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Coronavirus in der Schweiz+++ Berset: Keine zusätzlichen Regeln für Ostern +++ Corona-Taggelder müssen versteuert werden

Der Bundesrat will bis 16. April über mögliche Lockerungen der Corona-Massnahmen entscheiden. Die Corona-News aus der Schweiz im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Bundesrat hat per Notrecht Massnahmen für die Bevölkerung verordnet. Diese gelten seit 17. März und bis mindestens 19. April.
  • Die Regierung hat milliardenschwere Hilfspakete für die Wirtschaft geschnürt.
  • Gruppen von mehr als fünf Personen sind verboten und werden durch die Polizei gebüsst.

Wann und wie stark die Massnahmen wirken, zeigt der Vergleich des Schweizer Covid-19-Ausbruchs mit anderen Ländern.

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Arbeitslosenquote steigt auf 2,9 Prozent

Der Schweizer Arbeitsmarkt trägt im März die Spuren der Coronakrise. Die Arbeitslosenquote stieg von 2,5 Prozent im Februar auf 2,9 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag mitteilte. Gleichzeitig sank die Zahl der offenen Stellen.

Der Schweizer Arbeitsmarkt trägt im März die Spuren der Coronakrise. Die Arbeitslosenquote stieg von 2,5 Prozent im Februar auf 2,9 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag mitteilte. Gleichzeitig sank die Zahl der offenen Stellen.

So sieht ein Corona-Notspital aus

In der Turnhalle des Paraplegikerzentrums von Nottwil im Kanton Luzern wurde ein Notspital aufgebaut. Über 200 Betten stehen für Corona-Erkrankte bereit. Sobald die Spitäler an ihre Grenzen stossen, sollen hier Patienten behandelt werden.

Video: Tamedia

Flugzeug mit 92 Tonnen Schutzmaterial aus China in Genf gelandet

Ein Flugzeug mit 92 Tonnen Schutzmaterial aus China ist am Montag in Genf gelandet. Das Material soll an 13 Spitäler in der Romandie und im Tessin verteilt werden.

Die Boeing 747 setzte am Montagmittag um 13.30 Uhr von Schanghai her kommend auf dem Genfer Flughafen auf. Organisiert worden war die Aktion von der Genfer Handelskammer und der Handelskammer Schweiz-China.

Die Fracht mit dem medizinischen Schutzmaterial hat einen Wert von über drei Millionen Franken, wie die Genfer Handelskammer schreibt. Das Material soll an 13 Spitäler in der Westschweiz und im Tessin verteilt werden. Darunter sind über 2,5 Millionen Atemschutzmasken, 220'000 Schutzbrillen, zehn Millionen Schutzhandschuhe und 1100 Fieberthermometer. Produziert wurden die Schutzausrüstungen vom chinesischen Staatsunternehmen SinoPharm Group.

Eine zweite Lieferung mit Schutzmaterial aus China wird noch im April in Genf erwartet.

Corona-Taggelder müssen versteuert werden

Auf die von den AHV-Ausgleichskassen ausgezahlten Taggelder, welche die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise abfedern sollen, müssen die betroffenen Selbstständigerwerbenden und Arbeitnehmenden Steuern entrichten. Das hat der Bund am Montag präzisiert.

In einem Rundschreiben der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) an die kantonalen Verwaltungen für die direkte Bundessteuer vom Montag heisst es, dass die Corona-Notverordnung des Bundesrats keine Bestimmungen zur steuerlichen Behandlung von Entschädigungen enthalte. Es sei lediglich festgehalten, dass auf diesen Entschädigungen die Sozialversicherungsbeiträge zu bezahlen sind.

Nun präzisiert die ESTV: «Die Taggelder sind als steuerbare Einkünfte beziehungsweise Leistungen zu qualifizieren.» Je nachdem seien Taggelder entweder im ordentlichen Veranlagungsverfahren oder aber im Quellensteuerverfahren zu besteuern.

Auf den Leistungsabrechnungen würden die AHV-Ausgleichskassen deshalb zusätzliche Hinweise anbringen, dass die Taggelder der Einkommenssteuer unterstünden, die ausgerichteten Leistungen den kantonalen Steuerbehörden gemeldet würden und die Steuerpflichtigen die Leistungsabrechnungen für Steuerzwecke aufzubewahren hätten.

Bundesrat will bis 16. April über Lockerungen entscheiden

Der Bundesrat will laut Gesundheitsminister Alain Berset bis spätestens am 16. April sagen können, wie es in der Schweiz nach dem weitgehenden Stillstand des öffentlichen Lebens weiter geht. Jetzt müssten die Anstrengungen aber fortgesetzt werden, «auch wenn wir Opfer bringen müssen,» sagte er.

