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Lenny Rubin trifft 6-malDie Berner überzeugen bei ihrem WM-Debüt

Der 28:25-Sieg der Schweiz über Österreich ist auch das Verdienst der exzellenten Verteidigung – eines Mannschaftsteils, den die Berner um Abwehrchef Samuel Röthlisberger prägen.

Alen Milosevic und Lenny Rubin feiern den unter diesen Umständen verblüffenden Sieg.
Alen Milosevic und Lenny Rubin feiern den unter diesen Umständen verblüffenden Sieg.
Foto: Keystone

Es sind geradezu groteske Rahmenbedingungen, unter denen die Schweizer am Donnerstagabend ihr Startspiel an der WM bestreiten. 48 Stunden davor wussten sie noch nicht mal, dass sie teilnehmen würden. Sie rückten am Mittwochmorgen in Schaffhausen ein, flogen am Tag ihres ersten Auftritts von Zürich nach Ägypten und reisten aus Zeitgründen direkt in die Halle, ohne die Hotelzimmer beziehen zu können.

Die Leistung, die sie gegen das solide Österreich abrufen, ist entsprechend bemerkenswert. Die Auswahl Michael Suters bezwingt den Nachbarn 28:25 und hat sehr gute Perspektiven, an der Hauptrunde dabei zu sein.

Im ersten WM-Auftritt eines Schweizer Handball-Nationalteams seit 1995 demonstrieren die Berner, welch Gewicht sie innerhalb des Ensembles haben. Angeführt vom Oberaargauer Samuel Röthlisberger gelingt der Mannschaft eine ausgezeichnete Defensivleistung. Lenny Rubin und Alen Milosevic, zwei weitere Berner, gefallen in der Deckung gleichfalls, langen immer wieder ordentlich und vor allen Dingen erfolgreich zu.

Rubin setzt gerade in der zweiten Halbzeit, da die Schweiz die Differenz schafft, auch im Angriff Akzente. Fünf Tore erzielt der Thuner allein nach der Pause. Mit seinen sechs Treffern ist er der zweitbeste Schütze im Team.

Keine gute Darbietung glückt Nikola Portner, dem Captain. Der Keeper aus Grosshöchstetten weicht nach rund einem Drittel Spielzeit Aurel Bringolf; er kam nie auf Touren. Steigerungspotenzial hat auch der bei Wacker Thun unter Vertrag stehende Luzerner Nicolas Raemy. Der begabte Linkshänder trifft früh und bereitet in der Folge einige Tore sehenswert vor, bekundet aber Pech im Abschluss und bei strittigen Schiedsrichterentscheidungen.

Am Samstag treffen die Schweizer auf Norwegen – nachdem sie endlich auch mal ein Training werden bestreiten haben können. Gegen den Mitfavoriten benötigen sie erneut eine formidable Deckung – und einen Portner in Topverfassung.