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Coronavirus in der Schweiz+++ Bund meldet 1223 neue Fälle +++ Schweigeminute und Kirchenglocken für Pandemie-Opfer

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit dem 18. Januar ist die Schweiz im zweiten Lockdown.

  • Ab dem 1. März dürfen Geschäfte sowie einige Kultur- und Freizeitinstitutionen wieder den Betrieb aufnehmen. Gastrobetriebe bleiben weiterhin geschlossen.

  • Die Zahlen zu den Corona-Mutationen aus Grossbritannien und Südafrika steigen rasch an. Dazu kommt eine neu entdeckte brasilianische Variante.

Hier geht es zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

Und hier gelangen Sie zur grossen Übersicht der Impfquoten in den Kantonen: So weit ist die Schweiz mit dem Impfen.

LIVE TICKER

Schweigeminute und Kirchenglocken für Pandemie-Opfer

Bundespräsident Guy Parmelin lädt am kommenden Freitag alle Menschen in der Schweiz zu einer Schweigeminute für die über 9000 an oder mit dem Coronavirus Verstorbenen ein. Danach werden im ganzen Land die Kirchenglocken läuten.

Die Schweigeminute im ganzen Land soll genau um 11.59 Uhr stattfinden, wie das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) am Mittwoch mitteilte. Um 12 Uhr werden die drei Landeskirchen dann zum gemeinsamen Gedenken ihre Kirchenglocken läuten lassen. (Lesen Sie dazu auch: Parmelin erhielt vom Parlament eine Absage für Traueranlass).

Auch die Schweiz habe einen hohen Preis für die Pandemie bezahlt, heisst es in der Mitteilung. Über 9000 Menschen seien an den Folgen der Krankheit verstorben. Viele Erkrankte kämpften mit den Spätfolgen. Tausende hätten ihre Arbeit und zuweilen auch die Hoffnung verloren.

Im Gedenken an die Opfer und in Dankbarkeit an alle, die für die Bewältigung der Krise persönliche Opfer erbracht haben, möchte der Bundespräsident alle Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz zu einem Moment der Besinnung einladen.

In Gedenken an die Corona-Opfer werden am Freitag im ganzen Land die Kirchenglocken läuten.
In Gedenken an die Corona-Opfer werden am Freitag im ganzen Land die Kirchenglocken läuten.
Foto: Martin Rütschi (Keystone/Archiv)
BAG meldet 1223 neue Fälle

Dem BAG sind innerhalb der letzten 24 Stunden1223 neue Ansteckungen gemeldet worden. Am Mittwoch vor einer Woche waren es 1343 Fälle, vor zwei Wochen 1253. Die Positivitätsrate beträgt 4,5 Prozent bei 27'335 neu gemeldeten Tests.

Es gab 47 neue Spitaleinweisungen und 7 Todesfälle. Zum Vergleich: Am Mittwoch vor einer Woche wurden 43 Spitaleinweisungen und 16 Todesfälle gemeldet, vor zwei Wochen 66 Spitaleinweisungen und 22 Todesfälle.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 4,8 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 161 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 1,06.

Insgesamt wurden bis vorgestern Abend 971'850 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 807'799 Dosen verabreicht. 259'793 Personen sind bereits vollständig geimpft.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 5'136'958 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt gab es 559'845 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

Von den mutierten Varianten des Coronavirus sind in der Schweiz bisher 11'480 Fälle entdeckt worden. 3992 betrafen die britische Variante (B.1.1.7), 170 die südafrikanische (B.1.351) sowie 7 die brasilianische (P.1). 7311 Fälle konnten keiner Variante eindeutig zugewiesen werden.

23'603 Personen mussten bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich auf 9310.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich laut Angaben des BAG 10'249 Menschen in Isolation und 16'989 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befanden sich 3818 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

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14-Tages-Inzidenz der Kantone:

Besuchsregeln in Bündner Altersheimen werden für Geimpfte gelockert

Gegen das Coronavirus geimpfte Bewohnerinnen und Bewohner von Bündner Alters- und Pflegeheimen bekommen ein Stück Normalität zurück: Je nach dem Datum ihrer zweiten Impfung werden die einschränkenden Besuchsregeln für sie gelockert oder ganz aufgehoben.

