden Firmen und die untätigen Behörden müssen hart bestraft werden. Mir ist aber klar, dass dies zumindest im Fall der Behörden praktisch unmöglich ist - leider.

Onlinekommentar von Ernst Danner

Auch Patent Ochsner meldet sich zur Berichterstattung. Vergangene Woche spielten sie mehrere Konzerte am Blausee. Auf Instagram posten sie das Bild eines lebendigen und eines toten Fisches und schreiben dazu «vor und nach Patent Ochsner». Die Band ist sich aber keiner Schuld bewusst: «Wir waren bloss laut. Laut aber ungiftig. Ehrenwort.»