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Köniz investiert weiterDen ganzen Tag im «Zündhölzli»-Schulhaus

Der Erweiterungsbau beim Dorfschulhaus ist fertig, die Ganztagesschule kann beginnen: In Wabern brechen am Montag neue Zeiten an.

Filigrane Holzfassade. Der Erweiterungsbau beim Dorfschulhaus in Wabern heisst nicht ohne Grund «Zündhölzli».
Filigrane Holzfassade. Der Erweiterungsbau beim Dorfschulhaus in Wabern heisst nicht ohne Grund «Zündhölzli».
Foto: PD

Ob Köniz tatsächlich schon wieder ein neues Schulhaus bauen müsse? Das fragten die einen. Derweil die anderen entgegenhielten: Eigentlich müsste man viel grösser denken und gleich etwas Richtiges hinstellen.

In diesem Spannungsfeld habe Köniz das «Zündhölzli»-Gebäude entwickelt und vorangetrieben, erklärte Gemeinderat Thomas Brönnimann (GLP) am Donnerstag vor den Medien. Sichtlich gut gelaunt und auch ein wenig stolz fügte er an: «Nach nur gut drei Jahren können wir den Erweiterungsbau zum Dorfschulhaus in Wabern am Montag eröffnen.»

Das nach seiner filigranen Holzfassade benannte, rund 6 Millionen Franken teure Gebäude bildet den vorläufigen Abschluss in einer stattlichen Reihe von Investitionen in die Könizer Schulen. «Zusammengerechnet kommen wir in den letzten zehn Jahren auf 80 Millionen Franken», rechnete Brönnimann vor. Davon entfallen allein 26,5 Millionen Franken auf das neue Schulhaus im Ried bei Niederwangen, das ebenfalls am Montag in Betrieb geht.

Und das ist noch längst nicht das Ende, wie Brönnimann weiter ausführte. «Bis 2026 geben wir nochmals rund 85 Millionen Franken aus.»

Drei Klassen zum Start

Köniz boome und Wabern boome, sagte Brönnimann mit Blick darauf, dass die weitläufige Gemeinde und ihr grösstes Quartier seit Jahr und Tag wachsen. Verdichtungen und Neubauten auf dem Gurtenareal, im Bächtelenpark oder am Nesslerenweg hätten in Wabern zu einem akuten Mangel an Schulraum geführt. Damit sei der Erweiterungsbau überhaupt erst zum Thema geworden.

Viel Platz: Die Räume für die Ganztagesschule wirken grosszügig und hell.
Viel Platz: Die Räume für die Ganztagesschule wirken grosszügig und hell.
Foto: PD

Ursprünglich wollte die Gemeinde allerdings reguläre Klassenzimmer sowie Räume für die Tagesschule schaffen. Dann wurde in der Politik der Ruf nach einer Ganztagesschule laut: In der Folge entschied Köniz, das gewünschte Pilotprojekt in Wabern zu lancieren und das «Zündhölzli»-Gebäude zum Ganztagesschulhaus zu machen.

Mit dem Beginn des neuen Schuljahrs werden hier ab Montag die ersten drei Klassen nach diesem Modell unterrichtet.

Konstante Teams

Ganztagesschule heisst nach Könizer Lesart: Die Kinder werden montags, dienstags und donnerstags von 8.20 bis 16 Uhr sowie mittwochs und freitags von 8.20 bis 11.50 Uhr fix in ihren Klassen unterrichtet und betreut. Bei Bedarf können die – in der Regel berufstätigen – Eltern an allen Wochentagen morgens ab 7 Uhr und abends bis 18 Uhr weitere Zeiten dazubuchen.

Gegenüber der konventionellen Tagesschule, bei der die Eltern nur Module wie das Mittagessen oder einzelne Stunden an den freien Nachmittagen buchen können, habe die Ganztagesschule einen grossen Vorteil, erläuterte Gemeinderat Hans Peter Kohler (FDP). «Die Kinder bleiben in ihrem konstanten Verband und profitieren von einem konstanten Team von Lehrkräften und Betreuungspersonen.»

In Harmonie: Auch mit dem Neubau bleibt der Blick zum alten Dorfschulhaus mit dem charakteristischen Türmchen frei.
In Harmonie: Auch mit dem Neubau bleibt der Blick zum alten Dorfschulhaus mit dem charakteristischen Türmchen frei.
Foto: PD

Welchen pädagogischen Mehrwert dies bringt, wird Köniz nun im Verlauf des Pilotprojekts erheben, so Kohler weiter. Gleichzeitig wolle man sich über die Kosten klar werden. All diese Erhebungen seien nicht zuletzt mit Blick auf mögliche weitere Ganztagesschulen wichtig: «Die Politik fragt immer sofort, was sie für welches Geld bekommt. Und wo der Mehrwert liegt.»

Kohler zeigte sich überzeugt: Wenn das Pilotprojekt gut laufe, werde die Ganztagesschule wohl bald auch an anderen Standorten in der Gemeinde Köniz eingeführt. Die Nachfrage in Wabern wertet er auf alle Fälle als gutes Zeichen. Rund 50 Kinder sind beim Start am Montag dabei, sie besuchen die Basisstufe und eine gemischte 3./4. Klasse.