Ihr Browser ist veraltet. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser auf die neueste Version, oder wechseln Sie auf einen anderen Browser wie ChromeSafariFirefox oder Edge um Sicherheitslücken zu vermeiden und eine bestmögliche Performance zu gewährleisten.

Zum Hauptinhalt springen

Foto-Adventskalender, Tag 2Das Wärterhäuschen

Leider ist der Ort, wo das Häuschen stand, nicht genau bekannt. Oder vielleicht steht es sogar noch?
Das Häuschen wurde bewohnt von vier Kindern.  
Eine Frau wohnte mit den Kindern dort. Hier holte sie gerade bei der Quelle frisches Wasser. 
Wie die Frau oder ihre Kinder hiessen, das wissen wir leider nicht, aber es schien ihnen recht gut zu gehen. 
Es war fast ein Idyll. 
Mit wunderschönen Geranien auf dem Fensterbrett. 
Die Frau gibt das Signal weiter. Laut schrillt es durch den Wald. Ein gutes Stück weiter an der Bahnstrecke, in einem anderen Wärterhäuschen, unterbrach dann jemand anderes sein Tun, erhob sich und begab sich seinerseits zu Barrieren und Läutwerk. 
Die Frau schloss und öffnete die Barrieren durch ihre Körperkraft. In der linken Hand vermutlich der Bolzen, der die Barrieren arretierte, wenn sie oben waren. 
Waren die Barrieren zu, musste man schauen, dass die Kinder in Sicherheit waren. 
Dann kam der Zug. 
Er fuhr vorbei, als würde er zu einer anderen Welt in anderen Sphären gehören. 
War der Zug vorbei, konnte die Frau sich wieder ihren eigentlichen Interessen und Arbeiten zuwenden. 
Bis das nächste Signal erscholl und das Kommen eines Zuges ankündigte. 
Dann kam ein anderer Zug. 
Und später noch einer, den ganzen Tag immer so weiter. 
Dazwischen wurde die Wäsche gemacht. Hoffentlich hatte ihr Mann gut aufgepasst auf die Züge. 
Die männlichen Bewohner der Bahnwärterhäuschen waren meistens Streckenwärter. Sie gingen täglich eine bestimmte Strecke zu Fuss ab und verrichteten Unterhaltsarbeiten an den Gleisen. 
Da ist schon der nächste Zug. 
Wir springen auf den übernächsten vorbeifahrenden Zug auf und verlassen das Wärterhäuschen im Wald, wo es bald wieder still gewesen sein wird – bis zum nächsten Zug.