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Der singende Psychiater

Vor 37 Jahren komponierte Dominique Grandjean «Campari Soda», die heimliche Landeshymne. Jetzt macht er wieder Musik.

Er selber hört keine Popmusik mehr, er findet sie eintönig: Dominique Grandjean. (Video: Jan Derrer, Doris Fanconi)

Ein kleiner Mann mit Seitenscheitel und dunklen Augen, Vater und Psychiater, hat das schönste Lied der Schweiz geschrieben. Es handelt vom Stillstand beim Davonfliegen, vom Schwanken des Flugzeugs über dem Nebelmeer, vom Summen des Ventilators. Es erzählt vom endlosen Moment. «Campari Soda» hat zwei Strophen, die erste wird zweimal wiederholt mit minimen Variationen. Dreimal singt der Sänger den Satz in seinem scheuen Zürichdeutsch, der ihn seit bald vierzig Jahren verfolgt, auf den er immer wieder hindefiniert wird, obwohl der Satz ihn zum Verschwinden bringt:

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