Die neuen Nachbarn

Für die BZ-Sommerserie Stadt-Land schreiben drei Redaktorinnen über ihren Wohnort. Heute Mirjam Messerli über Hinterkappelen.

Ich erinnere mich noch gut an den Sommer vor vier Jahren, als wir ausgerüstet mit einem Zucchetti-Basilikum-Gratin und einem Erdbeer-Tiramisu im Quartier einliefen, in das wir ein paar Wochen später umziehen würden. Die Verkäufer unseres Hauses hatten gefunden, das alle paar Jahre stattfindende Quartierfest wäre doch ein prima Ge­legenheit dazu, ein paar Nachbarn kennen zu lernen.

Das fand ich auch. Trotzdem war ich nervös. Ich fühlte mich wie vor einem Bewerbungs­gespräch. Was, wenn es einfach nicht passen würde? Wenn wir einen riesigen Fehler gemacht hätten, als wir uns für diesen Wohnort entschieden hatten? Haben wir nicht. Zum Glück. Am Fest wurden wir zwar mindestens ebenso beschnuppert, wie wir schnupperten, aber der Rotwein half dabei.

In unserem Quartier leben Kinder und Senioren, Hunde und Katzen, werden unterschiedliche politische Meinungen vertreten, hegen und pflegen die einen ihre Gärten, und andere lassen es spriessen, man zeigt Interesse aneinander, aber rückt sich nicht dauernd auf die Pelle. Wenn wir in den Ferien sind, hat unsere Katze einen Rundumservice, den wir ihr sonst nicht bieten. Unsere Nachbarn sind super.

Ans Quartierfest im August bringen wir ein Zucchetti- Basilikum-Gratin und ein Dessert mit. Und beschnuppern die Neuen, die weiter vorne in eines der Häuschen gezogen sind.

Berner Zeitung

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