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Coronavirus weltweit +++ 400'000 Corona-Tote zum Ende von Trumps Amtszeit +++ Frankreichs Geburtenrate gesunken

Die Zahl der Todesfälle in den USA ist auf mehr als 400'000 gestiegen. Frankreich verzeichnet die tiefste Geburtenzahl seit 1945. Internationale Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In Grossbritannien und Südafrika ist eine mutierte Variante des Coronavirus aufgetaucht. In immer mehr Ländern wird die offenbar ansteckendere Mutation nachgewiesen.

  • Die USA bleiben das am stärksten betroffene Land; gefolgt von Indien, Brasilien, Russland und Frankreich.

  • Weltweit sind gigantische Impfprogramme angelaufen (Zum Vergleich).

Hier gelangen Sie zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

LIVE TICKER

Merkel begründet verschärften Lockdown

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar mit der Gefahr des mutierten Coronavirus begründet. «Wir müssen jetzt handeln», sagte Merkel am Dienstagabend nach den Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. Es sei nun noch Zeit, der Gefahr vorzubeugen. Sonst könnten die Zahlen stark steigen.

Lesen Sie dazu: Deutschland verlängert und verschärft Massnahmen erneut

Mehr als 400'000 Corona-Tote zum Ende von Trumps Amtszeit

Ein Jahr nach dem ersten gemeldeten Corona-Fall in den USA hat das Land einen weiteren düsteren Meilenstein passiert: Mehr als 400'000 Menschen sind seit Beginn der Pandemie bereits nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 gestorben, wie aus den Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Dienstag hervorging.

Die Zahl der täglich nachgewiesenen Neuinfektionen bewegen sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern weiter auf hohem Niveau. In den vergangenen Tagen wurden mehrfach mehr als 3000 Tote und mehr als 200'000 Neuansteckungen binnen 24 Stunden verzeichnet. In absoluten Zahlen gemessen sind die USA das Land mit den meisten nachgewiesenen Ansteckungen und Todesfällen. Mehr als 24 Millionen Infektionen wurden verzeichnet. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

Frankreich verzeichnete 2020 niedrigste Geburtenzahl seit 1945

In Frankreich ist die Zahl der Geburten iim vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit 1945 gesunken. Zudem hat die Corona-Pandemie die durchschnittliche Lebenserwartung um mehrere Monate reduziert, wie das Statistik-Institut Insee am Dienstag mitteilte. Die Lebenserwartung bei der Geburt liege damit nun bei 85,2 Jahren bei Frauen und 79,2 Jahren bei Männern, ein Rückgang um fünf beziehungsweise sechs Monate.

Eltern demonstrieren mit ihren Kindern gegen eine Maskenpflicht an Schulen in Bayonne in Südwest-Frankreich.
Eltern demonstrieren mit ihren Kindern gegen eine Maskenpflicht an Schulen in Bayonne in Südwest-Frankreich.
Foto: Bob Edme (Keystone)

Die Zahl der Geburten lag 2020 bei rund 740'000. Die Geburtenrate pro Frau sank damit auf 1,84 Kinder im Vergleich zu 1,86 im Jahr 2019. Zum Vergleich: In Deutschland lag die durchschnittliche Geburtenrate je Frau laut Statistischem Bundesamt 2019 bei 1,54 Kindern.

Im ersten Jahr der Corona-Pandemie starben in Frankreich insgesamt 658'000 Menschen, 7,3 Prozent mehr als 2019. Damit wurden 2020 nur 82'000 Menschen mehr geboren als starben, verglichen mit 140'000 im Vorjahr. Das ist ebenfalls der niedrigste Wert seit 1945.

