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Coronavirus weltweit+++ Ischgl hakt Wintersaison endgültig ab +++ Spitäler in Tschechien melden Rekordzahl an Covid-Patienten

Das Wichtigste in Kürze:

  • In mehreren Ländern sind mutierte Varianten des Coronavirus aufgetaucht. Sorge bereitet Medizinern, dass die Mutationen offenbar ansteckender sind.

  • Die USA bleiben das am stärksten betroffene Land; gefolgt von Indien, Brasilien, Grossbritannien und Russland.

  • Weltweit sind gigantische Impfprogramme angelaufen (Zum Vergleich).

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Spitäler in Tschechien melden Rekordzahl an Covid-19-Patienten

Die Spitäler in Tschechien melden eine Rekordzahl an Covid-19-Patienten. Insgesamt werden 8162 Menschen stationär behandelt, der höchste Wert seit Beginn der Corona-Pandemie, wie am Mittwoch aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging.

Darunter waren mehr als 1660 besonders schwere Fälle, die künstlich beamtet werden müssen. In der Verwaltungsregion Pardubice in Ostböhmen wurde ein Notfallplan aktiviert, weil die Spitalkapazitäten vollständig erschöpft waren.

Sanitäter in Schutzkleidung in Náchod. In Tschechien werden zuzeit viele Corona-Patienten  in Krankenhäusern behandelt.
Sanitäter
Sanitäter in Schutzkleidung in Náchod. In Tschechien werden zuzeit viele Corona-Patienten in Krankenhäusern behandelt.
Foto: David Taneèek/CTK/dpa

Angesichts der verzweifelten Lage sollen nun auch weitgehend unerprobte Medikamente versuchsweise eingesetzt werden. Im Universitätskrankenhaus in Brünn (Brno) trafen 10'000 Packungen des Antiparasitikums Ivermectin ein. Dafür hatte sich Regierungschef Andrej Babis persönlich eingesetzt: «Wir sagen, dass wir nicht auf klinische Studien warten können, lasst uns das versuchen.»

Derweil begannen grosse Firmen mit Corona-Massentests aller Mitarbeiter. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollen mehr als zwei Millionen Arbeiter und Angestellte mindestens einmal getestet werden. Das hatte die Regierung angeordnet.

Die Behörden meldeten am Mittwoch 16'642 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden. Innerhalb von 7 Tagen steckten sich nach Berechnungen mehr als 780 Menschen je 100'000 Einwohner an. Seit Beginn der Pandemie gab es fast 1,3 Millionen bestätigte Infektionen und 20'941 Todesfälle.

Slowakei verhängt nächtliche Ausgangssperre

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat das stark betroffene EU-Land Slowakei eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Die Slowaken dürften zwischen 20:00 und 05:00 Uhr nicht mehr das Haus verlassen, teilte das Gesundheitsministerium in Bratislava am Mittwoch mit. Tagsüber sind sie aufgerufen, nur für Arztbesuche, den Gang zur Arbeit und Spaziergänge nach draussen zu gehen.

Die nächtliche Ausgangssperre gilt zunächst bis zum 19. März, könnte laut Gesundheitsministerium aber verlängert werden. Die Slowakei hat derzeit die höchste Corona-Todesrate der Welt. In den vergangenen 14 Tagen starben pro 100'000 Einwohner 24 Infizierte.

Der Präsident des slowakischen Ärzteverbands, Peter Visolajsky, macht dafür «viele Faktoren», darunter «einige Fehler», verantwortlich. So sei der Lockdown in dem 5,4- Millionen-Einwohner-Land zu spät verhängt und nicht ausreichend überwacht worden, sagte der Verbandschef der Nachrichtenagentur AFP. Ausserdem befinde sich das Gesundheitssystem in der Slowakei generell in einem schlechten Zustand.

Die Slowakei hat seine EU-Partner bereits um Hilfe bei der Behandlung seiner Corona-Patienten gebeten. Bislang sagte Polen die Aufnahme von zehn Corona-Patienten zu, Rumänien schickte ein Behandlungsteam.

Ischgl hakt Wintersaison endgültig ab

Der österreichische Wintersportort Ischgl wird seine Lifte in dieser Wintersaison nicht mehr in Betrieb nehmen. «Diesen Winter haken wir ab», sagte Tourismuschef Andreas Steibl am Mittwoch.

