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HC Davos – SC BernDas Berner Break auf grossen Umwegen

Der SCB verspielt in der ersten Partie des Best-of-3-Pre-Playoff in Davos eine im Startdrittel opportunistisch herausgeschossene 3:0-Führung. In der Overtime sorgt dann Jesper Olofssons Tor dennoch für einen Berner Sieg.

Die Erlösung in der Verlängerung: Jesper Olofsson feiert den Gamewinner nach einem schnellen Konter.
Die Erlösung in der Verlängerung: Jesper Olofsson feiert den Gamewinner nach einem schnellen Konter.
Foto: Jürgen Staiger (Keystone)

Ende gut, alles gut. Jesper Olofsson sorgte mit seinem Kontertor nach zwei guten Pässen von Ramon Untersander und Dustin Jeffrey gut zwei Minuten vor Ende der ersten Overtime dafür, dass seine Mannschaft mit diesem Motto die Heimreise antreten konnte und nicht mehr allzu viel zu analysieren brauchte. Die 60:32 Schüsse für Davos? Egal. Der SCB benötigt nun noch einen Sieg, um im «richtigen» Playoff auf den EV Zug treffen zu können, Spiel 2 findet am Freitag im Bern statt.

Doch wie soll dieses Spiel 1 im Pre-Playoff aus Berner Sicht beurteilt werden? Was soll besonders in Erinnerung bleiben? Sind es das Overtime-Tor und die fast perfekten Minuten 15 bis 20? In denen schoss der SCB mit der Selbstverständlichkeit eines Teams, das weiss, wie man gewinnt, wenn es drauf ankommt, Tor um Tor, ging mit 3:0 in Führung. Oder war es doch der Rest, der sich zwischen knapp genügend und mangelhaft bewegte? In denen die Berner eigentlich zu wenig taten, dem Gegner die Spielkontrolle überliessen und darum am Ende glückhaft gewannen.

Das späte 3:3 des HC Davos

Man könnte es «verwalten» oder «verteidigen» nennen, doch das war es beides nicht, zu oft kam Davos zu guten Abschlussmöglichkeiten, zu selten suchte der SCB die Konterangriffe. Die Ausnahme, und sie war generell die auffälligste und beste Berner Linie, bildete die Formation um Center Vincent Praplan. Zusammen mit den Flügeln Inti Pestoni und Tristan Scherwey stellte sie als einzige den Gegner regelmässig vor Probleme. Die andere Formationen blieben zumeist blass, vor allem die designierte Paradelinie mit Olofsson, Jeffrey und Conacher – bis sie in der Overtime dann doch zuschlug.

Jene Linie hatte vor allem beim späten 3:3-Ausgleichstreffer schlecht ausgesehen. Es war nebst etwas «Puck-Glück» mit der hüpfenden Scheibe vor allem schlicht der Wille von Torschütze Benjamin Baumgartner, mit dem er sich gegen Jeffrey durchsetzte und im Slot frei zum Schuss kam. Das 3:3 fiel spät, es war aber verdient und hatte sich abgezeichnet. Tomi Karhunen spielte im Berner Tor gross auf, stoppte nur Augenblicke zuvor Teemu Turunen (zwei Mal), Enzo Corvi und Andres Ambühl bei allesamt guten Abschlüssen.

Fast perfekte Chancenauswertung im Startdrittel

Dabei hatte es zunächst so gut ausgesehen für Bern. Das Startdrittel, es war wie ein Traum jedes Auswärtsteams. Davos war zwar bereits spielbestimmend, schoss deutlich häufiger aufs Tor, hielt sich lange im Berner Drittel auf. Doch dann kam Minute 15, es fiel das 1:0, dann das 2:0 und kurz danach auch noch das 3:0. Der SCB deckte bei seinen zielstrebig zu Ende gespielten Kontern das Davoser Hauptproblem auf: In der Defensive sind die Bündner eines der verwundbarsten Teams der Liga.

Der Berner Thierry Bader gegen den Davoser Lukas Stoop,
Der Berner Thierry Bader gegen den Davoser Lukas Stoop,
Foto: Jürgen Staiger (Keystone)

Die Stärken hat Davos in der Offensive, die Bündner schossen in der Qualifikation am zweitmeisten Tore. Das bekam ein immer passiver werdendes Bern im Mitteldrittel bald zu spüren. Bei Spielhälfte stand es nur noch 2:3, Andres Ambühl und Marc Wieser bewiesen bei ihren Toren Zug aufs Tor und Kampfkraft, wurden vom SCB aber zu wenig energisch bedrängt. Gut für Bern, spielte all das am Ende nur noch eine Nebenrolle – ein Thema vor Spiel 2 muss es dennoch sein.

Lakers legen vor

Im zweiten Pre-Playoff-Duell ging Biel zwar gegen die St. Galler in Führung, aber Biel musste als Verlierer vom Eis. Nach 76 Minuten und 31 Sekunden war die Partie gegen die SCRJ Lakers zu Ende. Der Held der Lakers war Dominik Egli. Der Verteidiger, der nach dieser Saison zum HC Davos wechselt, traf im ersten Drittel zum 1:1-Ausgleich, und dann erwischte er in der Verlängerung nach einem Querpass Proficos Biel-Goalie Joren van Pottelberghe zwischen den Beinen zum 2:1 für den Zehnten der Qualifikation.

Gespielt waren 76 Minuten und 31 Sekunden, es war Eglis zehntes Saisontor. Die Lakers haben nun am Freitag die Chance, sich mit einem Heimsieg für den Viertelfinal gegen Lugano zu qualifizieren.

Der Held der Lakers in Biel: Dominik Egli nach seinem Siegtreffer in der Overtime.
Der Held der Lakers in Biel: Dominik Egli nach seinem Siegtreffer in der Overtime.
Foto: Keystone

Doch die SCRJ Lakers sind die Aussenseiter in dieser Serie. Schliesslich tragen sie ihre ersten National-League-Playoff-Partien seit 2008 aus. Die anderen entscheidenden Spiele waren alle gegen den Abstieg – und dann 2018 um die Rückkehr in die NL. Die Bieler, die während der Qualifikation die drei Duelle gegen die Lakers knapp gewonnen hatten, waren zu Beginn das klar bessere Team. Die Österreicher Komarek und Hofer kombinierten sich zur Führung. Doch die St. Galler Aussenseiter machten ihre Sache nach Eglis Ausgleich plötzlich besser.