Brasilien startet Impfkampagne

Deutlich später als die USA, Europa oder andere lateinamerikanische Länder hat Brasilien seine Corona-Impfkampagne gestartet. Nach Beratungen mit den Gouverneuren sei entschieden worden, zwei Tage früher als geplant mit den Impfungen zu beginnen, sagte Gesundheitsminister Eduardo Pazuello am Montag. In der chinesischen Millionenmetropole Shijiazhuang wurde derweil am Dienstag an der Errichtung eines riesigen Quarantäne-Zentrums gearbeitet.

Alle 27 Bundesstaaten Brasiliens würden nun mit Impfstoff versorgt und könnten dann sofort mit den Impfungen beginnen, erläuterte Gesundheitsminister Pazuello.

Eine Angestellte im Gesundheitswesen indigener Abstammung zeigt in Manaus ihr Karte, nachdem sie geimpft worden ist.
Eine Angestellte im Gesundheitswesen indigener Abstammung zeigt in Manaus ihr Karte, nachdem sie geimpft worden ist.
Foto: Edmar Barros (AP/Keystone/18. Januar 2021)

Die brasilianische Aufsichtsbehörde Anvisa hatte am Sonntag dem Vakzin des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens Astrazeneca die Zulassung erteilt. Grünes Licht gab es auch für das vom chinesischen Hersteller Sinovac in Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Institut Butantan entwickelte Mittel CoronaVac. Vorerst ist aber nur dieser Impfstoff in Brasilien verfügbar.

Brasilien ist mit mehr als 210.000 Todesopfern nach den USA das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt.

Belgierin steckt sich in der Schweiz an: 5000 Personen in Quarantäne

Eine junge Belgierin steckte sich in ihren Skiferien in der Schweiz mit der mutierten Version an. Das hat nun schwerwiegende Konsequenzen: Weil sie bei ihrer Rückreise in ihre Heimat die Quarantäneregeln missachtete, stehen nun 5000 Personen im Raum Antwerpen in Quarantäne, wie die NZZ via belgische Medien berichtet. Die Schülerin steckte offenbar eine Mitschülerin an, die dann das Virus an ihre Mutter übertrug. Weil diese Frau Lehrerin ist, mussten am Ende zwei grosse Schulen in Belgien komplett geschlossen werden.

Grossbritannien verzeichnet weltweit höchste Corona-Todesquote

Grossbritannien verzeichnet derzeit relativ zur Bevölkerung die weltweit höchste Anzahl von Corona-Todesfällen. Im gleitenden Sieben-Tage-Durchschnitt waren es zuletzt mehr als 16,5 Tote pro einer Million Menschen.

Das geht aus einer aktuellen Auswertung der Universität Oxford hervor, die sich auf Daten der Johns-Hopkins-Universität bezieht. Damit liegt Grossbritannien knapp vor Tschechien und Portugal und deutlich vor Deutschland und den USA, die beide in diesem Zeitraum im Schnitt mehr als neun Todesopfer pro einer Million Einwohner verzeichneten.

China baut riesiges Quarantäne-Zentrum in Shijiazhuang

Nach dem Auftreten von Corona-Infektionen in der chinesischen Millionenmetropole Shijiazhuang arbeiten hunderte Arbeiter rund um die Uhr an der Errichtung eines riesigen Quarantäne-Zentrums. Mit Hilfe von Kränen setzten am Dienstag hunderte Arbeiter vorgefertigte Teile für Behelfsunterkünfte auf einem riesigen Gelände in einem Vorort von Shijiazhuang zusammen. Die Bauarbeiten hatten am vergangenen Mittwoch begonnen.

Die Unterkünfte sollen mit Badezimmern mit Warmwasser, WLAN und Klimaanlage ausgestattet werden. Chinesischen Medien zufolge soll das Quarantänezentrum bereits in ein paar Tagen fertig sein, damit dort Menschen, die Kontakt mit Corona-Infizierten hatten, isoliert werden können. Es wird laut Staatsfernsehen Platz für bis zu 4000 Menschen bieten.