Angesichts des nach wie vor beunruhigenden Infektionsgeschehens, der verschärften Reiserestriktionen und der noch immer fehlenden Perspektiven für Öffnungsschritte in Gastronomie und Hotellerie sei eine Aufnahme des Skibetriebes weniger denn je vertretbar, teilte die Silvrettaseilbahn AG mit.

Ischgl war im Frühjahr 2020 als Hotspot bei der Verbreitung des Coronavirus international in den Schlagzeilen. In der Wintersaison setzt der Tiroler Ort normalerweise 300 Millionen Euro um. Im Gegensatz zu vielen anderen Wintersportgebieten in Österreich hatte Ischgl auf den seit Ende Dezember 2020 wieder erlaubten Skibetrieb verzichtet.

Nichts mit Skifahren in der beliebten Party-Destination Ischgl: Der Skiort nimmt seine Lifte diese Saison nicht mehr in Betrieb.
Nichts mit Skifahren in der beliebten Party-Destination Ischgl: Der Skiort nimmt seine Lifte diese Saison nicht mehr in Betrieb.
Foto: Jakob Gruber (APA/Keystoen/Symbolbild)

Der Ort mit seinen 45 Liften und 239 Pistenkilometern lebt von ausländischen Gästen. Das umfangreiche Sicherheitskonzept, das man für einen etwaigen Start im Winter vorbereitet hatte, solle nun in der am 25. Juni startenden Sommersaison umgesetzt werden, hiess es. Dazu gehört unter anderem eine eigene Test-Station mit medizinischem Personal.

Niederlande: Explosion nahe Testzentrum sorgt für Sachschaden

In der Nähe eines Corona-Impfzentrums in den Niederlanden hat sich eine Explosion ereignet und Sachschaden angerichtet. Die Explosion im nordniederländischen Bovenkarspel um 06.55 Uhr habe mehrere Fensterscheiben zerstört, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Verletzt worden sei niemand. Die Polizei riegelte den Explosionsort ab und leitete Ermittlungen ein. Der niederländische Fernsehsender NOS berichtete, Entschärfungsteams suchten vor Ort nach möglichem weiteren explosiven Material.

In den Niederlanden sind die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie stark umstritten. Im Januar hatte die Einführung einer nächtlichen Ausgangssperre – der ersten in dem Land seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges – teils gewaltsame Proteste ausgelöst. Am Tag, an dem die Massnahme in Kraft trat, war in der Ortschaft Urk in der Provinz Flevoland ein Corona-Testzentrum in Brand gesteckt worden.

Im Verlauf der Proteste gegen die nächtliche Ausgangssperre wurden mehr als 400 Menschen festgenommen. Das von 21.00 bis 04.30 Uhr geltende Ausgangsverbot wurde vor einer Woche bis zum 15. März verlängert. Über eine mögliche weitere Verlängerung will die Regierung in Den Haag kommenden Montag entscheiden.

Lesen Sie dazu auch: Corona-Gegner trinken Kaffee und schlagen dann zu

Nur für Geimipfte und Gesunde: Tel Aviv startet Konzertreihe

Die israelische Stadt Tel Aviv treibt den Neustart des Kulturlebens mit einer Konzertreihe für Corona-Geimpfte und -Genesene voran.

Im Bloomfield-Stadion geben israelische Musikerinnen und Musiker für städtische Besitzer des Grünen Passes von Freitag bis Sonntag vier Konzerte, wie die Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilte. Die Teilnehmerzahl ist auf 500 begrenzt, damit untereinander Abstand gehalten werden kann. Einlass wird nur unter Vorlage des Grünen Passes und eines Identitätsnachweises gewährt.

Ein Israeli hält ein Smartphone in der Hand, auf dem der sogenannte Grüne Pass abgebildet ist.
Ein Israeli hält ein Smartphone in der Hand, auf dem der sogenannte Grüne Pass abgebildet ist.
Foto: Ilia Yefimovich (DPA/Keystone)

Den Grünen Pass können sich in Israel Menschen beschaffen, die von einer Corona-Erkrankung genesen sind oder deren zweite Corona-Impfung mindestens eine Woche zurückliegt. Seine Besitzer können im Gegensatz zu Ungeimpften zum Beispiel wieder in Schwimmbäder oder in Fitnessstudios gehen. Die israelische Regierung will schnellstmöglich eine Impfkampagne umsetzen, der Grüne Pass dient ihr als ein Anreiz.

