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Coronavirus weltweit+++ Studie: Zahl der Infizierten in Italien sechsmal höher +++ Mehr als 18,3 Millionen Fälle

Eine neue Untersuchung zeigt Beunruhigendes aus Italien. Weltweit haben sich mehr als 18,3 Millionen Menschen nachweislich mit Corona angesteckt. Internationale News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Weltweit haben sich über 18 Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Über 650'000​ Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben.
  • Allein die USA haben 4,73 Millionen Fälle.
  • Zahlreiche Länder lockern ihre Einschränkungen oder Ausgangsbeschränkungen wieder. Gleichzeitig werden die ersten Staaten bereits von einer zweiten Welle erfasst.
  • Ein Impfstoff gegen den Erreger ist noch nicht gefunden.

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Mehr als 18,3 Millionen Menschen angesteckt

Weltweit haben sich mehr als 18,3 Millionen Menschen nachweislich mit Corona infiziert. Fast 693'000 Menschen sind in Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Das geht aus einer Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten hervor. In mehr als 210 Ländern und Territorien wurden Infektionen registriert, seit das Virus im Dezember erstmals in China nachgewiesen wurde.

Studie: Zahl der Infizierten in Italien wohl deutlich höher

Das Virus könnte in Italien einer Studie zufolge sechs Mal stärker verbreitet sein als bekannt. Das Gesundheitsministerium und das Statistikamt Istat veröffentlichten am Montag eine Auswertung, nach der knapp 1,5 Millionen Menschen im Land Antikörper gegen das Virus entwickelt haben, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Das entspreche rund 2,5 Prozent der Bevölkerung. In Italien leben rund 60 Millionen Menschen.

Das Ergebnis der Studie basiert auf Tests bei 64 660 repräsentativ ausgewählten Menschen vom 15. Mai bis 15. Juli – die Ergebnisse seien bis 27. Juli eingegangen. Laut den Daten der US-Universität Johns Hopkins haben sich in Italien bislang gut 248 000 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 35 000 Infizierte starben.

Der Studie zufolge gibt es jedoch grosse regionale Unterschiede, wie Ansa weiter berichtete. In der Lombardei wurde bei 7,5 Prozent der Menschen Antikörper festgestellt, in Süditalien bei weniger als einem Prozent.

Besorgniserregende Studie: Corona-Test in Rom.
Besorgniserregende Studie: Corona-Test in Rom.
(Keystone/29. Juli 2020)
48'395 neue Fälle in den USA

In den USA steigt die Zahl der Coronavirus-Fälle nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters binnen 24 Stunden um mindestens 48'395 auf 4,73 Millionen. Weitere 582 Menschen sind an den Folgen gestorben. Die Zahl tödlich verlaufender Ansteckungen klettert auf 155'933.

3000 Euro Busse für Corona-Sünder

Der australische Bundesstaat Victoria geht hart gegen Verstösse gegen Corona-Auflagen vor. Wer mit dem Virus infiziert und nicht zu Hause in Quarantäne anzutreffen sei, könne mit bis zu 3000 Euro Bussgeld belangt werden, kündigt der Premierminister von Victoria, Daniel Andrews, an. Die sofort fällige Geldstrafe sei notwendig, da fast ein Drittel der Personen, die sich in Selbstisolation begeben mussten, bei Kontrollbesuchen nicht anzutreffen waren. Victoria meldet 439 neue Coronavirus-Fälle in den vergangenen 24 Stunden.

Bolsonaros Stabschef infiziert

Der Stabschef des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, Armeegeneral Walter Souza Braga Netto, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ihm gehe es gut und er habe keine Symptome, teilt das Pressebüro mit. Er werde bis zu einem negativen Testergebnis in Isolation bleiben und seine Aufgaben weiterhin ausüben. Vergangene Woche gaben Bolsonaros Frau und ein weiterer Minister eine Coronavirus-Infektion bekannt. Neben Bolsonaro haben sich weitere sieben Minister in Brasilien mit dem Virus infiziert.

US-Lehrer demonstrieren gegen Wiederaufnahme des Unterrichts

Lehrer und Angestellte von Schulen in den USA protestieren gegen die geplante Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts. In mehr als 35 Schulbezirken im ganzen Land bilden sie Autokorsos mit aufgemalten Botschaften und verlangen eine Verschiebung der für August und September geplanten Rückkehr in die Klassen. Dies dürfe erst geschehen, wenn die wissenschaftlichen Daten den Schritt unterstützten, erklären die Demonstranten. Präsident Donald Trump fordert eine schnelle Wiederaufnahme des Unterrichts in den Klassenzimmern.