Der Entscheid wurde vom Bündner Gesundheitsamt gefällt, wie dieses am Mittwoch mitteilte. Ausschlaggebend sei die nachgewiesene Wirkung der kantonalen Impf- und Teststrategie gewesen. Seit Anfang Februar hat es in den Alters- und Pflegeheimen bei geimpften Personen keine nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus mehr gegeben.

Bewohnerinnen und Bewohnern von Bündner Altersheimen mit voll wirksamer Corona-Impfung müssen keine Schutzmasken mehr tragen.
Bewohnerinnen und Bewohnern von Bündner Altersheimen mit voll wirksamer Corona-Impfung müssen keine Schutzmasken mehr tragen.
Foto: Christian Beutler (Keystone/Archiv)
Jeder dritte Homeoffice-Rekrut fällt beim Eintrittstest durch

Nach drei Wochen im Homeoffice rückten am 8. Februar rund 5000 Rekruten in die Kasernen ein. Die Armeeangehörigen hatten den Auftrag, sich Zuhause via E-Learning Grundkenntnisse des Militärs und des militärischen Alltags anzueignen. Etwa, wie man sich beim Vorgesetzten korrekt an- und abmeldet, was die Gradabzeichen bedeuten oder wie die einzelnen Teile des persönlichen Gewehrs genannt werden.

Doch weil das IT-System zu Beginn der Homeoffice RS überlastet war, überbrückten zahlreiche Rekruten die lernfreie Zeit. Obwohl die Armee die Prüfungsfragen vereinfachte, hätten einige die Sitzbank wohl noch ein wenig länger drücken sollen: Jeder dritte Homeoffice-Rekrut hat den Eintrittstest nicht bestanden.

«Nacharbeit ist nicht als Strafe zu verstehen»

«Von den Rekruten, welche die ersten drei RS-Wochen im Distance Learning zuhause waren, haben 70% den LMS-Test bestanden», teilt die Armee auf Anfrage mit. «Die restlichen 30% müssen etwas nacharbeiten, damit in wenigen Tagen alle Rekruten auf dem gleichen Wissensstand sind.» Wann und wie diese Nacharbeiten stattfinden, sei den Kompaniekommandanten der Kasernen überlassen.« Die Nacharbeit ist dabei nicht als Strafe zu verstehen, sondern als Möglichkeit, Geübtes zu wiederholen und zu festigen.»

5000 Rekruten hatten den Auftrag, sich Zuhause via E-Learning Grundkenntnisse des Militärs und des militärischen Alltags anzueignen. (Symbolbild)
5000 Rekruten hatten den Auftrag, sich Zuhause via E-Learning Grundkenntnisse des Militärs und des militärischen Alltags anzueignen. (Symbolbild)
Foto: Christian Beutler (Keystone)

Für einen ersten Versuch, die allgemeine Grundausbildung der Rekruten via Distance Learning durchzuführen, sei die Armee mit dem Resultat zufrieden. «Man darf auch nicht vergessen, dass die Rekrutinnen und Rekruten ganz unterschiedliche Interessen, Vorkenntnisse und Bildungsniveaus haben.» Für die einen sei es kein Problem gewesen, sich den Stoff selbständig anzueignen, für andere jedoch habe der Auftrag einen grossen Aufwand dargestellt.

Zuger Spital zahlt 1,2 Millionen Franken Boni an Personal

Das Zuger Kantonsspital zahlt seinen Mitarbeitenden für deren Einsatz während der Pandemie in den letzten zwölf Monaten einen Bonus. Pro Monat erhalten diese brutto je hundert Franken mehr, was das Spital insgesamt über 1 Million Franken kostet.

Insbesondere die erste Welle habe das Zuger Kantonsspital stark getroffen und sogar die Eröffnung einer zweiten Intensivstation erfordert, teilte das Spital am Dienstag mit. Dank dem Einsatz der Mitarbeitenden hätten mittlerweile fast alle verschobenen Eingriffe nachgeholt werden können.

Für die «ausserordentliche Leistung» erhält das Personal unabhängig vom Beschäftigungsgrad mit dem März-Lohn einen Corona-Bonus von bis zu 1200 Franken. Dies habe der Verwaltungsrat zusammen mit der Spitalleitung entschieden, hiess es auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Bei den rund 1000 Mitarbeitenden ergebe es eine Summe von rund 1,2 Millionen Franken.

Ermöglicht werde die Zahlung, weil sich die wirtschaftlichen Leistungen im Jahr 2020 trotz Pandemie auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr bewegten, heisst es in der Mitteilung. Bisher hat das Kantonsspital mehr als 450 Covid-19-Patientinnen und -Patienten stationär behandelt. Im Testcenter führte es über 40'000 Corona-Tests durch.