In Shijiazhuang arbeiten hunderte Arbeiter rund um die Uhr an der Errichtung eines riesigen Quarantäne-Zentrums (16. Januar 2021)
In Shijiazhuang arbeiten hunderte Arbeiter rund um die Uhr an der Errichtung eines riesigen Quarantäne-Zentrums (16. Januar 2021)
Foto: AFP

Im Grossraum Shijiazhuang leben etwa elf Millionen Menschen. Shijiazhuang ist die Hauptstadt der Provinz Hebei, die Chinas Hauptstadt Peking umgibt. Anfang Januar wurden Shijiazhuang sowie weitere Millionenmetropolen in Hebei nach der Feststellung einzelner Infektionsherde abgeriegelt. Ausserdem ordneten die Behörden Corona-Massentests an.

Israel verzeichnet Rekorde bei Corona-Impfungen und -Neuinfektionen

In Israel sind in der Corona-Krise Höchststände sowohl bei den Neuinfektionen als auch bei den Impfungen registriert worden. Der Corona-Beauftragte des Landes, Nachman Asch, sagte am Dienstag dem Armeesender, am Vortag seien erstmals mehr als 10'000 neue Fälle gemeldet worden. Die exakten Zahlen des Gesundheitsministeriums lagen zunächst nicht vor. Seit Beginn der Pandemie überstieg die Zahl der Neuinfektionen pro Tag erst fünf Mal den Wert von 9000, vier Mal davon in der vergangenen Woche.

Israel steckt inmitten einer dritten Corona-Welle. Das Gesundheitssystem hat die Belastungsgrenze erreicht. Das Land hat etwas mehr als neun Millionen Einwohner, Deutschland etwa neunmal so viele. Dort wurden binnen 24 Stunden zuletzt 11'369 neue Fälle registriert. Seit knapp zwei Wochen gilt in Israel ein Lockdown mit strikten Einschränkungen. Man darf das eigene Haus oder die eigene Wohnung nur in einem Umkreis von 1000 Metern verlassen. Am Dienstag wollte die Regierung über eine Verlängerung beraten.

Deutschland meldet mehr als 11'000 Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) mehr als 11'000 Corona-Neuinfektionen und knapp tausend weitere Todesopfer gemeldet. Wie das RKI am Dienstagmorgen mitteilte, stieg die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus binnen 24 Stunden um 11'369 auf 2'052'028 Fälle. Die Zahl der Corona-Toten stieg um 989 auf 47'622 Fälle.

Corona-Mutante offenbar nicht tödlicher

Die zuerst in Südafrika entdeckte Corona-Mutante ist Experten zufolge zwar ansteckender, aber offenbar nicht tödlicher als die ursprüngliche Form des Virus. Die neue Variante sei 50 Prozent ansteckender als das ursprüngliche Virus, sagte der südafrikanische Epidemiologe Salim Abdool Karim, der als Mitglied eines Expertengremiums die Regierung berät. Es gebe jedoch «keine Beweise» dafür, dass die mutierte Form auch tödlicher sei, fügte er hinzu.

Dr. Waasila Jassat, ein weiteres Mitglied des Expertengremiums, sagte, dass die Rate der Todesfälle in den Krankenhäusern sich im Vergleich zur ersten Welle nicht verändert habe, obwohl mehr Menschen eingewiesen wurden.

Die Experten analysierten zahlreiche Daten von den landesweit verbreiteten Virus-Clustern. Die mutierte Form des Virus gilt mittlerweile als der dominante Stamm in Südafrika.

Brasilien startet Impfkampagne

Nach der Notfallzulassung der Corona-Impfstoffe von Sinovac und Astrazeneca hat die brasilianische Regierung ihre landesweite Impfkampagne gestartet. Diese begann in zehn Bundesstaaten, wie das «Jornal Nacional» von «TV Globo» am Montagabend berichtete.

