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SchlageretteDas halbe Leben des Eloy de Jong

Der Ex-Boygroup- und heutige Schlagersänger ist ja hauptberuflich Regenbogenvater in der Regenbogenpresse. Nun hat Eloy de Jong eine Autobiografie geschrieben.

Neues Album, neues Buch, altes Leben: Eloy de Jong in Action.
Neues Album, neues Buch, altes Leben: Eloy de Jong in Action.
Foto: Keystone

Worum geht es? Eloy de Jong (47) hat seine Autobiografie geschrieben. Klar, so ein doch recht aufregendes Leben könnte man eleganter zu Papier bringen (Tänzerdasein, Boygroup, heimlich schwul, öffentlich schwul, ein Loch, in das er nach Karriereende fällt, Familienvater, Schlagersänger). Literarischer. Auch ein wenig spannender. Aber vielleicht würde das auch gar nicht passen zu ihm, der auch neun Jahre nach dem Tod seines Sohnes Milon noch für ihn auf die Bühne geht, wie man zurzeit wieder mal überall lesen kann.

Eloy ist Kitsch. Eloy ist Klatsch. Eloy ist auch gute Unterhaltung. Deshalbund wegen der Collagen in der Mitte des Büchleins, die stark an «Bravo»-Lovestorys der 80er erinnernist dieses Buch cool. Bunt wie ein Regenbogen, müsste man vielleicht sagen, o my, ich rede schon wie unser Protagonist. Der es übrigens fertigbringt, «Barfuss im Regen» zu singen in einem Videoclip, in dem es gar nie regnet. Das muss man sich erst mal trauen!

Warum ist das so spannend? Klein Eloy aus Zoetermeer in Südholland hat früh versucht, seine Träume zu verwirklichen. Aus seinem Zimmer machte er einen Strand (mit gelbbraunem Teppich und einer Palme) und arbeitete später als Levi’s- Jeans-Verkäufer – cooler ging mit 17 einfach nicht. Eloy heisst erst seit seiner Zeit bei der Boygroup Caught in the Act (CITA) so, der Name habe ihm einfach gefallen, schreibt er. Aber eigentlich dürfte man ihn nicht so nennen. Das «de Jong» gehört zwingend dazu, nach einem Rechtsstreit 2018 mit einer Artrockband aus Hannover, die darauf pochte, dass des Sängers Vorname der ihre sei.

Eugène François Gilbert Maurice Charles Prospèr de Jong also war in seiner Jugend Tänzer, hatte später eine Beziehung mit seinem irischen Pendant Stephen Gately von Boyzone (das war die etwas coolere Boygroup als CITA, aber da war ja auch Ronan Keating dabei). Gately starb 2009, damals war Eloy de Jong allerdings schon mit seinem jetzigen Partner Ibo zusammen, mit dem er eine 9-jährige Tochter hatIndy.

Wer soll das lesen? Ehemalige CITA-Fans, unbedingt. Und schlageraffine Menschen, Eloy de Jong ist ja schliesslich heute (nebst Regenbogenvater in der Regenbogenpresse) Schlagersänger. Selbst wenn davon im Buch nicht die Rede ist. Es ist irgendwie nur eine halbe Biografie. Kann ja aber noch werden, gell?

Foto: PD

Eloy de Jong: «Egal was andere sagen», 222 Seiten, Edel Books, ca. 26 Franken, ab 4. September im Handel; das Album «Auf das Leben – fertig – los!» ist bereits erschienen.

Und für alle, die geduldig auf das gewartet haben:

Circa 1995. Benjamin Boyce, Lee Baxter, Eloy de Jong und Bastiaan Ragas, kurz: CITA.
Circa 1995. Benjamin Boyce, Lee Baxter, Eloy de Jong und Bastiaan Ragas, kurz: CITA.
Foto: Getty Images