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Kommentar zur GemeindefusionDas beste Argument für eine Fusion

Mit der Fusionsversammlung kam die kleine Gemeinde Rümligen an ihre Grenzen. Gut nur, dass Riggisberg besser gewappnet ist für aussergewöhnliche Situationen.

Das Schloss Rümligen samt Scheune (links) steht bald auf Riggisberger Boden. Das ist gut so.
Das Schloss Rümligen samt Scheune (links) steht bald auf Riggisberger Boden. Das ist gut so.
Foto: zvg

Eng und emotional war es am 17. August in der Rümliger Schlossscheune. Die Fusion, die Lottomillionen und das Coronavirus hatten sich zu einem potenziell explosiven Gemisch vermengt. Mehr aber auch nicht. An der Gemeindeversammlung wurde sachlich diskutiert und argumentiert. Die Abstimmung über die Fusion fand geheim statt. Das Ergebnis fiel letztlich eindeutig aus. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass etwas falsch gelaufen wäre.

Trotzdem erhoben zwei Fusionsgegner Beschwerde. Das ist ihr gutes Recht. Aber wenn sie sagen, es sei zu Chaos und Tumulten gekommen, dann ist das schlicht falsch. Klar konnten die Abstände nicht eingehalten werden. Klar trug fast niemand eine Maske – noch herrschte keine Pflicht. Falls Einwohner wieder umkehrten, so ist das ihr Entscheid und kein Problem der Gemeinde. Vor Ort störte sich niemand an den Umständen der Versammlung. Die Gemeinde war einfach etwas überfordert.

Dass die Beschwerdeführer den ablehnenden Entscheid des Statthalters akzeptieren, ist gut und richtig. Andernfalls hätten sie die Fusion auf Anfang 2021 verunmöglicht. Das wäre Zwängerei gewesen und hätte Rümligen in arge Nöte gebracht. Die kleine Gemeinde hat seit Jahren Mühe, genügend Personal für die Behörden zu finden. Eine Verschiebung der Fusion hätte dieses Problem verschärft. Und auch sonst viel Arbeit und Geld gekostet.

Es klingt paradox: Die Gemeindeversammlung vom 17. August war das beste Argument für eine Fusion mit Riggisberg. In aussergewöhnlichen Situationen kommt eine kleine Gemeinde wie Rümligen rasch an den Anschlag.

2 Kommentare
    Josef Hofstetter

    Warum überall fusinonieren und dmait die Eigenständigkeit aufgeben. Ich kenne einige Beispiele wo es darauf gewissen Gemeinden viel schlechter geht als vorher. Versprochene Investitionen werden einfach erst einmal zurück gestellt. Beispiel, Parkplätze für Vereine zum Proben werden entweder weggeschaft oder mit hohen Parkgebühren belastet. Lokale für Vernastaltungn, welche die Vereine vorher bernutzen konnten, werden mit hohen Gebühren belastet, auch in einer Gemeinde wo eine dringende Bahnunterführung geplant und bewilligt war, sind nun nach der Fusion 20 Jahre vergqangen und noch nicht erstellt. Einzelne Quartiere wurden lange Zeit nicht mehr durch den öffentlichen Verkehr bedient. Der grössere der die Fusion forciert hat, dem ging es vor allem um neues Bauland zu erwerben.