Brasilien meldet Tagesrekord an Toten

Brasilien hat bei den an einem Tag erfassten Corona-Toten einen neuen Höchstwert registriert. 1641 Menschen sind nach Daten des Gesundheitsministeriums vom Dienstag (Ortszeit) innerhalb von 24 Stunden gestorben. Der bisherige Höchstwert hatte am 29. Juli bei 1595 gelegen. Insgesamt sind damit in Brasilien 257'361 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Neu infiziert haben sich 59'925 Menschen, womit die Zahl der Corona-Infizierten in dem grössten Land Lateinamerikas auf mehr als 10,6 Millionen stieg. Nur in den USA und in Indien sind die Zahlen noch höher.

Brasilien, das erst im Januar mit Impfungen begann, ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder. Nachdem die Krankenhäuser zuletzt wieder an ihre Grenzen geratenen waren, hatte der Gesundheitsrat eine landesweite Ausgangssperre gefordert.

Brasilien wird von der Pandemie hart getroffen.
Brasilien wird von der Pandemie hart getroffen.
Foto: Eraldo Peres (AP/Keystone/25. Februar 2021)
Australien verlängert Grenzschliessung

Australien hat eine Verlängerung der Corona-bedingten Grenzschliessung um mindestens drei Monate angekündigt. Die strikten Grenzkontrollen würden bis mindestens 17. Juni verlängert, erklärte Gesundheitsminister Greg Hunt am Dienstag. Australien ist seit rund einem Jahr weitgehend von der Aussenwelt abgeschottet. Zu Pandemie-Beginn hatte die Regierung internationale Reisebeschränkungen verhängt, die Nicht-Australiern die Einreise in das Land nur in Ausnahmefällen ermöglicht.

Gesundheitsexperten hätten der Regierung zur verlängerten Grenzschliessung geraten, erklärte Hunt. Aus ihrer Sicht stelle «die Covid-19-Situation im Ausland eine inakzeptable Gefahr für die öffentliche Gesundheit in Australien dar», sagte der Minister. Er verwies dabei auch auf die Ausbreitung ansteckender Virus-Varianten.

Australien hat die Ausbreitung des Coronavirus frühzeitig unter Kontrolle bekommen. In dem Land mit seinen 25 Millionen Einwohnern wurden seit Pandemie-Beginn insgesamt nur knapp 29'000 Infektionsfälle mit dem Covid-19-Erreger registriert. Wer nach Australien einreisen darf, muss sich zunächst für zwei Wochen in ein spezielles Quarantäne-Hotel begeben. Die Unterbringung in einer solchen Einrichtung kostet mehrere tausend Dollar.

Biden verspricht Impfstoff für alle Erwachsenen bis Ende Mai

In den USA sollen alle Lehrkräfte und Erzieher bis Ende des Monats mindestens die erste Dosis eines Corona-Impfstoffs erhalten. Dies sei ein wichtiger Schritt zur Wiederaufnahme des normalen Schulbetriebs, sagte US-Präsident Joe Biden am Dienstag im Weissen Haus. Er werde die Bundesstaaten anweisen, Mitarbeiter an Schulen und Erzieher bei den Impfungen zu bevorzugen, wo dies noch nicht geschehe.

«Wir wollen, dass jeder Pädagoge, Schulmitarbeiter und Kinderbetreuer mindestens eine Impfung bis Ende des Monats März erhält», sagte Biden. Man müsse den Schulbetrieb als einen unverzichtbaren Dienst behandeln, denn das sei er. «Es ist eine landesweite Notwendigkeit, dass wir unsere Kinder sicher und so bald wie möglich zurück in die Klassenzimmer bringen», sagte Biden.

Schulen könnten mit den nötigen Vorsichtsmassnahmen auch ohne Impfungen geöffnet werden, aber viele Lehrkräfte und Eltern seien deswegen besorgt. Die Priorisierung des Schulpersonals bei den Impfungen sei «ein weiterer Schritt», die sichere Wiederaufnahme des normalen Schulbetriebs zu garantieren, sagte Biden.