Lehrer demonstrieren bei einer Wahlkampfveranstaltung in Salt Lake City im US-Bundestaat Utha gegen die geplante Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts. (28. Juli 2020)
Lehrer demonstrieren bei einer Wahlkampfveranstaltung in Salt Lake City im US-Bundestaat Utha gegen die geplante Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts. (28. Juli 2020)
Foto: Rick Bowmer/Keystone

Grossbritannien nutzt weitere Schnelltest-Systeme

Zur Eindämmung des Coronavirus will Grossbritannien zwei neue Schnelltest-Systeme nutzen. Gesundheitsminister Matt Hancock sagte laut einer Mitteilung seines Ministeriums vom frühen Montagmorgen: «Millionen neuer Coronavirus-Schnelltests werden vor Ort in weniger als 90 Minuten Ergebnisse liefern und uns helfen, Übertragungsketten schnell zu unterbrechen.»

Von kommender Woche an würden Krankenhäusern, Pflegeheimen und Labors nach und nach die neuen Testsysteme zur Verfügung gestellt, hiess es weiter. Damit seien in den kommenden Monaten mehr als sechs Millionen zusätzliche Tests möglich.

Eine Ärztin hält einen Abstrich für einen Coronavirus-Test in den Händen.
Eine Ärztin hält einen Abstrich für einen Coronavirus-Test in den Händen.
Foto: Robert Michael/Keystone

Wie zuverlässig die Tests sind, muss sich in der Praxis erst noch erweisen. Professor Chris Toumazou vom Imperial College in London zufolge liefert der von ihm mitentwickelte Test der Firma DnaNudge so gut wie keine falsch positive oder falsch negative Ergebnisse. Zu dem anderen Test gab es zunächst keine Angaben. Beide Tests könnten neben Sars-CoV-2 auch andere vor allem im Winter kursierende Viren wie Influenza-Viren nachweisen, hiess es. Für die Durchführung sei kein geschultes medizinisches Fachpersonal erforderlich, was bedeute, dass sie auch in eher nicht-klinischen Umgebungen durchgeführt werden könnten.

Grossbritannien hatte zu Beginn der Pandemie grosse Schwierigkeiten, ausreichend Tests durchzuführen, baute seine Kapazitäten dann aber stark aus. «Die Tatsache, dass mit diesen Tests sowohl Grippe als auch Covid-19 nachgewiesen werden kann, wird uns auf dem Weg in den Winter enorm helfen, so dass die Patienten den richtigen Rat befolgen können, um sich und andere zu schützen», sagte Hancock.

Weiteres Mitglied der Regierung Bolsonaro mit Corona infiziert

In Brasilien hat sich nach Präsident Jair Bolsonaro und verschiedenen Ministern auch General Walter Braga Netto, als «Chefe da Casa Civil» vergleichbar mit dem Kanzleramtschef, mit dem Coronavirus infiziert.

General Walter Braga Netto wurde positiv auf das Coronavirus getestet.
General Walter Braga Netto wurde positiv auf das Coronavirus getestet.
Foto: Ueslei Marcelino/Reuters

Braga Netto habe die Bestätigung bekommen, dass ein Test auf Covid-19 positiv ausgefallen sei, berichtete die Nachrichtenagentur «Agência Brasil» am Montag unter Berufung auf seine Pressestelle. Er werde bis zu weiteren Tests in Isolation bleiben und seine Termine aus der Quarantäne wahrnehmen. In den vergangenen Wochen hatten sich nach eigenen Angaben unter anderem Sozialminister Onyx Lorenzoni, Bildungsminister Milton Ribeiro und Wissenschaftsminister Marcos Pontes infiziert.

Mexiko kündigt Unterricht per TV an

Schüler in Mexiko sollen im kommenden Schuljahr per Fernsehen und Radio unterrichtet werden. Eine entsprechende Vereinbarung der Regierung mit vier privaten Sendergruppen wurde am Montag in der täglichen Pressekonferenz von Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador in Mexiko-Stadt unterschrieben.

Für die rund 30 Millionen Schüler des Landes sei es wegen der Coronavirus-Pandemie nicht sicher, zu Beginn des neuen Schuljahres ab dem 24. August in die Klassenzimmer zurückzukehren, sagte Bildungsminister Esteban Moctezuma.

In Mexiko haben nach offiziellen Angaben nur 56,4 Prozent der Haushalte Zugang zum Internet, 44,3 Prozent verfügen über einen Computer. Trotz der Armut, in der viele Mexikaner leben, hätten aber 95 Prozent der Haushalte einen Fernseher, sagte Moctezuma. Die Schüler sollen ihm zufolge durch 4550 Sendungen im Fernsehen und 640 im Radio – auch in 20 indigenen Sprachen – Unterricht für alle Stufen erhalten.