Mit Blick auf Österreich, das ab dem 14. April die Einschränkungen des öffentlichen Lebens schrittweise lockern will, sagte Berset, er nehme den Entscheid zur Kenntnis. «Auch wir werden Schritt für Schritt zurückkehren in die Normalität.»

Bundesrat Alain Berset und Daniel Koch vom BAG während des Besuchs in Sion. (6. April 2020) Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

Zugleich betonte der Gesundheitsminister, dass Österreich halb so viele Fälle habe wie die Schweiz.» Wir beobachten sehr genau, was in anderen Ländern passiert.» Der Ausstieg solle so schnell wie möglich erfolgen, aber die Gesundheit habe immer noch Priorität.

«Der Bundesrat wird bis spätestens am 16. April sagen können, wie es weiter geht», fügte Berset hinzu. Es müsse auch beachtet werden, dass in der Schweiz die Zahl der Infizierten nach wie vor steige. «Wir sind noch nicht am Peak.» Aber auch wenn dieser erreicht sei, sei die Zeit für Lockerungen noch nicht gekommen. «Erst wenn die Zahlen runter gehen, kann man anfangen zu lockern.»

Nicht alles verspielen

Es wäre nicht gut, alles zu verspielen in diesen schönen Frühlingstagen, appellierte der Innenminister an die Vernunft und Eigenverantwortung der Menschen. «Wir müssen das jetzt aushalten.» Es sei nicht der Moment, sich an Ostern wieder zu treffen oder in die Ferien zu fahren.

Berset zeigte sich in diesem Punkt sehr beeindruckt über die Appelle des Tessins, jetzt nicht in die Sonnenstube zu fahren. Es sei Aufgabe der Kantone und Gemeinden, zu verhindern, dass die Leute über die Osterferien in Tourismusregionen strömten.

Natur bestimmt den Rhythmus

Auch Das Wallis sei wegen der Hotellerie besonders stark von den Einschränkungen betroffen, sagte Berset weiter. Es sei nicht einfach, Skipisten zu schliessen. Das Wallis habe die Anordnungen des Bundes aber sehr gut respektiert und Verantwortung bewiesen.

Alle müssten die Anstrengungen, das Virus einzudämmen, fortsetzen, «auch wenn wir Opfer bringen müssen». Es gehe darum, die verletzlichsten Menschen zu schützen, bekräftigte Berset und fügte hinzu: «Wir können die Sache beeinflussen, aber die Natur bestimmt den Rhythmus. Es ist ein neues Virus, wir wissen nicht alles darüber. Das müssen wir akzeptieren.»

Finanzpaket hat bei der ausserordentlichen Session erste Priorität

Neben dem milliardenschweren Corona-Hilfspaket werden die eidgenössischen Räte an der ausserordentlichen Session von Anfang Mai auch über den Armeeeinsatz debattieren. Zudem nehmen weitere Parlamentskommissionen ihre Arbeit wieder auf.

Nachdem der Parlamentsbetrieb für Wochen stillgelegt war, arbeiten die Kommissionen wieder weiter – trotz der ausserordentlichen Lage. Sie bereiten sich auf die ausserordentliche Session vor, die zwischen dem 4. und spätestens 8. Mai in den Hallen der Bernexpo stattfinden wird.

Die Büros der beiden Räte haben an ihrer Sitzung vom Montag entschieden, dass alle Kommissionen, die dies wünschen, per sofort wieder Sitzungen durchführen können, wie die Parlamentsdienste mitteilten. Sie reagieren damit auf Kritik von einigen Parlamentariern, die sich in ihrer Arbeit eingeschränkt gefühlt haben.

Die ausserordentliche Session des Parlaments wird in den Hallen der Bernexpo stattfinden.
Die ausserordentliche Session des Parlaments wird in den Hallen der Bernexpo stattfinden.
Foto: Keystone

National- und Ständerat werden Anfang Mai nur dringende Geschäfte behandeln, die im Zusammenhang mit der Coronakrise stehen. Der zentrale Programmpunkt der ausserordentlichen Session ist das Hilfspaket, das der Bundesrat am vergangenen Freitag um weitere 20 auf 40 Milliarden aufgestockt hat.

Neben der Finanzdelegation (FinDel), welche die erste Tranche an Finanzhilfen bereits bewilligt hat, wird das Paket von den sachlich zuständigen Kommissionen inhaltlich geprüft. Federführend ist die Finanzkommission.

Videokonferenzen eingeschränkt möglich

Für Kommissionen, denen bisher kein dringender Beratungsgegenstand zugewiesen wurde, wurde je ein Zeitfenster von einem halben Tag reserviert. Sie dürfen auch Sitzungen per Videokonferenz durchführen. Diese sind jedoch mit Auflagen verbunden.

So muss die Kommissionspräsidentin oder der -präsident sowie die Mehrheit der Kommissionsmitglieder einverstanden sein. Zudem sollen sich die traktandierten Geschäfte für eine Videokonferenz eignen. Darunter fallen beispielsweise Anhörungen oder die Beratung von Vorstössen.