Das Zuger Kantonsspital von aussen.
Das Zuger Kantonsspital von aussen.
Foto: Screenshot www.zkgs.ch
Corona-Richtwerte im Check

Der Bundesrat stützt sich bei seinem Lockerungsentscheid auf vier Richtwerte. Wir prüfen diese täglich und zeigen, ob die Bedingungen für eine weitere Öffnung gegeben sind.

Wir liefern ein tägliches Update: Sind die Kriterien des Bundesrates für eine Öffnung erfüllt?

1130 Neuinfektionen in der Schweiz

Dem BAG sind innerhalb der letzten 24 Stunden 1130 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig wurden 16 neue Todesfälle und 57 Spitaleinweisungen registriert. am Dienstag vor einer Woche waren es 1131 Fälle, 43 Spitaleinweisungen und 14 Tote.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 4,9 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 160,29 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag am 19. Februar bei 1,06.

Während einer Pressekonferenz sagte Virginie Masserey vom BAG über die Ansteckungen: «Wir beobachten eine Stagnation in der ganzen Schweiz». Hier gelangen Sie zum Ticker: Zahlen sinken nicht mehr, Läden wieder offen – das sagen die Expertinnen

Passanten am Tag der Wiedereröffnung der Schweizer Läden in Lausanne. (1. März 2021)
Passanten am Tag der Wiedereröffnung der Schweizer Läden in Lausanne. (1. März 2021)
Foto: Laurent Gillieron (Keystone)

Insgesamt wurden bis am Sonntagabend 971'850 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 807'799 Dosen verabreicht. 259'793 Personen sind bereits vollständig geimpft. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 5'109'623 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt gab es 558'622 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

Von den mutierten Varianten des Coronavirus sind in der Schweiz bisher 10'792 Fälle entdeckt worden. 3825 betrafen die britische Variante (B.1.1.7), 167 die südafrikanische (B.1.351) sowie sechs die brasilianische (P.1). 6794 Fälle konnten keiner Variante eindeutig zugewiesen werden. Das sind die vom BAG gemeldeten Gesamtzahlen im Zeitraum ab dem 8. Juni 2020.

23'556 Personen mussten bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich auf 9303. Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich laut Angaben des BAG 10'448 Menschen in Isolation und 17'029 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befanden sich 3206 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

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14-Tages-Inzidenz der Kantone:

132'243 neue Impfungen in den letzten 7 Tagen

Bis und mit Sonntag sind in der Schweiz innert Wochenfrist 132'243 Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht worden. Dies geht aus den Angaben hervor, die das BAG am Dienstag auf seiner Website veröffentlichte.

Pro Tag wurden damit durchschnittlich 18'892 Impfungen durchgeführt. Im Vergleich zur Woche davor sank die Impfkadenz um 2 Prozent.

Insgesamt wurden bis Sonntag 807'799 Impfungen durchgeführt. Bislang sind 259'793 Personen vollständig geimpft, das heisst 3 Prozent der Bevölkerung haben bereits zwei Impfdosen erhalten. Bei 288'213 wurde bislang nur die Erstimpfung durchgeführt.

Bereits an die Kantone ausgeliefert, aber noch nicht eingesetzt sind momentan 164'051 Impfdosen. Zudem sind noch 192'225 Impfdosen beim Bund gelagert.

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90 Prozent weisen sechs Monate nach Ansteckung noch Antikörper auf

Eine Untersuchung in der Schweiz hat gezeigt, dass 90 Prozent der Covid-19-Erkrankten sechs Monate nach der Ansteckung noch Antikörper im Blut haben. Das bedeutet, dass diese Personen sechs Monate weitgehend immun gegen das Virus sind.

Die Studie stellte Milo Puhan, Direktor des Instituts für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich, am Dienstag vor den Bundeshausmedien vor. An dem Forschungsprogramm sind 14 Schweizer Hochschulen beteiligt. Bei 15 Prozent seien jedoch keine Antikörper mehr nachgewiesen worden.

Im vergangenen Sommer war die Studie noch davon ausgegangen, dass eine Person nach einer Infektion mit dem Coronavirus rund 6 Monate immun ist.

