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Bankier-Vereinigung in der KriseDer Krieg des Geldadels

Nach dem Austritt der Raiffeisenbanken hängt der Haussegen bei den Bankiers schief. Die mächtige Lobby-Organisation hat mit einem Schlag die drittwichtigste Bankengruppe als Mitglied verloren.

Kommt es zu einem Gegenverband? Herbert Scheidt, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung.
Kommt es zu einem Gegenverband? Herbert Scheidt, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung.
Foto: Siggi Bucher (Keystone)

Als das Sekretariat von Raiffeisen-Präsident Guy Lachappelle am vorletzten Freitag um einen Termin bat, dachte sich Bankier-Präsident Herbert Scheidt nichts Böses. Montag um 8.30 Uhr kam es dann aber nach kurzer Einleitung zum Knall. Lachappelle teilte dem Bankier-Präsident seinen Entscheid mit, dass die Raiffeisen-Banken nach 100 Jahren aus der Bankiervereinigung austrete. Zwei Stunden später schob Lachapelle in einem Brief seine schriftliche Begründung nach. Dieser endet mit der vernichtenden Feststellung: «Raiffeisen erhöht mit dem Austritt die Kosteneffizienz. Heute steht Aufwand nicht in einem optimalen Verhältnis zum Nutzen.» Im Klartext: Der einst mächtigste Branchenverband, der immer einen direkten Zugang zum Bundesrat hatte, ist aus Sicht der drittgrössten Schweizer Bank sein Geld nicht mehr wert.

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