Videokonferenzen müssen mit «Skype for Business» durchgeführt werden. Das System erlaubt die Vertraulichkeitsstufe «intern». Als «vertraulich» klassifizierte Geschäfte dürfen nicht per Videokonferenz beraten werden.

Armeeeinsatz genehmigen

Auf Antrag der Sicherheitspolitischen Kommissionen (Sik) steht auch die Genehmigung des Assistenzdienstes der Armee auf der Traktandenliste der Session. Werden mehr als 2000 Armeeangehörige aufgeboten oder dauert der Einsatz länger als drei Wochen, muss die Bundesversammlung den Einsatz genehmigen. Die beiden SiK werden das Geschäft vorberaten.

Weitere durch die vorberatenden Kommissionen verabschiedete Geschäfte können noch folgen. Die definitiven Sessionsprogramme werden am 1. Mai verabschiedet.

Soldaten der Schweizer Armee rücken in Biel zum Corona-Einsatz ein.
Soldaten der Schweizer Armee rücken in Biel zum Corona-Einsatz ein.
Foto: Jean-Christophe Bott, 21. März 2020

Sitzungen im Hotel Bellevue

An den Daten der Sommersession vom 2. bis 19. Juni 2020 wird bis auf weiteres festgehalten; sie dient vor allem der Beratung der von den Kommissionen und vom Bundesrat als prioritär eingestuften Geschäfte. Das sind unter anderem die Geschäfte, die in der abgebrochenen Frühjahrssession nicht mehr behandelt oder zu Ende beraten werden konnten, und andere Geschäfte, die zwingend behandelt werden müssten.

Im Moment ist geplant, dass die Büros die Programme der Sommersession 2020 an ihrer ordentlichen Sitzung vom 8. Mai 2020 verabschieden. Die Büros von National- und Ständerat werden nach der ausserordentlichen Session entscheiden, wo die Sommersession stattfinden soll und unter welchen Rahmenbedingungen.

Um die Hygienevorschriften einhalten zu können, finden die Sitzungen der ständerätlichen Kommissionen im grössten Sitzungszimmer des Parlamentsgebäudes und nötigenfalls im Ständeratssaal statt, diejenigen der nationalrätlichen Kommissionen im Hotel Bellevue.

Weniger Neuinfektionen im Tessin

Zum ersten Mal seit Mitte März verzeichnet das Tessin während drei Tagen in Folge weniger als hundert Neuinfektionen. Kantonsarzt Giorgio Merlani wertet dies als Zeichen, dass der Südkanton das Gröbste überstanden hat.

Die Anzahl Neuinfizierter im Tessin nehme konstant ab, sagte Giorgio Merlani an einer Medienkonferenz am Montagnachmittag. Laut dem Kantonsarzt befanden sich zu diesem Zeitpunkt 285 an Covid-19 erkrankte Personen in Spitalpflege, davon 72 auf den Intensivstationen. 62 von ihnen müssten künstlich beatmet werden, sagte Merlani.

350 Personen hätten bis Montagmittag aus den Tessiner Spitälern entlassen werden können. Damit sei die Gruppe der Entlassenen grösser als jene der Hospitalisierten.

Diese Entwicklung bringe ihn dazu, der Bevölkerung danken zu wollen, sagte Merlani. Danken dafür, dass die Tessinerinnen und Tessiner die verhängten Massnahmen so gewissenhaft umgesetzt hätten. «Alle zusammen haben wir es geschafft, dass die Kurve nun abzuflachen beginnt.»

Andererseits wisse er, dass das Virus noch in der Bevölkerung präsent sei. «Dass die Kurve am Sinken ist, heisst nicht, dass das Problem gelöst ist», resümierte Merlani. Würde man heute die Massnahmen aufheben, käme das Virus zurück.

Gemäss dem Kantonsarzt Giorgio Merlani hat das Tessin das Gröbste überstanden.
Gemäss dem Kantonsarzt Giorgio Merlani hat das Tessin das Gröbste überstanden.
Foto: Keystone

Geordneter und langsamer Ausstieg nötig

Nun gelte es, den richtigen Weg zu finden, um die Massnahmen geordnet und langsam anzupassen. Auch das müsse gemeinsam geschehen. «Wir haben in anderen Ländern gesehen, was passiert, wenn die Massnahmen allzu schnell gelockert werden.» Das Wichtigste sei, dass die Spitäler auch künftig in der Lage seien, schwer Erkrankte gut zu betreuen. Um das garantieren zu können, müssten die Neuinfektionen weiter sinken.

Bildungsdirektor Manuele Bertoli zog nach drei Wochen geschlossener Schulen eine erste Bilanz. Die Lehrpersonen hätten ihren Unterricht auf Distanz mit viel Phantasie gestaltet, resümierte Bertoli. Die Bilanz nach 21 Tagen Fernunterricht falle sehr gut aus.