Die Inhalte würden von der Regierung abgesegnet. Der Unterricht sei verpflichtend, es werde auch Prüfungen geben. Schulbücher sollen kostenlos verteilt werden. Nähere Informationen zu den Formaten der geplanten Sendungen gab es zunächst nicht.

Covid-19 kann auch psychische Spätfolgen haben

Eine Erkrankung an Covid-19 kann einer Studie zufolge offenbar auch psychische Folgen wie Traumata, Angst- und Schlafstörungen sowie Depressionen nach sich ziehen. Mehr als die Hälfte der 402 beobachteten Patienten entwickelte nach der Behandlung mindestens eines dieser Krankheitsbilder, wie die Studie des Mailänder Krankenhauses San Raffaele ergab. Die Schwere der Störungen habe der Schwere der Erkrankung entsprochen.

Die 265 Männer und 137 Frauen seien einen Monat nach der Entlassung aus dem Hospital untersucht worden.

Frankreich: Maskenpflicht an vielen Orten im Freien

Im südfranzösischen Nizza müssen Schutzmasken künftig auch an vielen Orten im Freien getragen werden, um eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Dazu zählen auch Abschnitte der bei Touristen beliebten Strandmeile Promenade des Anglais, wie Bürgermeister Christian Estrosi mitteilt. Nizza zieht damit mit mehreren anderen grossen französischen Städten gleich, die ebenfalls eine Maskenpflicht an vielen Orten unter freiem Himmel angeordnet haben.

In 69 zusätzlichen Gemeinden des Départements Mayenne im Nordwesten des Landes müssen seit Montag die Schutzmasken auch auf der Strasse getragen werden. Zuvor galt die Maskenpflicht dort beispielsweise bereits in der Département-Hauptstadt Laval. Die Präfektur habe vorab rund 650'000 Stoffmasken an Bewohner des Départements verteilt, erklärte Präfekt Jean-Francis Treffel am Montag im Fernsehsender BFMTV.

Damals noch ohne Maske: Szene vom Strand in Nizza vor rund drei Wochen.
Damals noch ohne Maske: Szene vom Strand in Nizza vor rund drei Wochen.
Foto: Sébatien Nogier (Keystone/9. Juli 2020)

Frankreich im Schweizer Quarantäne-Check: Wo steht La Grande Nation auf der Corona-Länder-Liste?

Virus vermiest Neustart der Kreuzfahrtbranche

Die von der Krise gebeutelte Kreuzfahrtbranche muss ihren Neustart abblasen, bevor er richtig begonnen hat. Die zum weltgrössten Kreuzfahrtkonzern Carnival gehörende Reederei Aida sagte geplante Kurzreisen ab.

Der Grund: Eine letzte formale Freigabe durch den Flaggenstaat Italien lag nicht vor. Noch schlimmer erwischte es Hurtigruten: Die norwegische Kreuzfahrtreederei stoppt nach dem Ausbruch von Covid-19 auf einem ihrer Schiffe bis auf Weiteres alle sogenannten Expeditionskreuzfahrten. Mindestens 40 Passagiere und Crewmitglieder der «Roald Amundsen» waren positiv auf das Virus getestet worden. Hunderte weitere warten noch auf ihre Testergebnisse.

Zu viele Infizierte an Bord: Die «MS Roald Amundsen» liegt in einem norwegischen Hafen.
Zu viele Infizierte an Bord: Die «MS Roald Amundsen» liegt in einem norwegischen Hafen.
Foto: Terje Petersen (Keystone/3. August 2020)

Am Freitag waren vier Besatzungsmitglieder der MS Roald Amundsen ins Krankenhaus eingeliefert worden, bei ihnen wurde später die neuartige Lungenkrankheit festgestellt. Tests ergaben, dass sich weitere 32 der 158 Mitarbeiter ebenfalls infiziert hatten.

Von den infizierten Besatzungsmitgliedern stammen 32 von den Philippinen, die übrigen sind norwegischer, französischer und deutscher Nationalität. Ausländische Besatzungsmitglieder wurden nach Unternehmensangaben zwar vor dem Verlassen ihres Heimatlandes auf das Coronavirus getestet.

In Norwegen seien sie jedoch nicht erneut getestet und vor Beginn der Arbeit auf dem Schiff nicht unter Quarantäne gestellt worden, teilte Hurtigruten mit. Das Norwegische Institut für Volksgesundheit und die Gemeinde Tromsö teilten mit, das Virus sei bisher bei vier der insgesamt 387 Passagiere festgestellt worden, die seit Mitte Juli auf dem Schiff auf zwei getrennten Kreuzfahrten unterwegs waren.