Gestiegen ist auch die sogenannte Seroprävalenz in der Schweiz. Dieser Wert bezeichnet die Häufigkeit von Antikörpern in Blutproben. In der Waadt hätten schon 25 Prozent der Bevölkerung Antikörper gegen Covid-19, in Freiburg seien es 20 Prozent, in Bern 18 Prozent und in Basel-Stadt 13 Prozent.

Luzerner Arzt darf vorläufig nicht mehr praktizieren

Der Kanton Luzern hat einem Arzt, der sich gegen Corona-Schutzmassnahmen gestellt hatte, vorsorglich die Bewilligung entzogen. Er soll schwerwiegend die Berufspflichten seines Standes verletzt haben.

Über den vorläufigen Entzug der Praxisbewilligung berichteten verschiedene Medien. Der Kanton Luzern bestätigte am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA die Massnahme. Zu Details in laufenden Verfahren würden keine Auskünfte gegeben, erklärte ein Sprecher des Gesundheits- und Sozialdepartements.

Gemäss SRF wird dem Arzt aus Ebikon LU vorgeworfen, bei Behandlungen von Patientinnen und Patienten in seiner Praxis keine Schutzmaske getragen und Maskendispensationen auf schriftliche Anfrage hin ausgestellt zu haben. Zudem habe er mit unbelegten Aussagen zur Corona-Impfung die Bevölkerung unbegründet verängstigt.

Am Montagabend soll in der Stadt Luzern eine Solidaritätsdemonstration für den Arzt stattfinden. Die Luzerner Polizei bestätigte auf Anfrage, sie habe Kenntnis davon, dass anonym zu einer Kundgebung aufgerufen wurde.

Bund ruft Bevölkerung weiter zu Vorsicht auf

Der Bund hat die Bevölkerung am Montag trotz Lockerung der Corona-Massnahmen zur Vorsicht aufgerufen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) passte seine Informationskampagne an und bittet die Bevölkerung darin, vorsichtig zu bleiben und die Hygieneregeln einzuhalten.

Auf dem Bundesplatz in Bern etwa wurde ein neues, weisses BAG-Plakat aufgestellt mit der Verhaltensregel «Danke, dass Sie weiterhin Abstand halten». Daneben soll die Bevölkerung der Kampagne zufolge weiterhin die Hände gründlich waschen, in der Öffentlichkeit eine Maske tragen und die Kontakte einschränken.

Ein Mitarbeiter des BAG stellt auf dem Bundesplatz in Bern ein neues, weisses BAG-Plakat mit der Verhaltensregel «Danke, dass Sie weiterhin Abstand halten» auf.
Ein Mitarbeiter des BAG stellt auf dem Bundesplatz in Bern ein neues, weisses BAG-Plakat mit der Verhaltensregel «Danke, dass Sie weiterhin Abstand halten» auf.
Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Mit der vorsichtigen, schrittweisen Öffnung wolle der Bundesrat dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben wieder mehr Raum geben, teilte das BAG am Montag mit. Die epidemiologische Lage bleibe aber wegen der neuen, ansteckenderen Virusvarianten fragil. Es gelte, vorsichtig zu bleiben und die epidemiologische Entwicklung achtsam im Blick zu behalten.

Am Montag waren erste Lockerungen der Corona-Massnahmen in Kraft getreten. So dürfen sämtliche Läden wieder öffnen. Im Freien sind Treffen in grösseren Gruppen bis zu 15 Personen wieder erlaubt und gewisse sportliche Aktivitäten und Museumsbesuche wieder möglich. Zu blieben dagegen zunächst weiterhin Kinos, Casinos, Bars, Discos und Tanzlokale.

Glarner Restaurants werden temporär zu Kantinen

Glarner Restaurants können ab sofort über Mittag als Betriebskantinen fungieren: Die Regierung erlaubt ihnen, Berufsleute im Ausseneinsatz über die Mittagszeit zu bewirten.

Konkret können sich Berufsleute zwischen 11 und 14 Uhr in den Restaurants verpflegen. Die Restaurants müssen für diesen neuen Service eine Bewilligung beim Kanton einholen. Einzureichen sind die Gesuche beim kantonalen Arbeitsinspektorat, wie die Kantonsbehörden am Montag mitteilten.

