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OHA 2020 definitiv abgesagtDer Entscheid fiel den Machern schwer

Die Oberländische Herbstausstellung (OHA) findet dieses Jahr nicht statt. Geschäftsführer Gerhard Engemann will nicht schwarzmalen, spricht aber auch von einem harten Entscheid.

Das stimmungsvolle Zusammensein an der OHA (im Bild eine Aufnahme der Ausgabe 2019) wird es im laufenden Jahr coronabedingt nicht geben.
Das stimmungsvolle Zusammensein an der OHA (im Bild eine Aufnahme der Ausgabe 2019) wird es im laufenden Jahr coronabedingt nicht geben.
Foto: Patric Spahni

Noch vor einer Woche war Gerhard Engemann optimistisch: «Solange eine Chance besteht, glauben wir daran, dass sie stattfinden wird», erklärte der Geschäftsführer der OHA Thun Expo Genossenschaft in dieser Zeitung mit Blick auf die zweitgrösste Konsumgütermesse im Kanton Bern.

Nach den jüngsten Entscheiden des Bundesrats zur Corona-Pandemie – darunter ein Verbot von Veranstaltungen mit über 1000 Personen bis Ende August – hat der Wind aber definitiv gedreht. «Die 61. Oberländische Herbstausstellung (OHA) wird dieses Jahr nicht stattfinden», teilte die Genossenschaft am Freitagmittag mit. Wer ihn und das OHA-Team kenne, wisse, dass es ein harter Entscheid sei, wird Engemann zitiert.

Einstimmig entschieden

Angesetzt war die OHA auf den Zeitraum vom 28. August bis zum 6. September. «Unsere Aussteller und auch wir wollen Planungssicherheit», sagt Gerhard Engemann nun. «Wir wissen nicht, wie die Situation im September aussieht und was zu diesem Zeitpunkt auf dem Thun-Expo-Gelände möglich sein wird.»

Der Verwaltungsrat der Genossenschaft habe durchaus Alternativen diskutiert, etwa eine Verkürzung oder eine Verschiebung der Messe, wobei auch bei diesen Varianten die Planungssicherheit gefehlt hätte. Letztlich hat der Verwaltungsrat den Entscheid zur Absage am Donnerstagabend einstimmig gefällt.

«Wir machen lieber keine OHA anstatt nur eine halbbatzige!»

Gerhard Engemann, Geschäftsführer OHA Thun Expo Genossenschaft

Dennoch stellt sich die Frage, ob die Ausgabe 2020 mit einem ausgeklügelten Schutzkonzept und entsprechenden Massnahmen nicht doch hätte durchgeführt werden können. Engemann antwortet mit einem Vergleich: «Das Herz der OHA ist, dass Leute sich treffen und zusammen essen, trinken, plaudern.»

Es werde degustiert und gemeinsam gelacht. Bei all dem seien Hygiene- und Abstandsregeln von zwei Metern schlicht nicht umsetzbar. «Für uns ist deshalb klar: Wir machen lieber keine OHA anstatt nur eine halbbatzige!», so Engemann.

Das «schlimmste Jahr»

Wie andere Messen litt auch die Oberländische Herbstausstellung in den vergangenen Jahren unter einem Besucherrückgang. 2019 zählten die Veranstalter total noch rund 42’000 Eintritte. An Spitzentagen vermochte die Messe zuletzt 7500 bis 8000 Menschen anzulocken.

Nichtsdestotrotz ist die OHA der wichtigste Anlass für die Genossenschaft. Gerhard Engemann spricht von «massiven Einnahmeeinbussen», die auf die Genossenschaft zukommen. Genauer beziffern konnte er die Ausfälle noch nicht.

Der Geschäftsführer will jedoch nicht schwarzmalen: «Wir wussten schon seit einiger Zeit um das Risiko einer Absage und schlossen noch keine Verträge mit Lieferanten ab.» Der Schaden halte sich daher zum Glück in Grenzen.

Für die Aussteller wiederum habe die Absage keine finanziellen Konsequenzen zur Folge; die bisherigen Aufwände würden durch die Thun-Expo getragen. Dennoch wird 2020 laut Engemann als das «schlimmste Jahr» in die Geschichte der 1994 gegründeten Genossenschaft eingehen. Das schlechteste folgt somit auf das erfolgreichste Jahr. Engemann hofft nun, dass ab dem 8. Juni zumindest kleinere Anlässe wie etwa Lotto-Matches wieder stattfinden können.

Die 61. Ausgabe der OHA ist neu vom 27. August bis am 5. September 2021 geplant.