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Corona-Pause (41)Die neue Freundlichkeit in Zeiten von Corona

Abstand halten, Schlange stehen – shoppen in der Krise kann mühsam sein. Dafür wird man nun sogar im Supermarkt persönlich begrüsst. Noch.

Wegen Corona müssen die Kundinnen und Kunden am Eingang gezählt werden. Das lässt den Einkauf im Supermarkt etwas persönlicher werden.
Wegen Corona müssen die Kundinnen und Kunden am Eingang gezählt werden. Das lässt den Einkauf im Supermarkt etwas persönlicher werden.
Foto: PD

Ein unbeschwerter Shoppingbummel durch die Stadt? Sich von den Auslagen in den Schaufenstern inspirieren lassen? Und zwischendurch mal ein Geschäft betreten, um ein interessantes Angebot aus der Nähe zu betrachten?

Was noch vor ein paar wenigen Wochen ganz selbstverständlich zum entspannten Freizeitvergnügen gehörte, ist so nicht mehr möglich. In Zeiten von Corona ist Abstand halten das Gebot der Stunde. Andauernd heisst es, vorsichtig zu sein, den anderen nicht zu nahe zu kommen und so die Gefahr einer Ansteckung mit dem Virus so gering wie möglich zu halten.

Draussen die Übrigen

Vorbei sind auch die Zeiten für den schnellen Feierabendeinkauf kurz vor Abfahrt der S-Bahn zurück in den Agglogürtel. Die Detailhändler haben sich den neuen Gegebenheiten angepasst und gewähren von vornherein nur noch einer begrenzten Zahl von Kunden Einlass. Die überzähligen stehen draussen an.

Diese neuen Shoppingzeiten also haben wir während der vergangenen acht Wochen des sogenannten Lockdown in den Lebensmittelläden schon ausgiebig kennen gelernt. Nun, da seit Montag auch Geschäfte ohne lebensnotwendiges Alltagssortiment wieder offen halten dürfen, wenden wir das Eingeübte in den Warenhäusern, den Modeboutiquen und all den anderen Fachgeschäften und -märkten genauso geflissentlich an.

Das neue «Grüessech»

Das tönt alles recht mühsam, und tatsächlich sind die neuen Regeln für die meisten zumindest gewöhnungsbedürftig. Sie können aber auch ganz neue, überraschend positive Effekte entwickeln. Plötzlich wird man sogar in den Supermärkten gegrüsst, die, weil gross und günstig, gemeinhin als ziemlich unpersönlich gelten: Weil andauernd gezählt werden muss, wie viele Leute den Laden betreten und wieder verlassen, steht nun andauernd jemand an der Tür. Und heisst die Kundinnen und Kunden mit einem freundlichen «Grüessech» willkommen.

«Ein M persönlicher», rühmte sich ein Grossverteiler schon vor Jahren. In Zeiten von Corona hat dieses Motto eine ungeahnte Aktualität erhalten. Hoffen wir, dass dies noch eine ganze Weile lang so bleibt. Und die Menschen am Eingang nicht, was neuerdings zu beobachten ist, Schritt für Schritt durch anonyme Zählmaschinen ersetzt werden.