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LeserreaktionenDie Ignoranten und Sorglosen kennen keine Angst

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Berechtigte Sorge oder Angstmacherei? Letzteres glauben diese Menschen, die am Wochenende in Zürich gegen die Corona-Massnahmen auf die Strasse gingen.
Berechtigte Sorge oder Angstmacherei? Letzteres glauben diese Menschen, die am Wochenende in Zürich gegen die Corona-Massnahmen auf die Strasse gingen.
Foto: Keystone/Alexandra Wey


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«Angstmacherei ist eine Unart unserer Gesellschaft»

Wir möchten uns für Alter und Krankheit nicht entschuldigen

Dieser Bericht hat uns in der Risikogruppe einen Bärendienst erwiesen. Die Psychologie sagt, dass Angst nicht nur negativ ist, sie kann auch Leben retten. Wie wahr für uns. Die Ignoranten und die Sorglosen kennen keine Angst. Stehen wir zur Angst, werden wir sofort gemassregelt. So werden wir immer stiller und stiller. Wir müssen zuschauen wie sich immer weniger an die Regeln und Empfehlungen halten. Ihre Gesundheit und somit auch unsere wird aufs Spiel gesetzt. Wir wurden schon als Angsthasen, Masken- und Hygiene-Fanatiker oder Obrikeitsgläubige betitelt. Fakt ist: Wir stehen mit beiden Beinen auf dem Boden und möchten uns für unser Alter oder unsere Krankheit nicht entschuldigen müssen. Elsbeth von Ballmoos, Schüpbach


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«Visionäre Arealentwicklung sieht anders aus»

Der Abbruch ist wirklich schade

Beatrice Aebi spricht mir aus dem Herzen. Auch ich habe das Geschehen um die Hallen mitverfolgt und den unwiderruflichen Abbruch akzeptieren müssen. Als nun pensionierter Bauhandwerker habe ich die sauberen Schal und Betonarbeiten meiner Berufskollegen Anfang der 50er Jahren sehr bewundert. Die Abbrucharbeiten legten ihre Schalarbeiten mit Holzbrettern und den Umgang mit Beton nochmals zum Bewundern frei. Auch das ganze Ausmass der Arbeit und die Grösse der Hallen kam zur Geltung. Man konnte sich auch gut vorstellen wie es gewesen sein muss, als die Hallen noch voller Menschen und Arbeit waren. Es ist wirklich schade, dass nichts dieser Geschichte als Andenken zurückbleiben durfte. Auch die Passerelle mit Zeitangabe wird mir fehlen. Ein kleiner Trost bleibt mir noch zurück auf meinen Fotos. Alfred Winkler, Burgdorf

Zu «Kritisch hinterfragen»

Ein gelungener Meilenstein

Freude herrscht in den Kreisen der Pioniere – Freude über den gelungenen Meilenstein. 50 Meter dieser Schürzenseide existieren bereits, weitere sollen dazukommen. Fakt ist, dass die Kettfäden der neuen Seidenschürze aus Brasilien stammen, was von Beginn an offen kommuniziert wurde. Ist es nicht schon ein grosser Erfolg, die Hälfte der Seide im Inland zu produzieren und ein Band dazu herzustellen aus 100 Prozent Schweizer Seide? Viel Herzblut, Energie und Arbeitsstunden kostete die Umsetzung dieses Projektes, aber bestimmt nicht Subventionen. Trachtenschneiderinnen- und Schneider freuen sich über die Tatsache, dass in der Schweiz wieder vermehrt einheimische Produkte für die Trachtenherstellung verwendet werden können. Nun sind wir zuversichtlich, dass diese Produktionsmöglichkeiten in Zukunft, vielleicht sogar dank konstruktiver Kritik, noch weiter ausgebaut werden dürfen. Marianne Gnägi, Grindelwald, Präsidentin Bernische Trachtenvereinigung


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«Beim Schulraum nehmen Emotionen überhand»

Ein Nein öffnet Türen für Neues

In Gesprächen und in Briefen an die Behörden und die Schulleitung, ging es um die Erhaltung der zentralen, grünen Begegnungszone. In ihrer Antwort wurde klar, dass die Behörden ihr Projekt vorantreiben wollen. In einer Demokratie gibt es rechtliche Mittel, um einen Beschluss neu zu verhandeln: Etwa einen Wiedererwägungsantrag oder eine Initiative. In der ausserordentlichen Corona-Lage waren weder Gemeindeversammlungen möglich; Unterschriftensammlungen verboten. Alternativen aufzuzeigen war die einzige Möglichkeit, dass die Stimmberechtigten sich nochmals mit dem Projekt befassen. Ein Nein zum Pavillon spricht Leute an, welche sagen: «ohne Alternativen stimme ich für den Pavillon». Es heisst keinesfalls, dass unser Vorschlag umgesetzt werden muss. Ein Nein öffnet Türen für Neues. Gisela Bieri, Oberbipp


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«Ja zu den Jets im zweiten Anlauf»

Wenig überzeugend

Redaktor Beni Gafner liefert in seinem Leitartikel einen sehr guten Flugzeugbeschaffungs-Rückblick sowie einen treffenden Überblick zu den Mängeln des aktuellen Vorgehens. Wenn es dann aber zur Vorlage geht, verliert er sich völlig und gefährlich. Seine Argumente für ein Ja zur Kampfjetvorlage sind wenig überzeugend und könnten mehrheitlich einem Prospekt der Rüstungsindustrie entnommen worden sein. Sie tragen weder dem aktuellen Sicherheitsaspekt noch dem aktuellen Luftraumschutz Rechnung. Sicher wäre es falsch, die Bedeutung der Luftwaffe zu negieren. Aber nur ein Nein zur Beschaffung der jetzt zur Diskussion stehenden Luxus-Kampfjets eröffnet die Möglichkeit, eine Luftraumschutz-Lösung zu erarbeiten, die aufzeigt, wie man auf die reale Bedrohungslage erfolgversprechend und finanziell verantwortbar reagieren kann. Hermann Battaglia, Spiez

Immerhin lässt der Besitzer ein altes Bauernhaus nicht einfach verrotten, sondern macht es wieder zu einem benutzbaren Objekt.

Leonard Müller


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«Ein Hausbesitzer ist eindeutig zu weit gegangen»

Das ist sehr fragwürdig

Dass er zu weit gegangen ist, scheint offensichtlich. Er muss auch mit einer saftigen Busse rechnen. Aber nun sollten die Behörden nicht auch selbst zu weit gehen. Immerhin lässt der Besitzer ein altes Bauernhaus nicht einfach verrotten, sondern macht es wieder zu einem benutzbaren Objekt. Das ist schon mal positiv. Bedenken wir doch, dass Bauvorschriften heute auch ganz anders sind als noch vor 10 Jahren und sich sicher in den nächsten 20 Jahren nochmals stark verändern werden. Dass das zusätzliche Fenster zugemauert werden soll, ist sehr fragwürdig. Ebenso der Rückbau des bewohnbaren Dachgeschoss-Ausbaus, wo im Originalbau nur Stroh und Heu gelagert worden ist. Gänzlich weltfremd ist der Befehl, den halben Keller mit mehreren Lastwagenladungen Beton zuzumauern. Leonhard Müller, Nidau