Selbstkritik

«Eine vorläufige Auswertung zeigt einen Zusammenbruch in mehreren unserer internen Verfahren», erklärte Vorstandschef Daniel Skjeldam und fügte hinzu: «Unser eigenes Versagen sowie der jüngste Anstieg der Infektionen auf internationaler Ebene hat uns dazu veranlasst, alle Expeditionskreuzfahrten in norwegischen und internationalen Gewässern einzustellen.»

Die MS Roald Amundsen sollte im September die Britischen Inseln umsegeln und in Häfen in England und Schottland anlegen.

Auch interessant: Dienst-Abmeldungen bei Swiss – Corona-Angst: Flight Attendants verweigern Flüge

Das Kabinenpersonal der Swiss muss dank einer Klausel im Arbeitsvertrag nicht in Krisengebiete fliegen – oder in Länder, wo sie über 24 Stunden lang im Hotelzimmer isoliert werden.

Melbourne verschärft Lockdown weiter

In Australiens zweitgrösster Stadt Melbourne haben die Behörden wegen der Corona-Pandemie den Lockdown weiter verschärft. Die meisten Geschäfte, Pubs und Hotels müssen ab Mittwoch geschlossen bleiben.

Nur Geschäfte für Lebensmittel, Supermärkte, Apotheken, Postämter und Tankstellen dürfen weiter öffnen. Die Bürger seien dazu aufgerufen, unbedingt im Homeoffice zu arbeiten – Ausnahmen gebe es nur für Arbeitnehmer, bei denen dies nicht möglich sei, sagte der Premierminister des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, am Montag. Die Massnahmen sollen für mindestens sechs Wochen gelten.

Kosovo-Premier Hoti infiziert

Kosovos Regierungschef hat Avdullah Hoti hat am Sonntag mitgeteilt, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Allerdings zeige er bis auf einen leichten Husten keine Symptome, verriet er auf Facebook. «Ich habe mich heute auf Covid-19 testen lassen, und der Test war positiv», schrieb Hoti. Der Regierungschef des Kosovos will nunmehr die nächsten Wochen in Quarantäne verbringen und von zu Hause aus arbeiten.

Das Kosovo gilt zusammen mit den übrigen Balkanstaaten ausserhalb der EU als Corona-Krisengebiet. In dem kleinen Land hat sich das Virus zuletzt stark ausgebreitet. Deswegen hat die Regierung in Pristina die Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie verschärft.

Ab in die Quarantäne: Kosovos Regierungschef Avdullah Hoti ist positiv getestet worden.
Ab in die Quarantäne: Kosovos Regierungschef Avdullah Hoti ist positiv getestet worden.
Foto: Visar Kryeziu (AP/DPA/Keystone/Archiv)
Fast 18 Millionen Infizierte

Laut einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters sind weltweit mehr als 17,96 Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert und 685'206 sind mit oder an den Folgen des Erregers gestorben. Die meisten Fälle und Todesopfer melden die USA, gefolgt von Brasilien und Indien.

Lage verschlechtert sich in Teilen Englands

In Grossbritannien hat sich die Coronavirus-Lage im Grossraum Manchester weiter verschlechtert. Die Behörden riefen am Sonntagabend einen «schwerwiegenden Vorfall» aus, da die Zahl der Infizierten in mehreren Gegenden gestiegen war. Dies gibt den Behörden mehr Handlungsoptionen im Kampf gegen die Pandemie.

Es gebe aber keinerlei Anlass für Panik, betonten die Behörden. Auffällig seien die Anstiege in Manchester, Tameside und Oldham, berichteten die «Manchester Evening News».

Premier Boris Johnson hatte schon zuvor in ganz England weitere Lockerungsmassnahmen in der Corona-Krise für mindestens 14 Tage gestoppt. Im Norden – auch in Manchester und Umgebung – wurden die Massnahmen sogar verschärft: Dort dürfen sich Mitglieder verschiedener Haushalte nicht mehr in Innenräumen und Privatgärten treffen. Auch der gemeinsame Besuch von Pubs und Restaurants ist tabu.

Ausserdem führt die Regierung in Londo n Covid-19-Schnelltests ein. Innerhalb von 90 Minuten könne das Virus nachgewiesen werden, erklärt der britische Gesundheitsminister Matt Hancock. Rund 5,8 Millionen DNA- und 450'000 Abstrichtests sollen zur Verfügung stehen. «Die Tatsache, dass diese Tests sowohl Grippe als auch Covid-19 erkennen können, wird im Winter hilfreich sein, damit Patienten den richtigen Rat befolgen können, um sich und andere zu schützen», erklärt Hancock.