In Rio de Janeiro etwa bekam die 80-jährige Terezinha da Conceição als erste eine Dosis Impfstoff am Fusse der Christusstatue, einem Postkartenmotiv der Stadt. Zuvor war bereits als erste Frau in Brasilien überhaupt eine 54-Jährige in São Paulo geimpft worden. Der Impfbeginn war von Komplikationen geprägt, auch weil die Regierung in Brasília unter öffentlichem Druck kurzfristig beschlossen hatte, früher als vorgesehen zu starten.

Die 59-jährige Krankenschwester Silva Lopes erhält am Fusse der Christusstatue in  Rio de Janeiro eine der ersten Corona-Impfungen. (18. Januar 2021)
Die 59-jährige Krankenschwester Silva Lopes erhält am Fusse der Christusstatue in Rio de Janeiro eine der ersten Corona-Impfungen. (18. Januar 2021)
Foto: Buda Mendes (Getty Images)
Disneyland Paris verschiebt Wiedereröffnung

Das Disneyland bei Paris bleibt wegen der Corona-Pandemie länger geschlossen als geplant. Die für den 13. Februar vorgesehene Wiedereröffnung sei abgesagt worden, teilte der Freizeitpark am Montag mit. Stattdessen werde nun der 2. April angepeilt.

Aber auch dieses Datum stehe unter Vorbehalt, hiess es mit Blick auf die weitere Entwicklung der Pandemie. Der Park hatte nach vier Monaten Zwangspause während der ersten Corona-Welle Mitte Juli wieder seine Pforten geöffnet. Ende Oktober musste er aber wieder schliessen.

Der Park hat seit Ende Oktober wieder geschlossen: Besucher mussten im vergangenen Sommer Schutzmasken im Disneyland Paris tragen. (15. Juli 2020)
Der Park hat seit Ende Oktober wieder geschlossen: Besucher mussten im vergangenen Sommer Schutzmasken im Disneyland Paris tragen. (15. Juli 2020)
Foto: Christophe Petit Tesson/Keystone

Disneyland Paris hatte 2015 fast 15 Millionen Besucher verzeichnet, seitdem wurden keine Zahlen mehr mitgeteilt. Der Freizeitpark ist nach eigenen Angaben die grösste private Touristenattraktion in Europa.

Kalifornien empfiehlt Stopp von 330'000 Impfungen

In Kalifornien sollen mehr als 330'000 Coronavirus-Impfungen mit einer Vakzin-Variante des Herstellers Moderna vorerst auf Eis gelegt werden. Die oberste Epidemiologin in dem US-Staat, Erica S. Pan, empfahl am Sonntag, den Impfstoff 41L20A von Moderna zunächst nicht mehr zu verwenden, um potenziell schwerwiegenden allergischen Reaktionen auf den Grund zu gehen.

Ein Arzt impft am Universitätsspital Essen eine Patientin mit dem Moderna-Impfstoff. (18. Januar 2021)
Ein Arzt impft am Universitätsspital Essen eine Patientin mit dem Moderna-Impfstoff. (18. Januar 2021)
Foto: Lukas Schulze (Getty Images)

Im Zeitraum vom 5. bis zum 12. Januar seien mehr als 330'000 Dosen des Mittels in Kalifornien angekommen und an 287 Stellen verteilt worden, die den Impfstoff verabreichen. Weniger als zehn Menschen hätten innerhalb von 24 Stunden medizinische Hilfe benötigt; allen sei das Mittel im gleichen Gemeindezentrum verabreicht worden. Weitere Zusammenhänge seien nicht gefunden worden, sagte Pan. «Äusserste Vorsicht» sei der Grund, warum ein Stopp der Impfungen empfohlen werde und man lieber auf andere verfügbare Impfmittel zurückgreifen solle.

Das Unternehmen Moderna teilte mit, ihm seien keine vergleichbaren Ereignisse aus anderen Impfzentren bekannt, die vielleicht ebenfalls Impfstoff aus der Charge erhalten hätten.