Hatte bislang das Erreichen dieses Meilensteins bis Ende Juli angestrebt: US-Präsident Joe Biden. (1. März 2021)
Hatte bislang das Erreichen dieses Meilensteins bis Ende Juli angestrebt: US-Präsident Joe Biden. (1. März 2021)
Foto: Anna Moneymaker (Keystone)

Die USA werden nach Worten von Biden bereits «bis Ende Mai» genügend Impfstoff für alle Erwachsenen im Land haben. Bislang hatte Biden das Erreichen dieses Meilensteins bis Ende Juli angestrebt. Die jüngste Zulassung eines dritten Impfstoffs und die Bemühungen der Regierung, die Produktion der Präparate anzukurbeln, ermöglichten es, das Ziel noch schneller zu erreichen, sagte Biden.

Texas hebt fast alle Beschränkungen auf

Der US-Bundesstaat Texas hebt die Maskenpflicht und die wegen der Pandemie eingeführten Kapazitätsgrenzen für Restaurants und andere Unternehmen auf. «Jetzt ist die Zeit, Texas 100 Prozent zu öffnen», sagte der republikanische Gouverneur Greg Abbott am Dienstag. Die Zeit für Einschränkungen der Wirtschaft sei angesichts der fortschreitenden Impfkampagne vorbei. «Das muss ein Ende haben», sagte Abbott. Die Aufhebung der Maskenpflicht und der Kapazitätsgrenzen werde ab Mittwoch gelten.

Die rund 29 Millionen Einwohner des südlichen Bundesstaats bleiben aufgerufen, sich an die medizinischen Ratschläge zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu halten. Es brauche aber keine staatlichen Vorschriften mehr, sagte Abbott. Falls die Auslastung der Krankenhäuser in einem Bezirk wider Erwarten stark steigen sollte, könne die Region neue Beschränkungen verhängen. Es dürften jedoch auch dann bei Verstössen zum Beispiel gegen eine mögliche örtliche Maskenpflicht keine Strafen verhängt werden, sagte Abbott.

Gouverneur Greg Abbott hebt die Maskenpflicht und Corona-Auflagen für Firmen i Texas auf. (18. Februar 2021)
Gouverneur Greg Abbott hebt die Maskenpflicht und Corona-Auflagen für Firmen i Texas auf. (18. Februar 2021)
Foto: Jay Janner (Keystone)
Italien verlängert Reisesperren bis nach Ostern

Italien verlängert zentrale Corona-Beschränkungen wie die Reisesperren im Land um einen Monat bis nach Ostern. Ausserdem müssen alle Schulen in Hochrisiko-Gebieten, sogenannten Roten Zonen, schliessen. Das teilte Gesundheitsminister Roberto Speranza in Rom mit. Ministerpräsident Mario Draghi unterschrieb am Dienstag ein entsprechendes Dekret.

Damit bleibt es in der ersten grossen Reisezeit zu Ostern bis 6. April verboten, die Grenzen zwischen den 20 italienischen Regionen zu überqueren. Ausnahmen gibt es etwa für die Arbeit und in Notfällen.

Minister Speranza und mehrere Experten wiesen darauf hin, dass die britische Virus-Variante in dem Mittelmeerland mit deutlich über 50 Prozent der Fälle vorherrschend sei. Es handelt sich um eine ansteckendere Variante, die ersten Studien zufolge häufiger schwere Verläufe verursacht.

Erleichterungen für die Kultur

Insgesamt zeige die Infektionskurve nach oben, sagte Speranza. Da die Ausbreitung der britischen Variante die jüngere Generation stark betreffe, habe Rom die Verschärfungen für Schulen beschlossen. Die Regelung gilt ab 6. März und sieht vor, dass die 2020 eingeführte Einteilung in Risikozonen erhalten bleibt. In den Roten Zonen und bei einer Sieben-Tage-Inzidenz ab 250 Fällen pro 100'000 Einwohner ist dann nur noch Distanzunterricht möglich.

Für die Kultur gibt es Erleichterungen: So dürfen Theater und Kinos in Zonen mit weniger Risiko (Gelbe Zonen) ab 27. März mit beschränktem Publikum wieder öffnen. Museen, die dort bereits wochentags arbeiten dürfen, sollen dann auch am Wochenende ihre Ausstellungen zeigen dürfen.

Das Corona-Dekret der neuen Regierung unter Ministerpräsident Draghi war länger erwartet worden. Allerdings gab es in der Koalition und zwischen Rom und den Regionen Differenzen etwa über den Schulunterricht.

