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LeserreaktionenDie nötigen Lehren daraus ziehen

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Auch die Basisstufe Stapfenacker in Bümpliz bleibt wegen des Coronavirus geschlossen


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Auch die Basisstufe Stapfenacker in Bümpliz bleibt wegen des Coronavirus geschlossen


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Franziska Rothenbuehler

Zum Coronavirus

Die nötigen Lehren daraus ziehen

Mir fehlt es weder an Empathie, noch bin ich ein emotionsloser Zyniker. In dieser Massnahmenhysterie hat kaum mehr jemand den Mut, etwas dagegen zu sagen. Ich bin für Hygienemassnahmen und Schutz der Menschen über 60 Jahre, aber gegen Schulschliessung und Isolation. Auch dem kantonalen Übereifer kann ich nichts abgewinnen. Das Virus ist da, und wir müssen da durch. Ich befürchte eine Verschleppung übers ganze Jahr und damit einschneidende Konsequenzen für uns alle, auch gesundheitlicher Art infolge fehlender Resistenzen. Einmal gezwungenermassen innehalten kann hingegen auch nicht schaden. Nur sollten wir dann auch die nötigen Lehren daraus ziehen. Der Kleinst­erreger zeigt uns doch auf, wie verletzlich unsere Gesellschaft geworden ist. Wir müssen jetzt Themen wie Nachhaltigkeit und unser Verhältnis zur Natur dringend überdenken und neu ausrichten. Sonst ist der nächste GAU schon vorprogrammiert.

Martin Schnyder, Ersigen


Sogar ein paar Vorteile

Ich bin das Paradebeispiel eines Corona-Risikopatienten: 80 Jahre alt, zwei lebensbe­drohende Herzoperationen und ein nunmehr geheilter Blasenkrebs in den letzten paar Jahren. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen erschüttert mich das Virus überhaupt nicht. Im Gegenteil. Etwas zynisch gesagt hat der «Käfer» sogar ein paar Vorteile: Im Swisscom-Shop, wo normalerweise Gedränge herrscht und Wartezeiten angesagt sind, waren an einem Nachmittag gerade mal drei Kunden da. Beim Coiffeur war ich bei zehn Stühlen und fünf Angestellten der einzige Kunde, wo normalerweise Voranmeldung nötig ist. Im Restaurant wurde ich schnell und besonders freundlich bedient. Hingegen ist das Personal in der Apotheke nicht in der Lage, mir meine üblichen pflanzlichen Beruhigungs­tropfen zu mischen, derart ist der Laden wegen panischer Käufer von Desinfektions­mitteln überlaufen. Der Apothekerin glaube ich allerdings, dass man die Pandemie schon ernst nehmen müsse. Also wasche ich mir die Hände auch etwas gründlicher. Dafür kann ich nun endlich meine Raviolibüchsen im Keller und das Gefriergut im Tiefkühlschrank abbauen und brauche nicht zu hamstern.

Ulrich Krummenacher, Zwieselberg