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Saisonale KücheDie besten Camping-Rezepte

Ob auf dem Zeltplatz oder für eine Gartenparty: Im Sommer sollte das Kochen einfach gehen – mit diesen sieben Tipps.

Beim Campen oder bei den Ferien im eigenen Garten muss es unkompliziert gehen.
Beim Campen oder bei den Ferien im eigenen Garten muss es unkompliziert gehen.
iStock Images

Camping kann ja vieles heissen: sich nächtens in ein Iglu-Zelt zu rollen, irgendwo draussen in der Natur, mit Campingkocher und nur einer Pfanne. Es sich in einem Hauszelt oder einem Zeltanhänger für mehrere Wochen bequem machen – und auf dem mobilen Gasherd kochen. Oder man verkriecht sich feudal in einen Wohnwagen oder ein anderes Glamping-Gehäuse und kocht fast wie zu Hause (manche bleiben ohnehin dort). Wo auch immer Sie kochen, im Sommer soll es einfach und schnell gehen – wie mit diesen sieben Tipps.

Apérohäppchen

Aprikose, Ziegenkäse, 1 Cranberry und Thymian, fertig. Der Aprikosenhappen ist ein Hit.
Aprikose, Ziegenkäse, 1 Cranberry und Thymian, fertig. Der Aprikosenhappen ist ein Hit.
Foto: PD

Es gibt einen Trick, tolle Häppchen zu erfinden: Man stapelt verschiedene Dinge aufeinander oder spiesst sie auf. Mehrere Komponenten und die richtigen Kombinationen gaukeln einem so vor, dass man gerade etwas richtig Spezielles isst: «Radieschen französischer Art» ist ein gutes Beispiel. 10 Radieschen waschen, Wurzeln und Strünke abschneiden und die Knollen quer halbieren. Auf jede Radieschenhälfte ½ Teelöffel warme (also nicht gekühlte) Butter geben, mit Fleur de Sel oder grobem Meersalz bestreuen. Oder die Aprikosenhappen: Getrocknete Aprikosen belegen mit je 1 TL Frischkäse, 1 getrocknete Cranberry und einem Zweiglein frischen Thymian.

Kräuter-Gemüse-Spiesse

Pflanzliche Perlenkette: Auf Rosmarin aufgespiesste Gemüsestücke.
Pflanzliche Perlenkette: Auf Rosmarin aufgespiesste Gemüsestücke.
Foto: PD

Im Sommer – und speziell im Corona-Sommer – beginnen selbst die ungeübtesten Köche, Kräuterkolonien anzulegen. Auf dem Balkon meist, doch auch vor dem Zelt, spriesst so ein Töpfchen Basilikum recht gut. Oder eben Rosmarin: Für diese Spiesse braucht es ein wenig Geduld, doch sie sehen super aus. Zwei Peperoni und zwei Zwiebeln in Stücke schneiden, je ein Loch hineinstechen und auf ungefähr acht Rosmarinzweige auffädeln. Vorsichtig in der Pfanne braten, überbacken oder auf den Grill legen. (Das Rezept stammt noch einmal aus «Ein Fest im Grünen» von Erin Gleeson.)

Frische Kräuter geben wir auch gerne in ein Glas voll Oliven (und lassen es ein wenig stehen oder braten die Oliven gar vorher kurz an) oder in die Parmesancracker, die wir dieses Jahr fast täglich machen, weil sie so einfach sind: Parmesan in einer unbeschichteten Pfanne anbraten (ungefähr eine Minute pro Seite).

Mojito

Mojito oder was auch immer Sie gerade mixen: Frische Kräuter peppen jeden Drink auf.
Mojito oder was auch immer Sie gerade mixen: Frische Kräuter peppen jeden Drink auf.
Foto: PD

Zu einem Sommerapéro gehören auch Drinks. Zum Beispiel dieser famose Zitronen-Basilikum-Mojito, ebenfalls von Eri Gleeson: Falls möglich, frische Minze- und Basilikumblättchen sowie Zitronenstücklein in Eiswürfel einfrieren. 1 Stängel Basilikum, 1 Stängel Minze, 1 TL Zucker oder Honig, 1 TL Zitronensaft, 3 cl Rum. Eiswürfel dazugeben, mit Mineralwasser auffüllen. Dazu passen Nüsse.

Räucherlachs in Zitronen-Kapern-Marinade

Erst kürzlich entdeckt: das Buch «Urlaubsküche» von Katharina Bodenstein und Jutta Schneider. Ein Juwel. Da wir nicht das ganze Werk aufführen können: hier eines unserer liebsten Rezepte daraus. Es sieht chic aus, schmeckt super und ist schnell gemacht. Dazu träufelt man eine Marinade auf 10 Scheiben geräucherten Lachs (ca. 150 g). Für die Marinade braucht es:

  • 2–3 EL Zitronensaft
  • 2–3 EL Olivenöl
  • 1 Msp scharfer Senf
  • 1 EL fein gezupfter Dill
  • 1 Prise Zucker
  • Salz, Pfeffer
  • 2 TL Kapern
  • 1 EL gehackte Schnittlauchröllchen
  • 1 EL Dillspitzen

Alles zur Marinade verrühren, abschmecken, über den Lauch träufeln. Dann mit Kapern, Schnittlauchröllchen und Dillspitzen bestreuen.

