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Zuversichtlicher MotorradpilotDerzeit fährt Aegerter im Gelände statt auf dem E-Bike

Der Oberaargauer Dominique Aegerter wartet wie viele andere Sportler auf den Saisonstart. Die Moto-E-Serie könnte im August in Österreich starten.

Dominique Aegerter bei einer Testfahrt auf dem Moto-E-Bike vor der Coronakrise
Dominique Aegerter bei einer Testfahrt auf dem Moto-E-Bike vor der Coronakrise
Bild: zvg

Wenn Dominique Aegerter derzeit auf ein Renngerät steigt, ist es nicht das E-Motorrad, mit dem er in der Saison 2020 international antreten will. Er trainiert in Niederbipp auf einer Motocross- und in Roggwil auf einer Supermotard-Strecke. Aegerter tut dies gerne. «Dadurch kann ich wieder das Fahrgefühl bei hoher Geschwindigkeit spüren», sagt der 29-jährige Oberaargauer. «Auch als Konditionstraining eignet sich Motocross gut.» Und so kann er die Zeit überbrücken, bis er sich wieder seinem eigentlichen Metier widmen kann.

Aegerter fährt in diesem Jahr für das deutsche Dynavolt-Intact-Team in der noch weitgehend unbekannten Moto-E-Serie, nachdem er in der Moto-2-WM keinen Platz mehr in einem Team gefunden hatte. Auf den spanischen Strecken Valencia, Barcelona und Jerez absolvierte er erste Tests mit dem elektrischen Motorrad. Dieses ist anders zu fahren als ein konventionelles Rennmotorrad. Mit 260 kg ist es fast doppelt so schwer; in den Kurven verhält es sich anders. «Und ich habe das Schalten und den Sound des Motors verpasst», sagt Aegerter.

In den Testfahrten fand er sich immer besser zurecht und fuhr gute Zeiten. Doch dann kam Corona. Und auch im Leben des Rohrbachers verlief einiges anders als geplant. Das begann damit, dass er Spanien vorerst nicht mehr verlassen konnte. Von Jerez im Süden gelangte er Mitte März noch nach Barcelona, aber nicht mehr in die Schweiz zurück.

In seinem Appartement in der katalanischen Metropole trainierte er auf der Rolle; dazu konnte ihn sein Trainer mit Geräten versorgen, sodass er sich auf dem Rasen vor dem Haus fit halten konnte. Wegen der harten Ausgangssperre in Spanien waren Joggen und Radfahren im Freien jedoch nicht möglich. Anfang April konnte er schliesslich in die Heimat zurückkehren.

Im Moment geht es

Und wartet seither darauf, dass die Saison endlich losgeht. Finanziell ist Aegerter derzeit noch nicht in Schwierigkeiten geraten. «Im Moment geht es. Ich lebe im Elternhaus und brauche hier nicht viel Geld», schildert er seine momentane Situation. Trotz des «Abstiegs» von der Moto-2- in die Moto-E-Serie sind ihm einige wichtige Sponsoren treu geblieben. Ewig dürfe dieser Zustand aber nicht andauern, sagt Aegerter.

In den letzten zwei Jahren musste er einiges an Mitteln investieren, um bei Kiefer Racing und MV Agusta in der Moto 2 fahren zu dürfen. In dieser Saison bezieht er von Dynavolt-Impact kein Grundgehalt; bei Podestplätzen erhält er Prämien. Dazu ist er Superbike-Testfahrer für Honda und Ersatzmann im Moto-2-Team von Tom Lüthi und Marcel Schrötter.

In der Moto-E-Klasse sind derzeit fünf Rennen vorgesehen. Gestartet werden soll am 16. August in Spielberg in Österreich, wo auch die Formel 1 am 5. Juli die Saison beginnen will. Daneben sind zwei Läufe in Valencia (Spanien) und Misano (Italien) geplant. Also in Ländern mit hohen Corona-Fallzahlen. In Spanien wurden jedoch inzwischen die Rennstrecken für Trainings wieder freigegeben. Sollte es zu keiner zweiten Infektionswelle kommen, sind die Chancen intakt, dass ohne Zuschauer gefahren werden kann.

Zurück in die Moto 2

Aegerters Ziel ist klar, er will 2021 wieder in der Moto-2-WM fahren. Mit bald 30 Jahren macht er sich zunehmend Gedanken über die Zukunft; er ist daran, eine Rennschule für Nachwuchsfahrer aufzubauen. Noch will der Oberaargauer aber selbst wettkampfmässig die Strecken befahren und sich im Spätsommer wieder für jene Klasse aufdrängen, in der er auch in diesem Jahr am liebsten gestartet wäre.

Dominique Aegerter ist zuversichtlich, dass in diesem Jahr noch gefahren werden kann.
Dominique Aegerter ist zuversichtlich, dass in diesem Jahr noch gefahren werden kann.
Bild: zvg