108-Jährige nach Infektion geimpft

Nachdem sie eine Corona-Infektion überlebt hat, ist eine 108-jährige Italienerin als einer der weltweit ältesten Menschen gegen das Virus geimpft worden. Fatima Negrini erhielt die Impfung am Montag zusammen mit anderen Bewohnern ihres Pflegeheims in Mailand. Die Ankunft des Impfstoffs bedeute für die Bewohner «einen ersten Schritt zur Rückkehr in den friedlichen Alltag» sagte der Sprecher des Heims, Matteo Tessarollo.

Negrini, die im vergangenen Jahr erfolgreich gegen das Virus gekämpft hatte, wurde von der italienischen Zeitung «Corriere della Sera» damals mit den Worten «Gott hat mich vergessen» zitiert.

AFP

Wie die 108-Jährige erhielt auch der 90-jährige Holocaust-Überlebende Sami Modiano am Montag in Rom seine erste Impfdosis. Der Regionalpräsident im Latium und Vorsitzende der Demokratischen Partei (PD), Nicola Zingaretti, veröffentlichte ein Foto von Modiano bei Twitter. Es sei «ein Bild des Vertrauens und der Hoffnung für alle», schrieb Zingaretti.

Ischgl steht vor «jahrelangen Verfahren»

Im Justizstreit um Corona-Ansteckungen im Tiroler Skiort Ischgl ist für April vor einem Wiener Gericht die erste mündliche Verhandlung angesetzt. Das teilte der Vorsitzende des Verbraucherschutzvereins (VSV) Peter Kolba am Montag mit.

Bis dahin würden weitere 100 Amtshaftungsklagen gegen die Republik Österreich eingereicht, so Kolba: «Wir sind für jahrelange Verfahren gerüstet, ob die Marke Ischgl jahrelangen Streit aushält, muss Tirol beurteilen.» Die Kläger wollen Schadenersatz. Bei der Verhandlung sollen auch Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz sowie zwei Minister als Zeugen aussagen.

Eine Recherche über das «System Ischgl» war das Ziel: Menschenmenge Ende Januar 2020, kurz bevor Ischgl als Superspreader-Ort in die Schlagzeilen geriet.
Eine Recherche über das «System Ischgl» war das Ziel: Menschenmenge Ende Januar 2020, kurz bevor Ischgl als Superspreader-Ort in die Schlagzeilen geriet.
Foto: ORF

Bei dem Verein haben sich nach eigenen Angaben Tausende Menschen gemeldet, die sich Anfang vergangenen Jahres bei Aufenthalten in Ischgl mit dem Coronavirus infiziert haben sollen. Bei der Verhandlung am 9. April vor dem Landgericht für Zivilrechtssachen in Wien geht es laut Kolba um den Fall eines in Ischgl infizierten und dann gestorbenen Österreichers. Der Verein plane zudem, im Frühjahr eine Sammelklage zu organisieren.

Ischgl galt im März 2020 als Corona-Hotspot in Europa. Tausende Infektionen sollen auf den bekannten Tiroler Wintersportort zurückzuführen sein. Eine unabhängige Experten-Kommission hatte zwischenzeitlich festgestellt, dass es im Krisenmanagement zu Fehlern und Fehleinschätzungen gekommen war. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ermittelt. Der Staat Österreich hatte in einer Klagebeantwortung jegliches schuldhafte Handeln der Behörden bestritten.

Lesen Sie auch: Corona-Hotspot Ischgl – Mitten im Ausnahmezustand

Bislang bloss 25 Impfungen in armen Ländern

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erneut die gewaltige Kluft bei den Corona-Impfungen zwischen den reichen und den armen Ländern scharf kritisiert.

Während in mindestens 49 wohlhabenden Staaten inzwischen 39 Millionen Dosen verabreicht worden seien, liege die Zahl der gespritzten Dosen in den armen Ländern bei gerade einmal 25, sagte der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag zum Auftakt einer mehrtägigen Sitzung des WHO-Exekutivrates. «Ich muss unverblümt sagen: Die Welt steht am Rand eines katastrophalen moralischen Versagens.»