Dürfen ab sofort Büezer verpflegen: Ein Restaurant im Kanton Glarus. (Archivbild)
Dürfen ab sofort Büezer verpflegen: Ein Restaurant im Kanton Glarus. (Archivbild)
Foto: Alessandro Della Bella (Keystone)
BAG meldet 2560 Fälle in 72 Stunden

Dem BAG sind innerhalb der letzten 72 Stunden 2560 neue Ansteckungen gemeldet worden. Am Montag vor einer Woche waren es 2449 Fälle, vor zwei Wochen 2480. Die Positivitätsrate beträgt 4,1 Prozent bei 62'822 neu gemeldeten Tests.

Es gab 83 neue Spitaleinweisungen und 16 Todesfälle. Zum Vergleich: Am Montag vor einer Woche wurden 84 Spitaleinweisungen und 26 Todesfälle gemeldet, vor zwei Wochen 99 Spitaleinweisungen und 40 Todesfälle.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 4,6 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 162,38 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 1,06.

Insgesamt wurden bis Samstagabend 932'375 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 751'009 Dosen verabreicht. 221'259 Personen sind bereits vollständig geimpft. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 5'088'223 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt gab es 557'492 laborbestätigte Fälle.

Von den mutierten Varianten des Coronavirus sind in der Schweiz bisher 10'396 Fälle entdeckt worden. 3825 betrafen die britische Variante (B.1.1.7), 165 die südafrikanische (B.1.351) sowie sechs die brasilianische (P.1). 6400 Fälle konnten keiner Variante eindeutig zugewiesen werden.

23'499 Personen mussten bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich auf 9287. Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich nach Angaben des BAG 10'467 Menschen in Isolation und 17'042 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befanden sich 3188 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

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14-Tages-Inzidenz der Kantone:

Impfverzögerungen in Nidwalden

Nidwalden muss das Tempo seiner Impfkampagne gegen das Coronavirus drosseln. Wegen den Lieferengpässen könne die Impfung der Personen, die älter als 75 seien oder eine Vorerkrankung hätten, nicht wie gewünscht und nur verzögert fortgesetzt werden, teilte das Gesundheitsamt am Montag mit.

Dies führt dazu, dass die ganze Impfkampagne ins Stocken gerät. Für die Personengruppen, die sich nach den Betagten impfen lassen könnten, stünden zur Zeit keine Termine zur Verfügung, hiess es in der Mitteilung. Eine Online-Registrierung für einen Impftermin sei deswegen zur Zeit nicht möglich.

Die Impfkampagne in Nidwalden schreitet nicht im erhofften Tempo voran.
Die Impfkampagne in Nidwalden schreitet nicht im erhofften Tempo voran.
Foto: Urs Flüeler (Keystone/Archiv)

Das Gesundheitsamt bittet die breite Bevölkerung um Geduld. Immerhin konnte inzwischen allen impfwilligen Bewohnerinnen und Bewohner von Altersheimen die zweite Impfdosis gespritzt werden, wie es in der Mitteilung weiter hiess. Rund 80 Prozent dieser Personengruppe liess sich demnach gegen das Coronavirus impfen.

Parmelin: Schweigeminute am Freitag

Bundespräsident Guy Parmelin hat für den kommenden Freitag eine Schweigeminute für die Corona-Toten angekündigt. Am 5. März 2021 wird es genau ein Jahr her sein, seit dem das erste Opfer in der Schweiz am Coronavirus starb. Über 9000 Todesfälle folgten. So werden um 12 Uhr landesweit die Kirchenglocken erklingen und die Bevölkerung in stiller Andacht der Toten gedenken.

Kulturbranche verlangt klare Richtlinien

Der Kultursektor verlangt vom Bund klare Richtlinien im Hinblick auf eine mögliche Lockerung der Massnahmen gegen die Pandemie. Zudem müssten die Lücken bei den Unterstützungs- und Entschädigungsgeldern für das weitgehende Berufsverbot geschlossen werden.

Durch den Produktionsstau, die vielen Verschiebungen und die lange Vorlaufzeit für grössere Anlässe werde es selbst im Idealfall viele Monate bis zum Normalzustand dauern, schrieb die von der Kulturszene ins Leben gerufene Taskforce Culture am Sonntag.

Die Abläufe für die Auszahlung der Unterstützungsgelder müssten vereinfacht werden, damit das Geld rechtzeitig bei notleidenden Kulturschaffenden ankomme. Mehrere europäische Studien würden belegen, dass Kulturanlässe keine Infektionsherde seien.

