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Hirscher auf AbwegenDer Adrenalin-Freak kanns nicht lassen

Marcel Hirscher fährt seit letztem September keine Skirennen mehr. Der Österreicher holt sich deshalb auf andere Weise den Adrenalinkick – zuletzt mit einer atemberaubenden Kletteraktion.

Hirscher wagte sich am Donnerkogel auf den «Stairway to Heaven». Das braucht Mut.
Hirscher wagte sich am Donnerkogel auf den «Stairway to Heaven». Das braucht Mut.
Foto: Instagram
Den Adrenalinkick holt sich der Österreicher auch anderweitig, zum Beispiel auf einem Rennmotorrad. Damit hatte er zuvor laut eigener Aussage keinerlei Erfahrung.
Den Adrenalinkick holt sich der Österreicher auch anderweitig, zum Beispiel auf einem Rennmotorrad. Damit hatte er zuvor laut eigener Aussage keinerlei Erfahrung.
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Es geht aber auch zu Fuss und mit neuer Frisur auf den Berg.
Es geht aber auch zu Fuss und mit neuer Frisur auf den Berg.
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Achtmal Gesamtweltcupsieger, 67 Weltcupsiege, Rekordsieger an alpinen Weltmeisterschaften – Marcel Hirscher hat alles gewonnen, was man in Skirennen gewinnen kann. Alles? Nicht ganz. Ein Abfahrtstriumph im Weltcup blieb ihm verwehrt. Das ist nicht weiter erstaunlich, verzichtete der Österreicher doch zumeist auf Speedrennen.

Einen einzigen Super-G-Sieg im Weltcup konnte er verbuchen. Nichtsdestotrotz gewann er in der Saison 2015/16 sogar die kleine Super-G-Kugel. Zudem holte er sich WM-Silber 2009 in der zweitschnellsten Disziplin. Aber auch wenn der heute 31-Jährige nicht regelmässig Speedrennen absolvierte, so liebte er den Adrenalinkick. Seit er vom Skirennzirkus im letzten September zurückgetreten ist, muss sich Hirscher diesen anderweitig suchen.

«Am Anfang war es ein Horror»

Der Ex-Skirennfahrer gab kürzlich zu, dass er mit der «Pension» zu kämpfen habe. «Am Anfang war es ein Horror. Es war wirklich sehr, sehr schwierig, speziell weil man als Profisportler glaubt, man muss das Maximum aus jedem einzelnen Tag herausholen», gab er im «Red Bulletin» zu Protokoll. Er gab zudem zu, seine Mitmenschen zu nerven. «Dienstleister, Handwerker, Arbeiter, Leute, die einfach ihren Job machen. Im Umgang mit ihnen habe ich sehr bald bemerkt, eigentlich sind nicht die komisch, sondern ich bin schräg drauf.» Also geht er raus in die Natur und sucht sich den Kick – auch jetzt während der Corona-Pandemie.

Zuletzt hat Hirscher, der im Juni 2018 heiratete und seit Oktober 2018 auch Vater ist, die berüchtigte Himmelsleiter am Donnerkogel in seiner Heimat bezwungen. Er wagte sich auf den berüchtigten «Stairway to Heaven» am 2054 m hohen Berg in der Steiermark. An seine Instagram-Follower schrieb der 31-Jährige: «Wenn ihr es noch nicht probiert habt...»

Skitouren und Bergsteigen gehören für Hirscher zum Standard, wenn er sich körperlich betätigt. Natürlich fährt er gelegentlich auch auf Ski den Hang oder Berg hinunter. Wenn er noch mehr Speed benötigt, zeigt sich der geborene Salzburger äusserst mutig und wagt sich auf andere, noch schnellere Gefährte.

Sei es im Schnee mit einem Rallye-Rennwagen:

Oder sogar auf einem Rennmotorrad. Damit hatte er nach eigener Aussage zuvor keinerlei Erfahrung.

Dabei bleibt es nicht, auch Motocross hat der Österreicher schon ausprobiert. Es scheint so, als müsse sich Hirscher immer noch weiter steigern können. Um das zu gewährleisten, hält er sich weiter fit. Dabei greift er zuweilen auch auf unkonventionelle Trainingsmethoden zurück.