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Revolution bei den OscarsDie Hauptfigur muss einer ethnischen Minderheit angehören

Die Filmakademie trifft eine historische Entscheidung. Um den Wettbewerb inklusiver zu gestalten, werden sich die Regeln in der Sparte «Bester Film» ändern.

Wäre akzeptiert: Regisseur Spike Lee (l.) 2019 an den Oscars mit seinem Preis für das Drehbuch von «BlacKkKlansman» umarmt Schauspieler Samuel L. Jackson.
Wäre akzeptiert: Regisseur Spike Lee (l.) 2019 an den Oscars mit seinem Preis für das Drehbuch von «BlacKkKlansman» umarmt Schauspieler Samuel L. Jackson.
Foto: Reuters

In der wichtigsten Oscar-Kategorie «Bester Film» wird die Messlatte höher gelegt. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences stellte am Dienstag Reformen für die Filmemacher vor, um die Sparte ab dem Wettbewerb im Jahr 2024 vielfältiger zu machen. Ziel ist demnach mehr Diversität bei den Geschlechtern, der sexuellen Orientierung, Minderheiten und Menschen mit Behinderung. Dafür hat die Filmakademie vier Kriterien festgelegt: Vielfalt vor der Kamera, in der Filmcrew, im Produktionsstudio und bei anderen Bereichen zur Filmentwicklung und -veröffentlichung.

Academy-Präsident David Rubin und die Vorstandsvorsitzende Dawn Hudson erklärten, die Inklusionsstandards seien ein «Katalysator» für wesentliche und langanhaltende Veränderungen in der Filmindustrie. Die «Öffnung» müsse breiter werden, «um unsere diverse globale Weltbevölkerung bei der Schaffung von Filmen und das Publikum widerzuspiegeln, das sich mit ihnen verbindet».

Frauen, Minderheiten, Menschen mit Behinderung

Konkret bedeutet der historische Schritt beispielsweise, dass ein Film beim Kriterium Vielfalt vor der Kamera mindestens eine Hauptrolle oder eine wichtige Nebenrolle mit einem Schauspieler einer ethnischen Minderheit besetzen muss. Oder dass mindestens 30 Prozent der Zweitrollen von unterrepräsentierten Gruppen besetzt werden müssen. Möglich ist auch, dass es inhaltlich um eine unterrepräsentierte Gruppe geht – solche sind laut der Filmakademie Frauen, Minderheiten, Menschen mit Behinderung sowie Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender.

Jedes Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences darf in der Kategorie «Bester Film» abstimmen. Empfänger der Auszeichnung sind die Produzenten des Werks. 2020 wurde der südkoreanische Film «Parasite» als erster nicht-englischsprachiger Film ausgezeichnet.

Wegen der Coronavirus-Pandemie ist die Verleihung 2021 um zwei Monate nach hinten verschoben worden, auf den 25. April. Erstmals werden dann auch Filme in der Kategorie «Bester Film» in den Wettbewerb gelassen, die ihre Erstausstrahlung in einem Streaming-Dienst hatten.

DPA