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Leitartikel zur VerteilungsgerechtigkeitDer Impfstoff ist ein Test für unsere Gesellschaft

Heikle Fragen stellen sich: Welcher Staat und welche Menschen erhalten den Impfstoff zuerst? Wie lange wartet die Wirtschaft auf die Impfung der Angestellten? Und: Wie gehen wir mit Ungeimpften um?

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer ist der erste, der in einem westlichen Land zugelassen wurde – diese Woche in Grossbritannien.
Der Impfstoff von Biontech und Pfizer ist der erste, der in einem westlichen Land zugelassen wurde – diese Woche in Grossbritannien.
Foto: Keystone

Die Auslieferung des ersten Covid-Impfstoffs nach Grossbritannien als erstem westlichen Land hat diese Woche nach dessen bedingter Zulassung begonnen. Die ersten in Trockeneis verpackten Injektionen sind schon auf der Insel angekommen und «bis Weihnachten sollen Millionen von Grosseltern sie erhalten», wie das Boulevardblatt «The Sun» schreibt. Das ist wenig realistisch. Aber wahr ist, dass die Impfzeit angebrochen ist. Auch in der Schweiz ist schon eine Strategie für die erste Impfkampagne publiziert.

Das heisst auch: Der Verteilkonflikt um die Impfungen zieht an. Mit den ersten Auslieferungen in die einzelnen Länder wird er mehr und mehr konkret. In einem Interview Mitte November in der «Handelszeitung» wurde Roche-Präsident Christoph Franz gefragt, wen er in seinem Konzern zuerst impfen lassen würde. Seine Antwort: «Wir würden sicher nicht gemäss der Hierarchiestufe mit dem Impfen beginnen, sondern bei betriebskritischen Mitarbeitenden.» Auch in der Schweiz sollen zunächst Menschen der Risikogruppe (Ältere, chronisch Kranke) geimpft werden sowie Menschen, die direkt mit ihnen zu tun haben (Gesundheitspersonal, Angehörige). Wer aber kommt danach dran, falls das Vakzin immer noch knapp ist? Wie lange wartet die Wirtschaft?

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