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Beatles bis BeyoncéDie besten Visual Albums der Popgeschichte

Die Kunstform ist fast so alt wie die Popmusik: Wir zeigen, wer den Anfang gemacht hat und empfehlen fünf inspirierende Beispiele.

Prince spielt in «Purple Rain» The Kid, einen talentierten Musiker, der es aber schwer hat im Leben.
Prince spielt in «Purple Rain» The Kid, einen talentierten Musiker, der es aber schwer hat im Leben.
Foto: Filmplakat «Purple Rain»

Soeben präsentierte Beyoncé ihr neues Visual Album «Black Is King». Nicht nur in den sozialen Medien, sondern auch in der internationalen Presse stiess die Veröffentlichung auf grosses Interesse. Sie ist jedoch nicht die einzige Künstlerin, die sich darauf versteht, aus einem Album-Release einen filmischen Event zu machen. Und sie war bei weitem nicht die Erste, die sich dieses Stilmittels bediente. Fünf kuratierte Highlights aus der Geschichte der Visual Albums.

Die Erfinder: The Beatles – «A Hard Day's Night» (1964)

Die Beatles gelten als die Erfinder des Visual Album. Im fiktionalen Schwarzweissfilm zum gleichnamigen Album spielen sich die Bandmitglieder gleich selbst. Die eineinhalbstündige Story: Sie müssen auf Paul McCartneys Grossvater (der nicht von Paul McCartneys tatsächlichem Grossvater gespielt wird) aufpassen, während sie sich eigentlich auf eine Live-TV-Show vorbereiten sollten. Regie führte Richard Lester – er setzte damit einen Meilenstein in der Geschichte moderner Musikvideos.

Die Beatles 1964 bei einem Auftritt in der «Ed Sullivan Show» in New York.
Die Beatles 1964 bei einem Auftritt in der «Ed Sullivan Show» in New York.
Foto: Keystone

Die Rebellen: Pink Floyd – «The Wall» (1982)

Drei Jahre nachdem Pink Floyds Protestalbum «The Wall» erschienen war, schrieb der Sänger der Band, Roger Waters, das Drehbuch für den gleichnamigen, 90-minütigen Film. In der Hauptrolle: Bob Geldof. Er spielt Pink, der vom Tod seines Vaters aus der Bahn geworfen wird. Er isoliert sich, will die Gesellschaft aussperren mit einer Mauer. Eine Welt aus Wahnsinn, die beinahe ohne Dialoge auskommt, dafür von Symbolik und natürlich Pink Floyds Sound lebt. Preisgekrönt mit zwei Bafta Awards.

Der Schillernde: Prince – «Purple Rain» (1984)

Eine hypnotisierende Mischung aus Rock-Musical-Film und Biopic von und über den Ausnahmekünstler Prince. Er spielt während knapp zweier Stunden The Kid, einen talentierten, aber vom Leben geplagten Musiker, der sich gegen Konkurrenten durchsetzen will. Natürlich gelingt ihm der Aufstieg zum Star, untermalt mit epischen Konzertszenen. «Purple Rain» erhielt 1985 einen Oscar für die beste Filmmusik.

Prince bei einem Konzert 1985.
Prince bei einem Konzert 1985.
Foto: Keystone

Die Abgespacten: Daft Punk – «Interstella 5555» (2003)

Eine interstellare Popband wird erst entführt, dann gerettet. Daft Punks Visual Album ist eine gleichzeitig minimale, aber knallige Science-Fiction-Verfilmung des Albums «Discovery», umgesetzt mithilfe japanischer Animationsexperten. Beteiligt etwa waren: Manga-Künstler Leiji Matsumoto, bekannt für seine Illustrationen rund ums Thema Weltraum, und Regisseur Kazuhisa Takenouchi, der auch bei «Dragon Ball» und «Sailor Moon» die Kreationsfäden in der Hand hielt.

Die Digitale: Janelle Monáe – «Dirty Computer» (2018)

Sie singt, rappt, schreibt Songs und war als Schauspielerin in oscargekrönten Filmen wie «Moonlight» und «Hidden Figures» zu sehen. Auch als Produzentin ist US-Künstlerin Janelle Monáe tätig. Den Film zu ihrem dritten Studioalbum «Dirty Computer» bezeichnete der «Rolling Stone» als «futuristisches Emotionsbild›» – mit Meisterwerk-Charakter. Der Ausdruck «Emotionsbild» stammt von Monáe selbst. Das Sci-Fi-Genre inspirierte Monáe bereits als Kind. Künstliche Charaktere zu schaffen, habe ihr geholfen, ihr Anderssein als junge, afroamerikanische Frau in der Musikwelt auszudrücken. Der 45-minütige Film zeichnet mit neuem Soul und Electropop eine Landschaft aus Emotionendie Welt von Android Jane 57821, die ausbrechen will aus einer totalitären Gesellschaft und deren homophoben Gesinnungen. Janelle Monáe ist queer.