«Verlängerung der Pandemiedauer droht»

Die Zahl der bilateralen Verträge reicher Staaten mit den Impfstoffherstellern nehme deutlich zu. Während im vergangenen Jahr 44 solche Kontrakte geschlossen worden seien, seien es in den ersten Tagen 2021 bereits zwölf, sagte Tedros.

«Die Welt steht am Rand eines katastrophalen moralischen Versagens»: WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus kritisiert die «Ich-Zuerst-Haltung» bei der Impfstoff-Verteilung.
«Die Welt steht am Rand eines katastrophalen moralischen Versagens»: WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus kritisiert die «Ich-Zuerst-Haltung» bei der Impfstoff-Verteilung.
Foto: Martial Trezzini (Keystone)

Diese «Ich-Zuerst-Haltung» gefährde nicht nur die Bevölkerung in den armen Ländern, sondern werde zu einer Verlängerung der Dauer der Pandemie führen, warnte Tedros. Er appellierte an die reichen Länder, die sich viel Impfstoff gesichert hätten, ihre Zusagen einzuhalten und Dosen auch über die internationale Corona-Impfinitiative Covax an die 92 angeschlossenen Länder zu verteilen.

Norwegen lockert Corona-Massnahmen für Kinder und Jugendliche

Norwegen behält die meisten seiner Corona-Massnahmen bei, lockert aber einige Beschränkungen für Kinder und Jugendliche. Unter anderem können Jüngere im Alter bis zu 20 Jahren nun wieder wie normal zum örtlichen Training oder zu anderen Freizeitaktivitäten gehen – in der Halle oder unter freiem Himmel.

Das gab Ministerpräsidentin Erna Solberg am Montag bekannt. Wettkämpfe sollten dagegen noch nicht wieder stattfinden.

Auch die ausdrückliche Empfehlung, keinen Besuch im eigenen Heim zu empfangen, fällt nun weg. Das bedeutet, dass die Norweger wieder bis zu fünf Gäste zu Hause begrüssen dürfen. Sie sollten soziale Kontakte aber weiter begrenzen, mahnte Solberg an. Auch wenn es aussehe, dass die Massnahmen Wirkung zeigten, sei die Corona-Lage weiter unsicher. Die meisten privaten Zusammenkünfte und unterschiedliche Veranstaltungen sollten weiterhin verschoben oder abgesagt werden. Der Ausschank von Alkohol gilt weiter als verboten.

Norwegen steht in der Corona-Krise vergleichsweise gut da. Im europäischen Vergleich zählt das skandinavische Land seit langem zu den Staaten mit den niedrigsten Neuinfektionszahlen.

Louvre verzeichnet 90 Millionen Verlust

Der Pariser Louvre verzeichnet für das Jahr 2020 einen Besucherrückgang von 72 Prozent. Damit ist die Zahl der Besucher von 9,6 Millionen im Jahr 2019 aufgrund der sechsmonatigen coronabedingten Schliessung auf 2,7 Millionen gefallen.

Davon stammten rund 70 Prozent aus Frankreich, wie die Einrichtung bestätigte. Der Louvre wird gewöhnlich von einem Publikum besucht, das zu 75 Prozent aus dem nicht europäischen Ausland stammt, darunter vor allem aus Amerika und China.

Trotz Schutzkonzept keine Besucher: Abstands-Markierungen sind am Boden vor dem Louvre angebracht. (6. Juli 2020)
Trotz Schutzkonzept keine Besucher: Abstands-Markierungen sind am Boden vor dem Louvre angebracht. (6. Juli 2020)
Foto: Pascal Le Segretain (Getty Images)

Aufgrund der Reisebeschränkungen in Folge der Corona-Krise beschränkte sich 2020 der Teil der ausländischen Besucher auf Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Grossbritannien und Italien. Die meisten Besucher zog die grosse Leonardo da Vinci-Ausstellung an, die bis zum 24. Februar 2020 zu sehen war. Wegen der Pandemie musste der Louvre ab 17. März schliessen. Insgesamt war das Museum 2020 rund sechs Monate geschlossen, davon knapp vier Monate im Frühling und zwei Monate im Winter.

