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LeserreaktionenDamit wird das Vertrauen in die Regierung untergraben

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Die Strategie des Bundesrates stösst auf geteilte Meinungen.
Die Strategie des Bundesrates stösst auf geteilte Meinungen.
Keystone

Zu «SVP ‹entsetzt über mutlose Strategie›»

Vertrauen untergraben

Wie Pilze schiessen sie aus dem Boden, die Experten, die zu wissen glauben, was der Bundesrat in der Corona-Krisenzeit falsch macht. Darunter ist auch der SVP-Übervater und Vordenker von Herrliberg zu finden, der es durch geschickte Beeinflussung immer wieder versteht, einen Grossteil seiner Anhänger auf seine Seite zu ziehen. Die SVP verlangt, dass der vom Bundesrat verordnete Lockdown subito gestoppt wird. Dieses Vorpreschen einer politischen Partei in diesen unsicheren Zeiten ist insbesondere deshalb bedenklich, weil damit das Vertrauen der Bevölkerung in ihre Regierung untergraben wird. Auch der Zeitpunkt ist gut gewählt, um der SP-Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und SP-Bundesrat Alain Berset Wind aus dem Segel zu nehmen. Denn in der Bevölkerung ist das von ihnen massgeblich mitgestaltete Krisenmanagement, verbunden mit ihren souveränen Führungsqualitäten, auf grosse Sympathien und eine breite Akzeptanz gestossen.

Heinz Thommen, Lengnau

Zu «Linke wie Rechte für Maskenpflicht»

Zur Untätigkeit verpflichtet

Am 13. März wurden zum Schutz der Personen ab 65 Jahren und für solche mit bestehender Vorerkrankung einschneidende Auflagen erlassen. Gerade ältere Personen, welche gesund und bis zu diesem Zeitpunkt voll im aktiven Leben unterwegs waren, hatten sich diesen Massnahmen zu unterziehen, was für viele schmerzlich war. Sie sind es auch, die jährlich unzählige Stunden für den Hütedienst erbringen und plötzlich zur Untätigkeit verpflichtet sind. Es ist zu hoffen, dass diese Generation, nach Bewältigung dieser Krise, ihre Leistungen wieder erbringen kann und bereit ist, gemeinsam mit der jüngeren Bevölkerung unser Land wieder weiterzubringen.

Urs Wiedmer-Stucki, Oey

Zu «Personalmangel in der Pflege spitzt sich mit Corona-Krise zu»

Grosser Handlungsbedarf

Die bisherigen Beschlüsse des Parlaments für die Verbesserung der Berufssituation der Pflegenden sind ungenügend. Solange Spitaldirektoren bis zu zehnmal mehr verdienen als Pflegepersonen mit 10-jähriger Berufserfahrung, bestehen grosse Ungerechtigkeiten und dringender Handlungsbedarf. Der jetzige Pflegenotstand hat sich durch die Corona-Pandemie verschärft. Wegen der schlechten Berufsbedingungen mit sehr hoher Arbeitsbelastung sind viele Pflegestellen nicht besetzt, werden jährlich zu wenig Diplomierte ausgebildet und verlassen fast 50 Prozent der in der Pflege Tätigen ihren Beruf vorzeitig.

Rudolf Joder, Belp, Alt-Nationalrat (SVP)

Zu «Wenn die Notkredite nicht reichen»

Aktionärsparadies Schweiz

Massnahmenpakete zur Konjunkturankurbelung und Klimarettung werden weitere Milliarden kosten. Es ist zu befürchten, dass demnächst Steuererhöhungen angekündigt werden und die Inflation anziehen wird. Für den Mittelstand und die kleinen Einkommen sind bereits heute die hohen Mieten und die Krankenkassenprämien nicht mehr bezahlbar, und Steuererhöhungen würden viele Budgets sprengen. Im Aktionärsparadies Schweiz erfordert die Steuergerechtigkeit, dass die Aktionäre in dieser von Arbeitslosigkeit, Stellenverlusten und Firmenkonkursen geprägten Zeit wieder bedeutend mehr Steuern bezahlen.

Erwin Roos, Ostermundigen

Zu «Wer ist eigentlich systemrelevant?»

Notwendige Definitionen

Das Coronavirus hat uns aufgezeigt, dass all das systemrelevant ist, was unmittelbar Leben rettet und fördert: Dienstleistungen im Bereich der Gesundheit und der Lebensmittelversorgung. Diese Definition ist absolut notwendig. Zugleich wissen wir, dass ein zufriedenes Leben, wenn das blosse Überleben gesichert ist, noch mehr Lebensrelevantes kennt: Auch Bücher, Bier und Bohnenstangen sind systemrelevant, weil sie ein sinnvolles Leben ermöglichen. Doch denke ich zugleich daran, dass es viele Menschen bei uns gibt, die dankbar wären, wenn sie ein Stück Brot in der Hand haben könnten. Gestalten wir eine Welt, in der alle, überall und immer, auch ein Buch in die Hand nehmen können und das Brot für alle selbstverständlich geworden ist.

Helmut Kaiser, Spiez

Zitat des Tages

«Auch Bücher, Bier und Bohnenstangen sind systemrelevant, weil sie ein
sinnvolles Leben ermöglichen.»

Helmut Kaiser, Spiez

Zu «So kommt die Armee trotz Engpass an die Masken»

Keine Ideologien bedient

Welche Reduitpolitiker und kalten Krieger hätten sich je vorstellen können, dass die Armee einmal für 800 Millionen Franken Schutzmasken in der Corona-Krise beschaffen würde, statt feindliche Truppen abzuwehren? Diese aktuelle Aufgabe bedient weder linke noch rechte Ideologien, sondern beweist eindrücklich die Bedeutung der Zivilgesellschaft und unseres Milizsystems in Armee, Zivildienst und Zivilschutz. Diese dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen gebündelt werden.

Roger Schärer, Trin Mulin