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Sieg des SC LangenthalDer vorerst letzte Jubel vor Publikum

Der SC Langenthal hat das Derby gegen den EHC Olten 4:3 gewonnen. Die Zuschauer genossen es, noch einmal in die Halle zu kommen.

Langenthals Captain Stefan Tschannen freut sich über seinen Treffer zum 4:2.
Langenthals Captain Stefan Tschannen freut sich über seinen Treffer zum 4:2.
Foto: Urs Lindt/freshfocus

Es war ein spezieller Abend in der Schorenhalle: Ein letztes Mal für mindestens einen Monat sorgten die noch 1000 zugelassenen Fans für mächtig Stimmung. Sie genossen es, nochmals in die Halle kommen zu dürfen. Denn ab Mitternacht waren im Kanton Bern vorderhand nur noch Geisterspiele zugelassen.

Der erste Jubel brandete fast synchron mit dem ersten Bully durch das Stadion: Nach – wie der Stadionspeaker zweimal erwähnte – «8,3 Sekunden» traf SCL-Rückkehrer Marc Kämpf zur 1:0-Führung für das Team von Trainer Jeff Campbell. Nach drei Minuten lagen die Oberaargauer im Derby bereits um zwei Längen vorn und bis zur ersten Pause führte Gelb-Blau 3:0.

Doch über allem lag die spürbare Spannung des Ungewissen der Lage. «Wir spielen am Sonntag den Cup-Achtelfinal gegen Zug normal», erklärte SCL-Geschäftsführer Peter Zulauf bereits vor dem Spiel. Vorerst – so informierte auch der Schweizerische Eishockeyverband – wird weitergespielt.

Dramatische Minuten

Im mittleren Abschnitt bäumte sich der EHCO auf. Dion Knelsen sorgte mit zwei Assists dafür, dass den Gästen der Anschluss gelingt.

Im Wissen, dass es das letzte Spiel mit Publikum für lange Zeit ist, sorgten die Matchbesucher im Schlussabschnitt noch einmal für eine mitreissende Atmosphäre. Clever von Vincenzo Küng nahe an den Pfosten angespielt, hob SCL-Captain und Topskorer Stefan Tschannen die Scheibe am sich verschiebenden Olten-Torhüter Silas Matthys vorbei zur 4:2-Führung ins Tor. Leonardo Fuhrer verkürzte für die Gäste noch auf 4:3; der SCL aber holte alle drei Punkte.

Bedenken für die Zukunft

Tschannen freute sich über den Sieg, «doch es sind nun gemischte Gefühle, wir haben Bedenken, was die Zukunft diese Saison anbelangt. Ich persönlich glaube nicht, dass sich die Situation bis am 23. November wirklich verbessert. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es weitergeht, wenn so viele Teams in Quarantäne sind. Das ist sehr bedenklich, aber wir können es nicht kontrollieren.»

Und Verteidiger Luca Christen, der die Nachwuchsstufen in Langenthal durchlief und nun vorerst auf «sein» Publikum in der Schorenhalle verzichten muss, sagte: «Es ist schade, aber logisch, dass nun Massnahmen ergriffen werden müssen. Wir müssen es akzeptieren und wir versuchen auch ohne die Unterstützung der Publikums zu gewinnen.»

Tessin statt Sierre

Die Covid-19-Situation führte gestern auch zu einer Neuansetzung. Am Donnerstag wurde bekannt, dass Sierre gleich fünf Corona-Fälle zu verkraften hat. Der Quarantäne fällt auch das eigentlich geplante Auswärtsspiel des SC Langenthal zum Opfer. Stattdessen reist der SCL nun am Dienstag zu den Ticino Rockets, da auch dieses Team von einer Verschiebung (wegen dem EHC Winterthur) betroffen ist.