Das alte Dancing wird zur Bergwelt

Ein blauer Sternenhimmel, ein plätschernder Bach und viel modellierter

Felsen: So sieht die neue «Bergwelt Rothöhe» aus. Das ehemalige Dancing auf dem Ausflugsberg

ob Oberburg hat sein Aussehen völlig verändert.

Über mehrere Biegungen führt der Gang, der sich im unscheinbaren Haus hinter einer noch unscheinbareren Türe verbirgt, hinein ins Innere. Unvermittelt weichen die modellierten grauen Wände zurück, der felsenartige Untergrund weitet sich zu einer Halle. Oder vielleicht auch zu einer Höhle, die paar Säulen, die hier auch noch auszumachen sind, erinnern jedenfalls an Tropfsteine. Wobei sich der Gast gleichzeitig auch irgendwie im Freien fühlt. Links und rechts vermitteln schemenhafte Silhouetten, bei denen satte Grün- in Grau-, Weiss- und Blautöne übergehen, den Eindruck einer nahen Bergwelt. Vorn plätschert aus einer mit echten Felsbrocken bestückten Wand Wasser hinab in eine Rinne und von dort im Halbrund in den Raum hinaus, um später wieder im Untergrund zu verschwinden. Über alles spannt sich ein dunkles, mit unzähligen Sternen übersätes Himmelszelt. Die funkelnden Lichtlein tragen entscheidend bei zum stimmungsvollen Ambiente, das die Szenerie prägt. Lang gehegter Traum Willkommen in der «Bergwelt Rothöhe», willkommen auf dem Ausflugsberg ob Oberburg, willkommen im ehemaligen Cabaret und Dancing, in dem vor zwei Jahren die Lichter endgültig ausgegangen sind. Genau: Hier, wo früher Jung und Alt beim Tanz den Alltag vergassen, hier, wo sich auch Frauen in eindeutig zweideutigen Posen vor dem Publikum räkelten – genau hier wird neuerdings gegessen und getrunken, in einer Umgebung der etwas anderen Art eben. Hinter einer Glasvitrine steht Willi Furer, seit zehn Jahren Wirt im Restaurant nebenan und nun auch Chef in der neu eröffneten Bergwelt. Ein Ziel für die Nachtschwärmer sei die Rothöhe bereits länger nicht mehr, sagt er gleich zu Beginn. Dieser Meinung seien auch die beiden Liegenschaftsbesitzer, deshalb hätten sie ihm freie Hand gelassen, sich im leer stehenden Gebäude einen lange gehegten Traum zu erfüllen. Preis nach Gewicht «Was darf es sein?» Furer deutet auf die Filets, Steaks und Entrecôtes vor ihm in der Vitrine. Genau hier liege eine Besonderheit des neuen Lokals, klärt er auf. Der Gast erhalte nicht einfach eine Karte mit fixfertig zusammengestellten Speisen vorgesetzt, sondern bestelle sein Fleisch direkt an der Theke, könne damit auch bestimmen, wie gross das Stück sein solle. Damit komme er direkt ins Gespräch mit dem Koch, der das Essen zubereite, «auf diese Art möchte ich erreichen, dass wir mehr miteinander reden». Der Preis des Essens bemisst sich übrigens am Gewicht des gewählten Stück Fleisches. Inbegriffen sind eine Kartoffelbeilage sowie vorgängig ein Teller Salat, den sich jeder am Buffet selber zusammenstellt. Es liegt jenseits der Wasserrinne, doch kein Problem, eine Brücke führt hin – gerade hier hofft Furer auf ein bisschen Marktplatzstimmung. Dann nämlich, wenn sich, und das wäre seine Absicht, auch die Gäste näherkommen. Ein nächstes Projekt Willi Furer öffnet eine Nebentür und beginnt, schon von seinem nächsten Projekt zu träumen. «Wenn es gut anläuft, richte ich hier wohl eine Gartenwirtschaft ein», erzählt er und zeigt hinaus ins Freie. Vielleicht sogar mit einem Grill, auf dem die Besucher ihr Fleisch selber braten können.Stephan KünziDie «Bergwelt Rothöhe» ist mittwochs bis sonntags jeweils von 11 bis 14 Uhr und ab 17 Uhr bis Beizenschluss offen.>

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