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Das noble Sitzungszimmer der Stadtregierung

Die erste Tür in unserer Adventsserie geht heute auf. Zum Auftakt werfen wir einen Blick in den Erlacherhof.

Hinter dieses Tür befindet sich das Sitzungszimmer des Gemeinderats.
Hinter dieses Tür befindet sich das Sitzungszimmer des Gemeinderats.
Beat Mathys

In unserem Adventskalender öffnen wir heute die Tür zu einem Zentrum der Macht. Zum Sitzungszimmer des Stadtberner Gemeinderats. Die graue Tür befindet sich im Erdgeschoss des Erlacherhofs, des Sitzes des Stadtpräsidenten.

Ein Bär für den Chef

In der Mitte des Saals steht auf einem Teppich ein grosser Holztisch. Rund um den Tisch stehen sechs gleiche Polsterstühle. Genauer gesagt sind sie fast gleich. Der Stuhl des Stadtpräsidenten unterscheidet sich durch ein kleines Detail von den anderen: Oben an der Lehne ist ein kleiner Bär ins Holz geschnitzt. An den Sitzungen der Stadtregierung sitzt Alec von Graffenried jeweils oben am Tisch, die übrigen Mitglieder des Gemeinderats an dessen Längsseite.

Das Zentrum der Macht: Das Sitzungszimmer des Stadtberner Gemeinderats. Foto: Beat Mathys
Das Zentrum der Macht: Das Sitzungszimmer des Stadtberner Gemeinderats. Foto: Beat Mathys

Unten am Tisch nimmt Stadtschreiber Jürg Wichtermann Platz. An den Besprechungen dürfen zudem Kommunikationschef Walter Langenegger und Vizestadtschreiberin Monika Binz dabei sein. Sie sitzen an kleinen Tischen, die jeweils hereingebracht werden. Die Stadtregierung tagt jeden Mittwoch ab 8 Uhr – ausser in den Schulferien. Die Sitzungen dauern jeweils bis gegen Mittag.

Barocke Möbel und Beamer

An der Decke des Raums hängt ein beeindruckender Kronleuchter. In zwei Ecken stehen helle Kachelöfen, die an Zeiten erinnern, als es noch keine Zentralheizungen gab. Ebenfalls aus einer anderen Zeit stammen die barocke Schreibkommode, die grosse Pendule und die zwei grossen Spiegel. Sie wurden Mitte des 18. Jahrhunderts hergestellt.

Spezieller Stuhl: Nur das Sitzmöbel des Stapis trägt diese Bärenschnitzerei. Bild: Beat Mathys
Spezieller Stuhl: Nur das Sitzmöbel des Stapis trägt diese Bärenschnitzerei. Bild: Beat Mathys

Doch ein Sitzungszimmer einer Regierung muss auch modernen Ansprüchen genügen. So ist im Raum eine schnelle Internetverbindung über einen WLAN-Sender sichergestellt. Die Gemeinderäte nehmen trotzdem in der Regel keinen Computer mit an die Sitzung. Dies im Gegensatz zum Stadtschreiber, zur Vizestadtschreiberin und zum Kommunikationschef. Auch für Präsentationen von Gästen an den Regierungssitzungen ist der Raum vorbereitet: Hinter einer Schranktür hängt ein Beamer, der für Projektionen auf eine mobile Leinwand sorgt.

Sitz der Landesregierung

Der Erlacherhof wurde von 1745 bis 1757 im Auftrag von Hieronymus von Erlach erbaut. Dieser war in französischen Kriegsdiensten zu Geld gekommen. In Paris liess er sich für den Grundriss des Hauses inspirieren. Es ist das einzige Gebäude in der Altstadt, dessen Fassade nicht an eine Gasse grenzt.

Das Stadtpalais hat eine bewegte Geschichte. Es diente von 1848 bis 1857 als Sitz der Bundesverwaltung und vorübergehend als erstes Bundeshaus des jungen Bundesstaats. Seit 1857 ist es im Besitz der Stadt Bern, doch erst seit 1951 finden die Sitzungen der Stadtregierung regelmässig hier statt. Vor 1985 hatte der Stadtpräsident seinen Sitz an der Bundesgasse 38. Dann wurde dieser an den Erlacherhof verlegt. Seither befindet sich dort das Zentrum der Macht. Zumindest über die Stadt Bern.

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