Die Landesregierung müsse das Mögliche zulassen. Die Kriterien dafür müssten in den nächsten Tagen bekannt werden. Nur so gebe es Planungssicherheit. Die Öffnungen müssten darüber hinaus praxistauglich gestaltet werden. Ein Zwang zur Wiedereröffnung dürfe dabei nicht vorgegeben werden. Viele Kulturunternehmen könnten unter relativ restriktiven Bedingungen nicht kostendeckend wirtschaften.

Die Taskforce zeigt sich indessen pessimistisch: Die bundesrätliche Botschaft zum Covid-19-Gesetz ignoriere viele Forderungen des Kultursektors. Dazu gehörten unter anderem Verbesserungen beim Erwerbsersatz für Selbständige, der Zugang Freischaffender zu den Beihilfen oder eine besser taugliche Absicherung für Veranstalterinnen und Veranstalter.

Bundesrat Alain Berset wird auch von der Kulturbranche stark gefordert.
Bundesrat Alain Berset wird auch von der Kulturbranche stark gefordert.
Foto: Alessandro delle Valle (Keystone/Archiv)
Bundesrat verzichtet vorerst auf Gedenk-Tag für Opfer

Fast 10'000 Tote habe es im Land wegen Corona schon gegeben – und der Bundesrat schweige. Anders als bei früheren Tragödien und anders als das Ausland habe die Schweizer Landesregierung bisher auf einen Gedenkakt für die Opfer verzichtet, schreibt der «SonntagsBlick». Und das dürfe vorerst so bleiben. (Lesen Sie dazu unseren Artikel: Angehörige der Opfer kritisieren die Gleichgültigkeit in der Schweiz).

«Im Dezember diskutierte der Bundesrat an einer Sitzung darüber, ob und wie durch einen symbolischen Akt den Toten gedacht werden könnte. Das ist zwei Monate her. Ein Ergebnis der Sitzung wurde nie kommuniziert», heisst es weiter. Heute sagt Ursula Eggenberger, Sprecherin der Bundeskanzlei: «Der Bundesrat hat sich mit der Frage eines Gedenkanlasses befasst, die Bewältigung der fortwährenden Pandemie hat für ihn indes Priorität.»

In die Bresche springen wollen die Landeskirchen. Hinter den Kulissen würden sie Traueranlässe für die Ostertage vorbereiten. Wie diese genau daussehen werden, sei noch nicht klar. Die katholische Kirche wolle am 29. März in allen Bistümern Gedenken für die Opfer der Pandemie abhalten, wie Encarnación Berger-Lobato, Sprecherin der Schweizer Bischofskonferenz, gegenüber der Zeitung bestätigt.

Gedenken an die Corona-Toten: Aktivisten haben am vergangenen Sonntag 9200 Kerzen auf dem Bundesplatz in Bern gezündet.
Gedenken an die Corona-Toten: Aktivisten haben am vergangenen Sonntag 9200 Kerzen auf dem Bundesplatz in Bern gezündet.
Foto: Peter Schneider (Keystone, 21. Februar 2021)
Hotellerie rechnet mit grossen Verlusten in der Wintersaison

Trotz offener Skipisten rechnen die Schweizer Hotels auch für die Wintersaison mit grossen Verlusten. Nach Angaben von HotellerieSuisse erwarten die Betriebe schweizweit im Durchschnitt Umsatzeinbussen von einer Million Franken.

Ohne Dach und Wände: Das «Null Stern»-Hotelzimmer der Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin, aufgenommen in Lüsis oberhalb von Walenstadt in der Ferienregion Heidiland.
Ohne Dach und Wände: Das «Null Stern»-Hotelzimmer der Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin, aufgenommen in Lüsis oberhalb von Walenstadt in der Ferienregion Heidiland.
Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)

Die Stadthotels gingen von November bis April sogar von einem Verlust von über 1,5 Millionen Franken pro Betrieb aus, teilte HotellerieSuisse am Sonntag mit. Allein im Februar werde die Auslastung der Hotels in den grossen Städten auf 15 Prozent sinken – nach 50 Prozent im Jahr 2019.

Weniger Umsatz wegen Restaurantschliessung

In den Bergregionen sei der Rückgang dank der Sportferien weniger dramatisch und die Auslastung dürfte dort im diesem Monat im Durchschnitt bei rund 50 Prozent liegen, 7 Prozentpunkte weniger als vor Corona. Dazu kämen jedoch noch die Umsatzrückgänge wegen der behördlichen Schliessung der Hotelrestaurants für externe Gäste.