Den dadurch verursachten Verlust beziffert das Weltmuseum, das sich zu über 50 Prozent selbst finanziert, auf 90 Millionen Euro. Ein Teil sei vom Staat mit 46 Millionen Euro abgedeckt worden. Seit mehreren Wochen organisiert die Einrichtung auch Spendenaktionen. Ursprünglich hätte der Louvre Anfang 2021 wieder öffnen sollen. Aufgrund der anhaltenden Krise sind in Frankreich die Kultureinrichtungen jedoch bis auf Weiteres geschlossen.

Über 46'000 Todesfälle in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) mehr als 7000 Corona-Neuinfektionen und 214 weitere Todesopfer gemeldet. Wie das RKI am Montagmorgen mitteilte, stieg die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus binnen 24 Stunden um 7141 auf 2'040'659 Fälle.

Die Zahl der Corona-Toten stieg auf insgesamt nun 46'633 Fälle. Die Zahl der Genesenen nach einer Corona-Infektion gab das RKI mit etwa 1'691'700 an, gut 19'700 mehr als am Vortag.

Zwei Personen in Berlin beeilen sich, um sich gegen Covid-19 impfen zu lassen.
Zwei Personen in Berlin beeilen sich, um sich gegen Covid-19 impfen zu lassen.
Foto: Michael Sohn (AP/Keystone/14. Januar 2021)

Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, liegen die Zahlen des RKI sonntags und montags in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug 134,4 Corona-Infektionen pro 100'000 Einwohner. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.

England lädt mit Über-70-Jährigen zweite Gruppe zum Impfen ein

In England sollen nun auch die Über-70-Jährigen sowie medizinisch besonders gefährdete Menschen eine Einladung zur Corona-Impfung erhalten. Premierminister Boris Johnson bezeichnete die Einladung der mehr als fünf Millionen zählenden Gruppe am Montag als «signifikanten Meilenstein» im Kampf gegen die Pandemie.

Mehr als die Hälfte der Über-80-Jährigen in Grossbritannien haben nach Angaben der Regierung bereits ihre erste Impfdosis erhalten. Die übrigen sollen bei Terminen weiterhin Priorität geniessen, genauso wie Personal in Pflegeheimen oder medizinischen Berufen. Um die bestehenden Kapazitäten bestmöglich auszunutzen, solle aber bereits die nächste Gruppe für Termine kontaktiert werden. In einigen Regionen Englands haben bereits grosse Teile der Bevölkerung über 80 eine Impfung erhalten.

ältere Menschen in Newcastle upon Tyne warten auf ihre Impfung.
ältere Menschen in Newcastle upon Tyne warten auf ihre Impfung.
Foto: Owen Humphreys (PA/AP/Keystone/12. Januar 2021)

Die Regierung hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, bis Mitte Februar 15 Millionen Menschen – und damit die am meisten von Covid-19 gefährdeten Gruppen – zu impfen. In England sollten am Montag zehn weitere Impfzentren eröffnen, in Schottland sind Soldaten im Einsatz, weitere 80 vorzubereiten. In London soll ab Ende des Monats auch ein 24-Stunden-Zentrum getestet werden.

SDA/AFP/red

3488 Kommentare
    enrico

    16,5 Todesfälle pro Million Menschen, das sind 0,0016 Prozent!! Ist das viel? Im Vergleich zu einer saisonalen Grippe? Sie konnten auch 165 Todesfälle pro 10 Millionen Menschen, aber dann hätte vielleicht jemand bemerkt, dass die Quote einigermassen winzig ist.