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Streaming-Tipps im JuliDas sind die Serien des Monats

In der dritten Staffel von «Dark» gibt es noch einen neuen Hirnknoten. Und «Avenue 5» zeigt Hugh Laurie von seiner albernsten Seite.

Hugh Laurie als überforderter Raumschiffkapitän in «Avenue 5».
Hugh Laurie als überforderter Raumschiffkapitän in «Avenue 5».
Foto: Sky

«Dark», dritte Staffel

In der dritten Staffel der deutschen Netflix-Serie «Dark» wird es noch komplizierter.
In der dritten Staffel der deutschen Netflix-Serie «Dark» wird es noch komplizierter.
Foto: Netflix

Was passiert: Zwei Staffeln lang ist Jonas (Louis Hofmann) schon durch die Zeit gereist und hat nach dem «Knoten» gesucht, dem Ursprung aller Probleme in der tristen Kleinstadt Winden. Im finalen Akt der Geschichte kommt jedoch ein neuer Hirnknoten für alle Seriengucker hinzu, die bei all den Zeitsträngen und -sprüngen versuchen, den Überblick zu behalten: Jonas wird von seinem Schwarm Martha (Lisa Vicari) besucht – nur stammt diese Martha aus einer Parallelwelt, die Jonas Welt in der Stadt und seinen Bewohnern gleicht, aber doch ganz anders ist.

Heimlicher Star: Bartosz Tiedemann (Paul Lux). Auch er hat einen Doppelgänger in der Parallelwelt. Der ist aber in seinem kratzigen Wollpullover so verklemmt und unterwürfig im Vergleich zum arroganten Bartosz aus der Ursprungswelt, dass einem ein seltener Schmunzler in dieser so bedrückenden Serie widerfahren könnte.

Nicht geeignet für: Angehörige von Grossfamilien, die sich schon beim Bestimmen von Verwandtschaftsgraden der eigenen Familie schwertun, geschweige denn beim richtigen Zuordnen von Namen und Gesichtern.

Zu sehen bei Netflix, acht Folgen.

«Ausgebremst»

Blöde Welt: Maria Furtwängler in der teils improvisierten Miniserie «Ausgebremst».
Blöde Welt: Maria Furtwängler in der teils improvisierten Miniserie «Ausgebremst».
Foto: NDR/2020 Turner Broadcasting Sys

Was passiert: Ständig hat sie in den zehnminütigen Filmchen Menschen auf dem Schirm, die eigentlich zur Telefonseelsorge wollen. Die Folge sind skurrile Gespräche und Einblicke ins seltsame Leben sehr besonderer Menschen, die unter anderem von Ulrike Folkerts, Annette Frier und Maren Kroymann dargestellt werden.

Heimlicher Star: Die Musik. Immer wieder mal steht Johnny Brandenburg als Strassenmusiker herum und intoniert Songs, die das Geschehen kommentieren. Dazu gehört der Countryklassiker «If I Needed You» ebenso wie in einer punkigen Folge der Dead-Kennedys-Hit «Too Drunk To Fuck».

Nicht geeignet für: Quickie-Feinde. Nur rund zehn Minuten dauern die in Corona-Zeiten fix gedrehten Folgen, haben es aber doppelt in sich.

Zu sehen auf dem Youtube-Kanal von TNT, fünf Folgen.

«The Great»

Historisch nicht ganz korrekt: «The Great».
Historisch nicht ganz korrekt: «The Great».
Foto: Starzplay

Was passiert: Die junge Frau, die später Katharina die Große sein wird, kommt voller Mädchenblütenträume von Aufklärung, Gleichberechtigung und romantischer Liebe nach Moskau, um Peter III. zu heiraten. Der aber ist ein dekadenter Soziopath mit Mutter- und Vaterkomplex, der die Tische beim Bankett gern mit den abgeschlagenen Köpfen gegnerischer Soldaten dekoriert. Die Zarin muss also etwas tun und plant in anfangs ungeschickter, aber heiterer Manier einen Coup.

Heimlicher Star: Katharinas Kammerzofe und vormalige Hofdame Marial, die mit ihrer ganzen Familie degradiert wurde, weil ihr Vater etwas wirklich Unzüchtiges angestellt hat. Als ihre Herrin sich wegen ihrer enttäuschten Illusionen mit einem Brieföffner Gewalt antun will, lässt Marial den Diener einen Eimer für das zu erwartende Blut bringen – und weckt in seiner Abwesenheit Katharinas Lebensgeister, indem sie ihr den Plan zum Sturz ihres Mannes eingibt.

Nicht geeignet für: Geschichtsnerds. Die Serie nimmt sich im Dienste der besseren Story grosse Freiheiten.

Zu sehen über Starzplay auf UPC, zehn Folgen.

«Dead to Me», zweite Staffel

Auch in der zweiten Staffel der Netflix-Serie «Dead to Me» sind die Männer nebensächlich.
Auch in der zweiten Staffel der Netflix-Serie «Dead to Me» sind die Männer nebensächlich.
Foto: Netflix

Was passiert: Weil die beiden Freundinnen Jen und Judy (Christina Applegate und Linda Cardellini) um ihre Freundschaft ringen und einen Mord vertuschen müssen, wird es in der zweiten Staffel einerseits spannender, andererseits auch sehr viel lustiger. Man muss sich nur kurz daran gewöhnen, dass eine Figur in bester Seifenoper-Tradition in Gestalt des eigenen Zwillingsbruders wieder auftaucht.

Heimlicher Star: Detective Perez (Diana-Maria Riva), die Ermittlerin in eben diesem Mordfall, die in der zweiten Staffel eine nahezu unglaubliche, aber unterhaltsame eigene Geschichte bekommt und näher an die beiden Hauptfiguren heranrückt. Die Männer in «Dead to Me» spielen ja ohnehin eher Nebenrollen oder sind verdientermassen tot.

Nicht geeignet für: Krimi-Nerds, deren Hobby es ist, auf die «continuity» zu achten.

Zu sehen bei Netflix, zehn Folgen.

«Avenue 5»

Gute Neuigkeiten hat Hugh Laurie («Dr. House») in «Avenue 5» eigentlich nie zu verkünden.
Gute Neuigkeiten hat Hugh Laurie («Dr. House») in «Avenue 5» eigentlich nie zu verkünden.
Foto: Sky

Was passiert: Hugh Laurie, Josh Gad und einige andere Komikergrössen sind sich für keinen Quatsch zu blöd in dieser überdrehten Weltall-Komödie von Armando Iannucci («Veep»). Laurie spielt einen Raumschiffkapitän, der nichts von Technik versteht, aber dennoch die Passagiere besänftigen muss, wenn es wieder eine Havarie gibt oder etwas Personenballast abgeworfen werden muss.

Heimlicher Star: Die Raumfähre, eine Mischung aus überkandideltem Kreuzfahrtschiff, Science-Fiction-Kommandobrücke und viel zu teuer geratenem Konferenzraum. «Besprechen wir das in diesem ausgehöhlten Walnussbaum», heisst es einmal, und genau so sieht es dort auch aus.

Nicht geeignet für: Fans von Pokerface-Komödiantentum.

Zu sehen bei Sky Atlantic.