Gegrillte Lachskoteletts

Nicht in der Radkappe gekocht, sondern auf dem Grill: Lachs-Steaks.
Nicht in der Radkappe gekocht, sondern auf dem Grill: Lachs-Steaks.
Foto: Getty Images/iStockphoto

Eines der besten Campingkochbücher ist das mit dem originellsten Titel: Ziggy Zens «How to drink wine out of fish heads while cooking lobster in a Volkswagen hub cap». Frei übersetzt heisst dieses handliche Werk (passt in jede Seitentasche eines Rucksacks): «Wie man Wein aus Fischköpfen trinkt, während man in einer VW-Radkappe Hummer kocht». Das Büchlein haben wir an einem verregneten Tag an Schottlands Westküste gekauft, in einem Fischereigeschäft – es ist wirklich so, auch wenn es erfunden klingen mag. Die Lachskoteletts erstanden wir frisch am Hafen und bereiteten sie auf dem Campingkocher zu (nicht in der Radkappe unseres Busses).

  • Trockener Wermut
  • 6 Atlantiklachs-Koteletts
  • 4 TL geschmolzene Butter
  • 1 TL frischer Zitronenthymian (oder getrocknet)
  • 1 TL Pfeffer
  • 1 Zitrone in dünnen Scheiben

Lachs auf einen Teller legen, mit Butter und Kräutern einreiben, Zitronenscheiben darauf arrangieren. Lose in eine Folie packen, mit Wermut beträufeln und ca. 10–15 Minuten grillieren (oder in der Pfanne braten). Zerbricht der Fisch, wenn man ihn mit einer Gabel berührt, ist er fertig.

Pasta bolognese mit Zitrone und Olio picante

Schmeckt eh am besten draussen: Pasta bolognese.
Schmeckt eh am besten draussen: Pasta bolognese.
Foto: PD/© Jutta Schneider / Michael Will, AT-Verlag

Es soll wissenschaftliche Erklärungen geben, warum Essen an der frischen Luft besser schmeckt als drinnen. Ganz besonders gilt das für Spaghetti (oder eine andere Pastasorte, auf dem Bild sind Capricci zu sehen) bolognese. Man kann sie auch gut auf einem kleinen Kocher machen mit nur einer Pfanne: Zuerst einfach die Sauce herstellen (mit diesen oder weniger Zutaten):

  • 1 Zwiebel, gehackt
  • 3 EL Olivenöl
  • 500 g gemischtes Hackfleisch
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 2 TL Honig
  • 2 Knoblauchzehen, klein geschnitten
  • 2 Zweige Thymian
  • 2 Karotten
  • 1 Petersilienwurzel
  • 2 Staudensellerie
  • ½ geriebene Muskatnuss
  • 6 Fleischtomaten (ca. 600 g) mit oder ohne Haut
  • 5 gehäufte EL Tomatenmark
  • 500 g Pasta
  • 2 TL Zitronensaft
  • 2–4 TL Zucker
  • 2 TL Olio picante (Olivenöl mit Chili)
  • Parmesan

Zwiebeln in Öl glasig dünsten, Hackfleisch und Rosmarin dazugeben, anbraten. Kurz beiseite stellen. Im restlichen Öl Honig erwärmen, Knoblauch, Thymian und Gemüse darin andünsten, Muskatnuss dazureiben. Fleisch zum Gemüse geben, Tomaten, 400 ml Wasser und Tomatenmark beifügen, 20 Minuten köcheln lassen. Teigwaren kochen. Bolognesesauce mit restl. Zutaten abschmecken, zu Pasta geben, servieren. (Das Rezept stammt aus «Urlaubsküche» von Katharina Bodenstein und Jutta Schneider (AT-Verlag).

Fladenbrot in der Pfanne

Fladenbrot vom Campingkocher: Sieht vielleicht nicht so schön aus, schmeckt aber super.  Zu ungefähr allem.
Fladenbrot vom Campingkocher: Sieht vielleicht nicht so schön aus, schmeckt aber super. Zu ungefähr allem.
Foto: Getty Images/iStockphoto

Es ist schon vorgekommen, dass wir beim Campen im Wald plötzlich unglaubliche Lust auf Brot hatten. Seit dann nehmen wir immer und überall die Zutaten mit für eine Pita. Die schmeckt zu fast allem. Und experimentieren mit dem, was halt gerade vorhanden ist. Grundsätzlich geht es so:

  • 180 ml Milch
  • ca. 50 g Butter
  • 300 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 1 TL Salz

Butter in der Milch erhitzen, Salz, Backpulver und Mehl dazugeben, kneten. Ein wenig Öl in eine Pfanne geben und beidseitig braten – je ungefähr zwei Minuten.

Für Fortgeschrittene: Mit dem Omnia-Camping-Backofen, einer schwedischen Erfindung, kann man ganze Desserts backen. Eine Apfeltarte beim Zelten hat was – und ist gleichzeitig ziemlich dekadent. Wir sind gerade ziemlich Fan.