Wie in der übrigen Schweiz werde auch im Tessin das Schuljahr voll angerechnet, hielt der Bildungsdirektor fest. Die Noten blieben auf dem Stand vom 13. März. Nach welchen Regeln Schülerinnen und Schüler befördert würden, werde erst im Mai festgelegt. Neue Weisungen folgten im April.

«Tessin ist nicht verschont worden»

Auch Paolo Ferrari, Leiter des Tessiner Spitalverbandes EOC, dankte der Tessiner Bevölkerung. Diese hätte die Regeln des «social distancing» sehr gewissenhaft befolgt.

Ferrari dankte zudem dem Tessiner Regierungsrat. Dessen «drastische Massnahmen» habe den Spitälern geholfen, die Schwerkranken zu betreuen. Zu guter Letzt dankte Ferrari allen, die in den beiden Covid-19-Referenzspitälern arbeiten.

Das Tessin sei von der Pandemie hart getroffen worden, sagte Ferrari. Im Vergleich mit der Gesamtschweiz hätte das Tessin deutlich mehr Infizierte, nämlich rund 7200 pro Million Einwohner. In der Gesamtschweiz seien etwas mehr als 2500 pro Million Einwohner infiziert. «Das Tessin ist nicht verschont worden», hielt Ferrari fest.

Seit Ende Februar hätten die Spitäler täglich daran gearbeitet, die Kapazitäten der Intensivstationen zu vergrössern. Dies sei ihnen gelungen. Heute verfüge das Tessin über 26 freie Betten für andere schwere Krankheiten wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Krebs. «Auch während der Coronavirus-Pandemie brauchen wir noch Plätze, um andere Krankheiten zu behandeln», sagte Ferrari.

Point de Presse mit Berset

Bundesrat Alain Berset ist am Montagvormittag nach Sion gereist. Nach einem Besuch des Walliser Gesundheitssystems und einem Treffen mit einer Delegation des Staatsrates informierte der Gesundheitsminister die Öffentlichkeit.

Berset erklärt, er habe sich im Wallis vor Ort einen Eindruck verschaffen wollen. Er sei beeindruckt davon, wie die Spitäler sich auf den neuen Virus eingestellt hätten.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Bundesrat und den Kantonen sei sehr wichtig, sagt er. Die nationalen Massnahmen seien eine sehr grosse Einschränkung der Freiheiten. Man habe sie beschlossen, um möglichst gut durch die Krise zu kommen. Man wolle aber die negativen Einflüsse auf die Gesellschaft möglichst minimieren.

Berset (Mitte) und Koch (rechts) während ihrer Visite in Sion. (6. April 2020) Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

Er kenne das Wallis sehr gut und kenne die wirtschaftliche Lage des Kantons, sagt Berset. Er wisse, dass diese schwierig sei, dass die Hotellerie, die Skigebiete, die Restaurants leiden würden.

Vorerst keine zusätzlichen Regeln für Ostern

Es werde ein anderer April, als sonst. Man solle Ausflugsziele meiden, es sei klar, dass die Bewegung von Menschen die Verbreitung des Virus begünstigte.

Laut Berset sind vorerst keine zusätzlichen nationalen Regeln fürs Osterwochenende geplant. Das Versammlunsverbot und die 2-Meter-Abstandsregel seien bereits sehr harte Massnahmen. Die Kantone, insbesondere die Kantonspolizeien müssten die geltenden Regeln durchsetzen, um die Ausbreitung zu bremsen, sagt Berset weiter.

Massnahmen bis 19. April

Mit Blick auf die angekündigte Lockerung der Massnahmen in Österreich will ein Journalist wissen, wann der Bundesrat eine Ausstiegsstrategie für die Schweiz bekannt geben werde. Die Lage in Österreich sei eine andere, man verfolge sie, antwortet Berset. Man brauche Zahlen, eine solide Basis, auf die man die Entscheidungen abstützen könne.

Die Massnahmen würden bis 19. April gelten. Berset erinnert daran, dass man den Peak noch nicht erreicht habe. Der Bundesrat werde informieren, wie es danach weitergehe.

BAG: 552 neue Fälle

In der Schweiz ist die Zahl der nachgewiesenen Covid-19-Infektionen innerhalb eines Tages um 552 auf 21'652 Fälle gestiegen. Die Kantone meldeten am Montag insgesamt 746 Tote., 70 mehr als Sonntag.

Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, die sich auf die offiziellen Angaben der Kantone stützt. Das BAG gab am Montag die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 mit 584 an. Es stützt sich auf Angaben der Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte.

