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Gemeindewahlen in SeebergDie Kandidatensuche wird nicht einfach

Das Anforderungsprofil ist anspruchsvoll: Wer sich im Herbst neu in den Gemeinderat wählen lässt, muss auch sogleich das Präsidium übernehmen.

Die Gemeinde Seeberg benötigt auf Anfang kommenden Jahres einen neuen Präsidenten.
Die Gemeinde Seeberg benötigt auf Anfang kommenden Jahres einen neuen Präsidenten.
Foto: Susanne Keller

Die Gesamterneuerungswahlen in Seeberg werfen ihre Schatten voraus. Bereits bekannt war, dass sich Andreas Mühlemann (BDP) am 3. Dezember nicht mehr zur Wahl stellt. Der Gemeindepräsident, der das Amt Anfang 2019 von seinem Parteikollegen Roland Grütter übernommen hatte, gab bereits im Juni bekannt, dass er sich künftig auf seine Arbeit im Kantonsparlament fokussieren will. Der Landwirt ist per 1. Juni 2020 für die BDP in den Grossen Rat nachgerückt.

Mittlerweile hat die Gemeinde mitgeteilt, dass sich die vier übrigen Mitglieder der Exekutive, Martina Brühlmeier, Andreas Aeschbacher (beide BDP), Micha Streit und Markus Wyss (beide SVP) für eine Wiederwahl zur Verfügung stellen. Alles klar also?

Jein. Denn gleichzeitig hat die Gemeinde informiert, dass bereits alle Ratsmitglieder offengelegt haben, nicht für das Präsidium kandidieren zu wollen. Soll heissen: Die neue Frau oder der neue Mann im Gemeinderat muss auch sogleich die Leitung des Gremiums übernehmen.

Führungserfahrung gefragt

Das vereinfache die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten natürlich nicht, meint Andreas Mühlemann. Wie in Seeberg üblich seien die Ortsparteien über den Stand der Dinge informiert und mit der Suche beauftragt worden. Doch auch deren Präsidenten Bruno Gygax (BDP) und Christian Zurflüh (SVP) sind sich einig: Die Ausgangslage ist anspruchsvoll.

«Die Suche wird so eindeutig schwieriger», betont Gygax. Immerhin: Seine Partei ist am Donnerstagabend zu ihrer Vorstandssitzung zusammengekommen: «Es sind dort mehrere Namen genannt worden. Mit diesen Personen führen wir nun Gespräche», so Gygax. Er hofft, dass die BDP zumindest eine Kandidatin oder einen Kandidaten wird stellen können. «Es muss jemand sein, der eine Vision hat und schon Führungserfahrung besitzt.»

«Für die Kommissionen habe ich bereits Zusagen.»

SVP-Präsident Christian Zurflüh

Bei der SVP ist laut Christian Zurflüh derweil noch nichts «in der Pipeline». Die Partei komme Ende September zu ihrer Vorstandssitzung zusammen und werde dann auch das Thema Wahlen behandeln. Er glaubt aber schon jetzt, dass die Suche diesmal nicht einfach wird.

Neue Mitglieder für die Kommissionen zu finden, sollte laut Zurflüh und Gygax hingegen kein Problem werden. «Für diese habe ich bereits Zusagen», so der SVP-Präsident. Es werden drei Sitze in der Tiefbau-, ein Sitz in der Umweltkommission sowie zwei Sitze im Stimmausschuss frei.

Das erste «Chräjebärg-Gspräch»

Dass die Besetzung der politischen Ämter in den Gemeinden über die Jahre immer schwieriger geworden ist, das sei auch in Seeberg so, sagt Andreas Mühlemann. Weshalb sich der Gemeinderat Gedanken gemacht habe, wie er dem in Zukunft begegnen wolle. Nicht nur in Hinblick auf die diesjährigen Wahlen, sondern auch auf jene in vier Jahren.

Als Resultat davon, lädt der Gemeinderat nun alle interessierten Bürgerinnen und Bürger am 16. September zum ersten «Chräjebärg-Gspräch» in den Zwischenbau der Schulanlage Grasswil ein (Beginn 19.30 Uhr). Offiziell wollen die Ratsmitglieder die Anwesenden über ihre Tätigkeiten im Gremium informieren. Sie sollen die Funktionsweise der Gemeindebehörden kennen lernen und einen Einblick in die laufenden Projekte erhalten.

Dies, wie Mühlemann bestätigt, aber auch mit dem Hintergedanken, so womöglich dem einen oder anderen ein Engagement im Gemeinderat schmackhaft zu machen. «Wir wollen dafür ganz bewusst den Dialog suchen», sagt Mühlemann. Andere Gemeinden in der Region wie etwa Attiswil hätten das bereits erfolgreich vorgemacht.