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Leser fragt nach Rezept für «Salzbohnen»Das alte «Berner Kochbuch» weiss alles

Leser Peter Bieri aus Obersteckholz fragte sich, wie man früher Bohnen konservierte. Als Antwort erhielten wir Rezepte aus Schul-Kochbüchern, die zum Teil 100-jährig sind.

Was heute der «Tiptopf» ist, war früher das «Berner Kochbuch».
Was heute der «Tiptopf» ist, war früher das «Berner Kochbuch».
Foto: Marianne Hofer

Wie war das eigentlich damals? Diese Frage stellte Leser Peter Bieri aus Obersteckholz. Damals, als es noch keine Gefriertruhen gab – wie wurden da grüne Bohnen konserviert? Er wolle sogenannte «Salzbohnen» machen, schrieb Peter Bieri, wisse aber nicht genau, wie. Ob ihm vielleicht jemand aus der Leserschaft einen Hinweis geben könne?

Auf die «Leserfrage» in der Zeitung meldeten sich zahlreiche Leserinnen und Leser. Und schickten zum Teil Auszüge aus Kochbüchern, die schon sehr, sehr lange in Gebrauch zu sein scheinen:

«Sauerbohnen» aus dem Kochbüchlein «Bernische Haushaltungsschule Worb» von 1919.
«Sauerbohnen» aus dem Kochbüchlein «Bernische Haushaltungsschule Worb» von 1919.
Foto: Therese Arm, Heimisbach

Leserin Therese Arm aus Heimisbach sandte dem «Forum» dieses Bild einer Seite des Kochbüchleins «Bernische Haushaltungsschule Worb» von 1919. Dort werden Sauerbohnen mit Sodawasser und Salz hergestellt. Leserin Vreni Wetli fand ein Rezept für Salzbohnen in einem Kochbuch von 1937:

Schöne Schrift: Auszug aus einem Kochbuch von 1937.
Schöne Schrift: Auszug aus einem Kochbuch von 1937.
Foto: Vreni Wetli

Die meisten Leserinnen und Leser aber verwiesen auf das grüne «Berner Kochbuch», das vom Schulamt der Stadt Bern ab 1901 herausgegeben wurde und der etwas älteren Leserschaft aus der Schulzeit in Erinnerung geblieben sein dürfte.

In der Ausgabe von 1961, die uns Marianne Hofer aus Worb zuschickte, ist das Sterilisieren von Gemüsen und Früchten auf mehreren Seiten beschrieben. Zu Bohnen steht da:

«Junge zarte Bohnen entfädeln, waschen, kurz im Salzwasser aufkochen, in ein
Sieb schütten, mit kaltem Wasser abspülen, in Gläser fest einschichten und bis zu drei Vierteln der Höhe abgekochtes und erkaltetes Salzwasser beifügen. Kochzeit: 2 Stunden. Es ist zu empfehlen, die Bohnen 1 Stunde zu sterilisieren und am folgenden Tag noch einmal 1 Stunde. In der Zwischenzeit dürfen die Bügel nicht entfernt werden.»

Für das Salzwasser verwende man einen Löffel Salz pro Liter Wasser, heisst es weiter. Das Wasser solle man mit dem Salz aufkochen und anschliessend erkalten lassen. Auch Erbsen, Rüebli, Blumenkohl, Tomaten und andere Gemüse könne man auf diese Art sterilisieren.

Was lernt man daraus? Für die heutigen Schulabgänger würde es sich lohnen, den «Tiptopf» gut aufzubewahren. Wer weiss, vielleicht steckt da Wissen drin, das in 60 Jahren sonst nirgends mehr zu finden ist.