Die neusten Fallzahlen zeigen, dass die Zahl der Infektionen weiterhin stetig ansteigt. Mittlerweile weist die Schweiz eine der höchsten Raten an Neuansteckungen in Europa auf. Die Inzidenzen belaufen sich auf 252 Fälle pro 100'000 Einwohner. Bezogen auf die Einwohnerzahl sind die Kantone Tessin, Genf, Waadt und Basel-Stadt weiterhin am stärksten von der Pandemie betroffen. Mindestens 2471 Covid-19-Patienten wurden hospitalisiert.

Die Altersspanne für die laborbestätigten Fälle betrug 0 bis 108 Jahre. Der Median betrug 53 Jahre, das heisst 50 Prozent der Fälle waren jünger, 50 Prozent älter. 47 Prozent der Fälle waren Männer, 53 Prozent Frauen. Erwachsene waren deutlich mehr betroffen als Kinder. Bei Erwachsenen ab 60 Jahren waren Männer häufiger betroffen als Frauen, bei Erwachsenen unter 60 Jahren Frauen häufiger als Männer.

Bei den hospitalisierten Personen waren die drei am häufigsten genannten Symptome Fieber (68 Prozent), Husten (65 Prozent) und Atembeschwerden (39 Prozent). Ausserdem lag bei 43 Prozent eine Lungenentzündung vor.

Bei den Toten waren laut BAG 64 Prozent Männer. Die Altersspanne der verstorbenen Personen betrug 32 bis 101 Jahre. 97 Prozent der Toten litten zuvor an mindestens einer Vorerkrankung. Die drei am häufigsten genannten Vorerkrankungen waren Bluthochdruck (66 Prozent), Herz-Kreislauferkrankungen (55 Prozent) und Diabetes (28 Prozent).

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Covid-19 beläuft sich bisher insgesamt auf rund 162'500, davon fiel das Resultat bei 15 Prozent der Fälle positiv aus.

Bund stellt Soforthilfe für Kultur bereit

Auch für Kulturschaffende will der Bundesrat die Folgen der Covid-19-Pandemie abfedern. Dafür hatte er bereits am 20. März ein Massnahmenpaket beschlossen. Jetzt stehen die Mittel bereit, wie das Bundesamt für Kultur (BAK) mitteilt.

Insgesamt 280 Millionen Franken für die Kultur hat der Bundesrat schon Ende März angekündigt. Jetzt ist klar, wie diese erste Tranche aufgeteilt werden soll: 100 Millionen Franken für nicht gewinnorientierte Unternehmen und 25 Millionen Franken für Kulturschaffende sind als Soforthilfe vorgesehen; weitere 145 Millionen Franken stehen als Ausfallentschädigung zur Verfügung. Für Kulturvereine im Laienbereich stehen 10 Millionen Franken bereit.

«Jürg Jenatsch» auf der Theaterbühne: Nicht nur Theateraufführungen müssen wegen der Covid-19-Pandemie abgesagt werden. Nun wird klar, wie der Bund den Kulturschaffenden helfen will. (Archivbild) Bild: Keystone

Für die einzelnen Akteure heisst das: Nicht gewinnorientierte Kulturunternehmen können zinslose Darlehen beantragen. Laut Verordnung dürfen diese höchstens 30 Prozent der Erträge des Betriebs gemäss der letzten revidierten Jahresrechnung betragen. Subventionen der öffentlichen Hand werden abgezogen.

Kulturschaffende: 196 Franken pro Tag

Auch Kulturschaffende können Soforthilfen von höchstens 196 Franken pro Tag beantragen. Grundlage für die Beurteilung des Anspruchs ist die letzte Veranlagung der direkten Bundessteuer und der Nachweis einer wirtschaftlichen Notlage. Entschädigungen für den Erwerbsausfall werden an die Nothilfe angerechnet.

Zusätzlich stehen Kulturunternehmen und Kulturschaffende auf Gesuch hin Finanzhilfen zur Verfügung zur Abfederung der finanziellen Folgen durch eine Absage oder Verschiebung von Veranstaltungen und Projekten oder durch Betriebsschliessungen. Die Ausfallentschädigung deckt höchstens 80 Prozent des finanziellen Schadens. Ein allenfalls entgangener Gewinn wird nicht abgegolten.

Für zwei Monate befristet

Nicht erfasst von der Kultur-Notverordnung des Bundes sind beispielsweise Verlage, Musikinstrumentenhersteller und -händler, Videotheken sowie Discotheken, Dancings und Nachtclubs. Auch Architekturbüros, Fotolabors, Bibliotheken sowie Kunsthändler können nicht auf Basis dieser Verordnung Finanzhilfen geltend machen. Dagegen sind etwa Ateliers und Studios für Textil-, Objekt-, Schmuck und Grafikdesign anspruchsberechtigt.

Öffentlich-rechtliche Anstalten sowie in die Verwaltung integrierte Kulturakteure sind von der Verordnung ausgeschlosssen. Dagegen sind staatlich subventionierte Unternehmen grundsätzlich berechtigt, Finanzhilfen zu beantragen.