Ausserdem musste jedes dritte Hotel in der Schweiz im Februar komplett auf ausländische Gäste verzichten. 2019 hatten diese noch 40 Prozent der Logiernächte ausgemacht, in den grossen Städten sogar 70 Prozent.

Einbussen bis zu einer halben Million Franken

Gemäss HotellerieSuisse führten diese Faktoren im Februar für 66 Prozent der Betriebe zu Umsatzeinbussen von bis zu 250'000 Franken, für 11 Prozent von 250'000 bis zu 500'000 Franken. Wegen der geringeren Nachfrage hätten fast die Hälfte aller Hotels im Winter die Preise senken müssen. Und auch die Aussichten für die kommenden Monate seien nicht rosig.

HotellerieSuisse fordert deshalb für die Betriebe raschen Zugang zu den à-fonds-perdu-Beiträgen des Bundes. Ausserdem müssten die Maximalbeiträge für die Härtefallhilfen erhöht werden. Und parallel zur Impfstrategie brauche es in der Hotellerie kostenlose, flächendeckende und regelmässige Tests.

Kommission stimmt für Restaurant-Öffnung

Die Wirtschaftskommission des Nationalrats will die geschlossenen Restaurants am 22. März wieder öffnen. Bewerkstelligen möchte sie dies mit einer dringlichen Änderung des Covid-19-Gesetzes.

Neben den Restaurants sollen auch Kultur-, Unterhaltungs-, Freizeit- und Sportstätten wieder öffnen. Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats (WAK-N) nimmt damit mit 12 zu 11 Stimmen bei einer Enthaltung einen Antrag der nationalrätlichen Gesundheitskommission auf, wie die Parlamentsdienste mitteilen (mehr zum Thema: Jetzt pocht auch die Mitte auf Turbo-Lockerungen.)

Für die Kommissionsmehrheit erlaubt die epidemiologische Lage den Schritt. Es sei nicht mehr gerechtfertigt, das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben weiterhin auf Sparflamme zu halten.

Die Kommissionsminderheit lehnt eine Festlegung des Datums im Covid-19-Gesetz ab. Das schränke den Spielraum des Bundesrats ein, flexibel auf neue Entwicklungen der Pandemie zu reagieren. Das Parlament berät die Gesetzesrevision in der Frühlingssession.

Durchgeimpfte Altersheime lockern Massnahmen

Die Fortschritte beim Impfen führen dazu, dass erste Altersheime ihre Massnahmen lockern, schreibt die «NZZ». Im Kanton Zug dürfen Heimbewohner wieder gemeinsam mit Besuchern essen und eine Quarantäne nach Ausflügen ist nicht mehr nötig. In Basel-Land sind ab 1. März Besuche wieder möglich, der Kanton Freiburg lässt ebenfalls gemeinsame Mahlzeiten mit Besuchern zu.

Die Kantone sind sehr unterschiedlich weit, was das Impfen angeht. Schwyz, Basel-Land, Solothurn und Zug haben alle impfwilligen Alters- und Pflegeheimbewohner bereits zweimal geimpft. In Bern und Zürich dauert es wohl noch einen Monat, bis es soweit ist.

Infrastruktur und Logistik, aber auch die Strategie beeinflussen die Impfgeschwindigkeit: Manche Kantone führen möglichst viele Erstimpfungen durch, andere halten Dosen für die Zweitimpfung zurück. Allerdings sorgt auch der Verteilschlüssel des Bundes für Verzögerungen. Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli sagt im Interview, dass der Kanton weniger Dosen erhält, weil die Bevölkerung jünger ist.

Übersicht zu den Impf-Quoten: So weit ist die Schweiz mit dem Impfen

sda/reuters/red

5885 Kommentare
    fehrR

    Super , die Skiferien , die Skigebiete , und die offenen Terrassen der Kantone GR, GL, SZ, NW, OW und UR haben gute Arbeit geleistet wenn sie die R Werte der nicht nur dieser Kantone sondern der Unterländer anschauen, und ZH wird vermutlich in 2 Wochen nach Ende der Skiferien auch einen R wert von über 1 haben. Und unsere populistischen rabauzen und motz NR angeführt von der SVP wollen ab dem 22 März wieder den Jo JO Effekt lancieren mit ihrer Turbo Öffnung die ja nicht auf Daten und Fakten basiert.

    Hauptsache sie folgen dem Ruf aus Herrliberg