Trump-Beraterin: Virus «ausserordentlich weit verbreitet»

Die USA befinden sich nach Einschätzung der Beraterin des Präsidialamtes, Deborah Birx, in einer «neuen Phase» der Coronavirus-Pandemie. «Was wir heute sehen, unterscheidet sich von März und April», sagt sie dem Sender CNN. Das Virus sei «ausserordentlich weit verbreitet» in ländlichen und städtischen Gebieten. «An alle, die in einer ländlichen Gegend leben: Sie sind nicht immun oder vor diesem Virus geschützt.» Birx koordiniert die Corona-Arbeitsgruppe des Präsidialamtes.

Auch Kreuzfahrtpassagiere infiziert

Mindestens 40 Passagiere und Besatzungsmitglieder des norwegischen Kreuzfahrtschiffes «MS Roald Amundsen» sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Virus sei bei 36 der 158 Crew-Mitglieder nachgewiesen worden, teilen die Gesundheitsbehörden mit. Vier von ihnen seien bereits am Freitag ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem das Schiff im Hafen Tromsö festgemacht hatte. Die Crew wurde unter Quarantäne gestellt.

Die 178 Passagiere durften von Bord gehen, da zu dem Zeitpunkt keine Ansteckung bekannt war. Die Behörden versuchen, die Reisenden zu finden, die bei den beiden jüngsten Arktis-Reisen an Bord waren.

Maskenverweigerer randalieren auf KLM-Flug

Zwei Maskenverweigerer haben auf einem KLM-Flug von Amsterdam nach Ibiza randaliert und sind nach der Landung von spanischen Sicherheitskräften festgenommen worden. Die beiden Männer hätten sich auf dem Flug am Freitag geweigert, Masken zu tragen, und andere Passagiere verbal und körperlich angegriffen, sagte ein KLM-Sprecher am Sonntag der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Beide Männer seien betrunken gewesen und auf Anweisung des Piloten in Schach gehalten worden. Passagiere hätten mitgeholfen.

KLM bestätigte damit einen Bericht des Senders AT5, der eine Videosequenz mit einem wüsten Handgemenge an Bord des Flugzeugs zeigte. Einer der beiden Randalierer ist dabei mit blossem Oberkörper in dem Flugzeug zu sehen, er erhält von einem anderen Passagier einen Faustschlag ins Gesicht und wird kurz darauf von den Mitreisenden im Mittelgang auf den Boden gedrückt. Wie KLM dem Sender sagte, sei die Sicherheit an Bord nicht gefährdet gewesen. Niemand sei nennenswert verletzt worden.

Maskenverweigerer randalieren im Flieger
Während eines KLM Flugs von Amsterdam nach Ibiza kam es zu einem Handgemenge zwischen Maskenträgern und Maskenverweigerern.

Nächtliche Ausgangssperre in Melbourne

Angesichts steigender Infektionszahlen hat der australische Bundesstaat Victoria den Katastrophenfall ausgerufen und für seine Hauptstadt Melbourne eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, sagte Journalisten, die Ausgangssperre solle von Sonntag an jeden Abend um 20.00 Uhr (Ortszeit) beginnen. Sie gelte jeweils bis 5.00 Uhr des Folgetags. Ausnahmen gibt es für Menschen, die zur Arbeit oder von dort nach Hause fahren oder die sich um jemand anderen kümmern.

Einwohner Melbournes dürfen nur noch einmal am Tag Einkaufen und nicht mehr als eine Stunde draussen Sport machen – und das nur im Umkreis von fünf Kilometern um ihr Zuhause. «Das sind grosse Schritte, aber sie sind notwendig», sagte Andrews. In der Metropole Melbourne gelten bereits seit Wochen strikte Einschränkungen. Andrews erklärte nun auch den Katastrophenzustand, womit die Polizei und andere Behörden zusätzliche Befugnisse erhalten.

Kontrollieren in einem Park, ob die Corona-Regeln eingehalten werden: Polizeibeamte in Melbourne.
Kontrollieren in einem Park, ob die Corona-Regeln eingehalten werden: Polizeibeamte in Melbourne.
Foto: Daniel Pockett/Keystone

Der besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffene Bundesstaat Victoria hatte am Donnerstag die bisher höchste Anzahl Neuinfektionen seit Beginn der Krise verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden kamen 723 Fälle hinzu. Am Sonntag meldete Andrews 671 neue Fälle innerhalb eines Tages. Victoria hat rund 6,7 Millionen Einwohner.

sda/reuters/red