Die Verordnung über die Soforthilfen für die Kultur tritt rückwirkend per 21. März für die Dauer von zwei Monaten in Kraf und ist auf zwei Monate befristet.

BAG berichtet nicht mehr über Grippe

Das BAG stellt ab sofort seine Grippeberichterstattung ein. Denn die aktuelle Situation rund um die Covid-19-Pandemie habe Einfluss auf die Datenerhebung für die grippeähnlichen Erkrankungen.

Einerseits seien die Symptome von Covid-19 und einer Influenza-Erkrankung ähnlich. Covid-19 könne daher in die Statistik der grippeähnlichen Erkrankungen einfliessen, schrieb das Bundesamt für Gesundheit am Montag in seinem wöchentlichen Bulletin.

Andererseits verändere die aktuelle Lage das Verhalten von erkrankten Personen bezüglich Arztkonsultationen. Das müsse in der Interpretation der Daten ebenfalls berücksichtigt werden. Die Daten seien aus diesen Gründen zunehmend weniger aussagekräftig für Influenza. Aus diesem Grund werde die Grippeberichterstattung ab sofort eingestellt.

Erster Todesfall in Liechtenstein

In Liechtenstein ist am Wochenende eine an der Lungenkrankheit Covid-19 leidende Person gestorben. Es handelt sich um den ersten Todesfall im Zusammenhang mit dem grassierenden Coronavirus.

Nach Angaben der Liechtensteiner Behörden ist das Opfer eine hochbetagte Person, die in Schaan in einem Pflegeheim lebte und dort isoliert wurde. Es könne nicht mit Sicherheit bestimmt werden, wie sich die Person mit dem Virus angesteckt habe, schrieben die Behörden.

Aufgrund der korrekten und professionellen Reaktion im Heim habe eine Ansteckung von weiteren Bewohnerinnen und Bewohnern verhindert werden können. Bislang wurden insgesamt 77 im Fürstentum Liechtenstein lebende Personen positiv auf das Coronavirus getestet.

Finanzchefs halten starke Rezession für unvermeidbar

Die Corona-Pandemie hat innerhalb kürzester Zeit die wirtschaftlichen Aussichten der Schweiz fundamental verändert. Schweizer Finanzchefs sind so pessimistisch wie noch nie.

Weder in der Euro-Krise, noch beim Franken-Schock waren die CFOs bezüglich Konjunkturaussichten so negativ wie heute, erklärte Beratungsunternehmens Deloitte am Montag in seiner halbjährlich durchgeführten CFO-Umfrage.

Regelrechter Absturz

Die Befragungen zeigen zwar schon seit knapp zwei Jahren eine Abkühlung an, nun kam es aber zu einem regelrecht Absturz. So rechnen 97 Prozent der nach Mitte März befragten Finanzchefs mit einer negativen Entwicklung der Wirtschaft über die kommenden 12 Monate – und 41 Prozent davon gar mit einer stark negativen Dynamik.

Auch in den Finanzdistrikten sind nur noch sehr wenige Leute unterwegs, wie hier an der Zürcher Bahnhofstrasse. Bild: Andy Mueller/Freshfocus

Zudem sehen gut zwei Drittel (67%) eine negative finanzielle Entwicklung auf ihr Unternehmen zukommen und nur gerade 15 Prozent eine positive. Dabei schätzen 93 Prozent die Zukunft ihres Unternehmens als weniger rosig als noch vor drei Monaten ein.

Und mehr als drei Viertel (78%) rechnen mit einem Umsatzrückgang, über die Hälfte (52%) mit einem Sinken des Personalbestandes innert Jahresfrist.

Digitalisierungsschub erwartet

Das Gros der Schweizer CFOs begegnet der Krise allerdings aktiv, wie die Umfrage weiter zeigt. So haben 91 Prozent der Unternehmen Massnahmen zur Eindämmung der Wachstumsschwäche getroffen – am häufigsten wurden Kosteneinsparungen und Umsatzgenerierung genannt.

Und die wirklich erfolgreichen Unternehmen setzten sich bereits jetzt mit der Zeit nach der Krise auseinander, sagt Alessandro Miolo, Verantwortlicher für das CFO-Programm bei Deloitte. «Sie prüfen mögliche Käufe oder Verkäufe von Unternehmensteilen und setzen nötige interne Veränderungen zielgerichtet um. Ich rechne mit einem grossen Digitalisierungsschub als Folge der Coronakrise», so Miolo.

Zahl der Job-Ausschreibungen massiv gesunken

Die Zahl der Stellenausschreibungen in der Schweiz ist mit der Zuspitzung der Corona-Krise massiv gesunken. Sie sackte innert nur zwei Wochen um rund 26 Prozent ab, wie Spezialauswertungen im Rahmen des Adecco Group Swiss Job Market Index für die Schweizer Stellenbörsen zeigen.

