«Der Schlaf entzieht sich unserer Kontrolle»

Kurzschläfer schaden der Wirtschaft, warnt Psychologe Theo Wehner. Warum sich Firmen zwar um Äpfel und Yoga, aber kaum um Schlaf kümmern.

Ausstellung zum Thema Schlaf in Pfäffikon SZ: Viele Schweizer haben Schlafprobleme. Foto: Manuela Matt

Ausstellung zum Thema Schlaf in Pfäffikon SZ: Viele Schweizer haben Schlafprobleme. Foto: Manuela Matt

Für viele Manager ist Schlaf angeblich Zeitverschwendung. Die Folgen von Schlafmangel sind aber laut Arbeitspsychologe Theo Wehner gravierend. Im Interview kritisiert er, dass nicht einmal jedes zehnte Unternehmen den Schlaf thematisiere.

Viele Manager kokettieren damit, wie wenig Schlaf sie brauchen. Uhren-Manager Jean-Claude Biver zum Beispiel sagte in Interviews, er stehe täglich um 3 Uhr auf und beginne um 4 Uhr mit der Arbeit, so habe er jeden Tag zwei Stunden Vorsprung auf die Konkurrenz. Was halten Sie davon?
Die Schlafforschung gibt da eindeutige Antworten. Wer eine Woche lang jede Nacht markant zu wenig schläft oder einmalig 24 Stunden am Stück wach bleibt, ist danach in gleichem Masse handicapiert wie ein Ausgeschlafener mit 1,0 Promille Alkohol im Blut. Würden Sie einen Liter Bier auf nüchternen Magen trinken, bevor Sie wichtige Entscheidungen zu fällen haben? Das ist für die meisten eine absurde Vorstellung. Zu wenig zu schlafen dagegen wird oft als Zeichen von Stärke, Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit empfunden, kurz: heroisiert. Das ist ein fataler Irrtum.

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