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BSV BernDie Pflicht wurde erfüllt, die Kür blieb weitgehend aus

Der BSV Bern hat aus den ersten neun Spielen neun Punkte geholt. Captain Tobias Baumgartner sieht vor allem in der Defensive Steigerungspotenzial.

Tobias Baumgartner (BSV, Mitte) kann sich nicht durchsetzen. Die Kadetten waren am Samstag für den BSV zu stark.
Tobias Baumgartner (BSV, Mitte) kann sich nicht durchsetzen. Die Kadetten waren am Samstag für den BSV zu stark.
Foto: Andreas Blatter

Mit 31:35 unterlag der BSV Bern am Samstag den Kadetten Schaffhausen. Als die Berner nach knapp 40 Minuten den Ausgleich geschafft hatten, legte der Leader einen höheren Gang ein. Elf Minuten später stand es 23:30; die Partie war frühzeitig entschieden.

Der Spielverlauf überraschte nicht, wenn man die Leistungen der Berner im ersten Drittel der regulären Saison betrachtet. Das Team von Trainer Aleksandar Stevic spielt auf solidem Niveau Handball, es reicht jedoch noch nicht, um an die Spitze Anschluss zu halten. Folgende Fakten untermauern dies:

– Neun Punkte aus neun Spielen: Der BSV ist derzeit eindeutig im Mittelfeld der NLA anzusiedeln. Nach dem schwachen Saisonstart mit drei Niederlagen in Folge haben sich die Berner aufgefangen und sich rasch vom Tabellenende hinwegbewegt. «Ich hätte gern aber noch zwei, drei Punkte mehr geholt», sagt Captain Tobias Baumgartner. Er macht damit klar, dass die Berner sich unverändert in der erweiterten Spitze etablieren wollen.

– Siege gegen die Abstiegskandidaten, Niederlagen gegen die Spitzenteams: Der BSV hat drei seiner vier Siege gegen die drei Tabellenletzten RTV Basel, Endingen und GC Amicitia Zürich errungen. Dazu kommt ein Remis gegen Wacker Thun und als einziger Exploit ein 18:17-Erfolg gegen Suhr Aarau, als man die Aargauer mit deren Rezept schlug. Suhr Aarau bringt mit seiner starken Abwehr immer wieder Favoriten in Bedrängnis.

– Gute Offensive: Der BSV hat bis jetzt 258 Tore erzielt, mehr als 28 pro Spiel. In diesem Bereich können die Berner mit Spitzenteams wie Kriens-Luzern und Pfadi Winterthur mithalten, lediglich der samstägliche Gegner Kadetten (288) hat wesentlich häufiger getroffen.

– Schwächere Defensive: Der BSV hat 252 Tore erhalten. Selbst die Teams auf den Abstiegsplätzen dürften nicht wesentlich mehr Gegentore einkassiert haben, wenn sie ihre verschobenen Spiele nachgeholt haben werden. Dies obwohl der BSV mit Mario Cvitkovic einen Torhüter verpflichtet hat, der seine Klasse schon wiederholt unter Beweis gestellt hat.

«Wir müssen uns in der Deckung gegenseitig besser unterstützen», fordert Captain Baumgartner daher. «Im Training müssen wir noch fokussierter daran arbeiten, in der Abwehr besser zu stehen.» Dann gewinne man auch Sicherheit. Gegen die Kadetten versuchten es die Berner sowohl mit einem defensiven wie auch mit einem offensiven Deckungssystem. «Beide sind derzeit irgendwie Ausweichsysteme», sagt Baumgartner. «Wenn man nicht sicher steht, muss man dann während eines Spiels die Taktik wechseln. Und das ist nicht ideal.»

Suhr-Spiel als Massstab

Die Pflicht hat der BSV bis jetzt erfüllt, die Kür blieb jedoch weitgehend aus. «Das Spiel gegen Suhr Aarau müssen wir als Massstab nehmen», sagt Baumgartner. Und macht damit nochmals klar, dass das Team nur mit einer kompakteren Defensive auch Spitzenmannschaften besiegen kann. Die nächste Chance dazu bietet sich am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Pfadi Winterthur.