Noch kurz vor dem 16. März, als der Bundesrat die «ausserordentliche Lage» verkündet hatte, zeigte der Job Index im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres ein Plus von 4 Prozent auf, wie der Schweizer Stellenvermittler am Montag mitteilte.

Der Einbruch der Stellenausschreibungen seither sei markant und erinnere bereits jetzt an vergangene Krisen wie etwa der Frankenschock 2015 oder die Bankenkrise 2008, meint Nicole Burth, CEO der Adecco Gruppe Schweiz. Die Ausgangslage sei hier allerdings eine völlig neue, sodass dank Kurzarbeit die Chancen für eine mittelfristige Erholung intakt seien.

Aktuell werde vor allem medizinisches Personal sehr gesucht, sowie auch Personal in der Lebensmittelindustrie, im Online-Detailhandel und punktuell auch in Logistik und Industriebetrieben. Adecco versuche entsprechend, Mitarbeitende in betroffenen Bereichen auf die gesuchten Bereiche umzupositionieren.

Der nächste Job-Index wird Anfangs Juli veröffentlicht, dann dürften sich die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Gesamtstellenmarkt und insbesondere auch für die verschiedenen Berufsgruppen im Detail zeigen.

Weitere Massnahmen gefordert

Die Konjunkturforschungsstelle Kof der ETH Zürich sieht weiteren Handlungsbedarf des Staates in der Coronavirus-Krise. Die derzeitigen Massnahmen zur Stützung der Wirtschaft würden nicht ausreichen.

Dies sagte der Leiter der Institution, Jan-Egbert Sturm, den «Zeitungen der CH-Media» vom Montag. Kurzarbeit und Kredite allein reichten nicht, betonte er. «Sind nach der Krise viele Betriebe überschuldet, werden sie auf Jahre hinaus nicht investieren», sagte Sturm. Für Innovationen fehle dann das Geld und die Wirtschaft würde weniger stark wachsen.

Kof-Leiter Jan-Egbert Sturm. (Bild: Keystone)

Daher plädierten die Forscher, dass der Staat die Unternehmen weiter entlastet. Er solle etwa Mietkosten oder Zinszahlungen übernehmen, schlugen die Wissenschaftler vor. «Es wäre eine Art von Kurzarbeit-Regime für Kapital», erklärte der Kof-Direktor. Zwar solle der Staat nicht alles übernehmen, aber eine gewisse Leistung sei angebracht. Die Betriebe, ihre Vermieter und deren Geldgeber stünden allerdings ebenfalls in der Pflicht, sagte er.

«Alles, was wir jetzt nicht tun, kommt uns später teurer zu stehen», warnte Sturm. So könne etwa die Arbeitslosenquote in der Schweiz stark steigen. Ausserdem würden inmitten der Krise kaum neue Arbeitsplätze geschaffen und auch danach seien die Unternehmen zunächst zurückhaltend. Das Land sei aber in der finanziellen Lage, solche A-fonds-perdu-Beträge zu stemmen, ohne die Grenze der Stützungsmassnahmen von 100 Milliarden Franken zu überschreiten, hiess es.

Zufahrt zum Flüelapass GR wegen Rekordandrangs gesperrt

Die Zufahrt zum Flüelapass GR ist am Samstag gesperrt worden. Ausflügler hatten auf einer Länge von zwei Kilometern rund hundert Fahrzeuge auf beiden Seiten der Strasse abgestellt. Die Kantonspolizei Graubünden spricht von einem Besucherrekord – trotz Aufforderung der Behörden, wegen des Coronavirus zu Hause zu bleiben.

Menschenmassen am Flüelapass
Freizeitsportler hielten sich am Samstag, 4. April 2020, nicht an die Anweisungen, zu Hause zu bleiben. Weil alle Parkplätze besetzt waren, stellten viele ihre Autos auf der Strasse ab.

Der Flüelapass, der wegen der Wintersperre derzeit noch geschlossen ist, konnte bisher von Davos her bis zur mittleren Station Tschuggen mit dem Auto befahren werden. Am Sonntag stellte die Polizei an der Talstation der Pischa-Bahn allerdings ein Fahrverbot auf, um das wilde Abstellen von Autos entlang der Strasse zu verhindern.

Am Samstag wurden noch keine Bussen verteilt, wie der Sprecher der Kantonspolizei, Markus Walser, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA gegenüber einen Bericht von «Blick online» bestätigte. Auch verzeigt worden sei niemand.

822 neue Covid-19-Fälle in der Schweiz innerhalb eines Tages

In der Schweiz ist die Zahl der nachgewiesenen Covid-19-Infektionen innerhalb eines Tages um 822 auf 21'100 Fälle gestiegen. Die Kantone meldeten insgesamt mindestens 621 Tote.

Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, die sich auf die offiziellen Angaben der Kantone stützt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gab am Sonntag die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 mit 559 an. Es stützt sich auf Angaben der Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte.

Die neusten Fallzahlen zeigen, dass die Zahl der Infektionen weiterhin stetig ansteigt. Mittlerweile weist die Schweiz eine der höchsten Raten an Neuansteckungen in Europa auf. Die Inzidenzen belaufen sich auf 246 Fälle pro 100'000 Einwohner. Bezogen auf die Einwohnerzahl sind die Kantone Tessin, Genf, Waadt und Basel-Stadt weiterhin am stärksten von der Pandemie betroffen. Mindestens 2'354 Covid-19-Patienten wurden hospitalisiert.

Bei den Toten waren laut BAG 64 Prozent Männer. Die Altersspanne der verstorbenen Personen betrug 32 bis 101 Jahre. 97 Prozent der Toten litten zuvor an mindestens einer Vorerkrankung. Die drei am häufigsten genannten Vorerkrankungen waren Bluthochdruck (66 Prozent), Herz-Kreislauferkrankungen (55 Prozent) und Diabetes (28 Prozent).

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Covid-19 beläuft sich bisher insgesamt auf rund 158'000, davon fiel das Resultat bei 15 Prozent der Fälle positiv aus.

Dutzende Schweizer aus Australien nach Hause gebracht

Die Schweiz hat am Sonntag dutzende auf dem Kontinent Australien gestrandete Menschen repatriiert. Eine vom Aussendepartement gecharterte Maschine der Fluggesellschaft Edelweiss mit 177 Passagieren an Bord landete laut Angaben des Flughafens um 06.20 Uhr in Zürich.

Das Flugzeug war am Samstag in der australischen Ostküstenmetropole Sydney mit 193 Passagieren aus der Schweiz und elf weiteren Ländern an Bord gestartet, wie der für die Asien-Pazifik-Region zuständige Botschafter Raphael Nägeli im Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Die Maschine legte vor der Landung in Zürich einen Zwischenstopp auf der thailändischen Insel Phuket ein.

Es handelte sich um den neunzehnten Flug im Rahmen der Rückholaktion des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Insgesamt wurden bereits rund 2400 Schweizer Reisende zurückgebracht. Wegen der Coronavirus-Pandemie sitzen viele Schweizer Touristen und Geschäftsreisende im Ausland fest. Das EDA startete deshalb die bislang grösste Rückholaktion in seiner Geschichte.

Mehrere Töffunfälle

Der Aufruf der Polizei zum Verzicht auf Ausflugsfahrten ist nicht überall befolgt worden. So hat allein die Schwyzer Kantonspolizei am Samstag auf ihrem Gebiet mehrere Motorradunfälle mit insgesamt drei Verletzten registriert.

Die Kantonspolizei appellierte deshalb in einer Mitteilung erneut eindringlich an die Bevölkerung, die Empfehlungen des Bundesrates zu befolgen und wenn immer möglich zu Hause zu blieben. Insbesondere sei auf Ausflüge zu verzichten.

UBS vergibt Kredite von 1,8 Milliarden Franken

Die Grossbank UBS hat im Zuge der finanziellen Unterstützung von Schweizer Unternehmen wegen der Coronakrise bisher 23'000 Anträge im Umfang von 1,8 Milliarden Franken gesprochen. Die Kredithöhe betrug laut Konzernchef Sergio Ermotti im Schnitt 200'000 Franken.

Auf die Frage, ob es bereits Anträge für Kredite von über einer halben Million gebe, sagte Ermotti in einem Interview mit dem «SonntagsBlick», der allergrösste Teil betreffe Kredite darunter. Bei den höheren Beträgen gebe es Kredite bis zu 20 Millionen Franken, aber ausserhalb des Programms auch Anträge von multinationalen Konzernen, die weit über diesen Betrag hinausgingen. Es gebe alles: von sehr kleinen Beträgen bis zu Milliardenkrediten.

«Teil der Lösung»

Er hoffe, dass kleine und mittelgrosse Unternehmen mit Hilfe der Banken gerettet werden könnten. Das Ziel der Aktion sei es, dass die Firmen die Krise überstehen könnten. Natürlich müssten sich die Firmen verschulden. Aber die Kredite seien zinslos. Sie seien somit wenigsten keine Last für den Cashflow. Hinzu komme, dass 80 Prozent der Kunden, die jetzt Sofortkredite bei der UBS aufgenommen hätten, bisher nicht verschuldet gewesen seien.

Ermotti betonte einmal mehr, dass die UBS keinen Rappen an den Krediten verdiene. Auch habe die Grossbank keine Liquiditätsvorteile. Sollten Gewinne anfallen, werde die UBS das Geld spenden. Die UBS sei auf die Krise vorbereitet. «Wir sind Teil der Lösung», sagte Ermotti in dem Interview weiter.

red/sda/reuters