EMA entscheidet am 11. März über Johnson-Impfstoff

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) will am 11. März über die Empfehlung des Impfstoffes des US-Herstellers Johnson&Johnson entscheiden. Der zuständige Ausschuss für Humanmedizin werde dann zu einer ausserordentlichen Sitzung zusammenkommen, teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam mit. Es wird erwartet, dass die Experten grünes Licht für die Zulassung in der EU geben. Formal muss dann noch die EU-Kommission zustimmen – das könnte noch am selben Tag geschehen.

Die Daten der Studien und Versuche des Unternehmens werden bereits von den EMA-Experten im laufenden Verfahren geprüft. Bisher sind in der EU drei Impfstoffe gegen das Coronavirus auf dem Markt. In den USA war der Wirkstoff am Wochenende zugelassen worden. Er ist von der J&J-Tochter Janssen in den Niederlanden entwickelt worden. Anders als bei den bisherigen Präparaten ist bei diesem Impfstoff nur eine Dosis erforderlich.

Wien will sich bei Impfstoffen nicht mehr auf EU verlassen

Österreich will sich bei Impfstoffen gegen das Coronavirus nicht mehr auf die EU verlassen. Die Europäische Arzneimittelagentur sei zu langsam bei den Zulassungen für Impfstoffe, erklärte Kanzler Sebastian Kurz am Dienstag in Wien.

Österreich werde deshalb eng mit Dänemark und Israel bei der Erforschung und Produktion von Impfstoffen der zweiten Generation gegen mögliche Virus-Varianten zusammenarbeiten, so Kurz im Vorfeld eines für Donnerstag geplanten Israel-Besuchs.

Er sei zwar froh, dass EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen so früh die Initiative für die Beschaffung von Impfstoff ergriffen habe, «wir müssen uns aber jetzt schon rechtzeitig auf weitere gefährliche #COVID19 Mutationen vorbereiten», schrieb Kurz auf Twitter. Experten rechneten damit, dass jährlich rund sechs Millionen Österreicherinnen und Österreicher geimpft werden müssten. «Die Pandemie wird uns noch lange Zeit beschäftigen mit verschiedenen Mutationen.»

«Pandemie wird uns noch lange beschäftigen»: Sebastian Kurz in Wien.
«Pandemie wird uns noch lange beschäftigen»: Sebastian Kurz in Wien.
Foto: Helmut Fohringer (APA/Keystone/1. März 2021)

Deutschland plant schrittweise Lockdown-Lockerungen

Nach monatelangem Corona-Lockdown in Deutschland planen Bund und Länder schon ab kommender Woche weitere Öffnungsschritte. Sie sind teils regional abgestuft und abhängig von den jeweiligen Sieben-Tage-Inzidenzen.

Das geht aus einem vorläufigen Beschlussentwurf für die Bund-Länder-Runde an diesem Mittwoch hervor, der den Stand Montag 19.10 Uhr hat, der aber dem Vernehmen nach noch nicht mit allen Ländern abgestimmt ist.

Verknüpft werden sollen zahlreiche Öffnungen demnach mit umfangreichen Ergänzungen bei der nationalen Teststrategie, die bis Anfang April schrittweise umgesetzt werden sollen. Grundsätzlich soll der Lockdown auch wegen der Gefahr durch die neuen Virusvarianten bis 28. März verlängert werden.

Schon von kommender Woche an könnten wieder Treffen des eigenen mit einem weiteren Haushalt möglich sein, beschränkt auf maximal fünf Personen, Kinder bis 14 Jahre nicht mitgezählt. Derzeit sind private Zusammenkünfte nur im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet.

Bei entscheidenden Punkten wird in dem Papier offen gelassen, von welcher Inzidenz an bestimmte Schritte gelten sollen – etwa die Öffnung des Einzelhandels, von Museen oder für Sport. Hier könnten Öffnungsschritte je nach Land oder Region möglich sein.

Einer der grössten Konfliktpunkte bei den entscheidenden Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel an diesem Mittwoch (14.00 Uhr) dürfte sein, von welchen Inzidenzen an diese Regeln gelten sollen. Eine «Notbremse» soll dafür sorgen, dass regionale Öffnungen bei steigenden Infektionszahlen wieder zurückgenommen werden.

Kanzlerin Angela Merkel wird am Mittwoch mit den Ländern das weitere Vorgehen beraten.
Kanzlerin Angela Merkel wird am Mittwoch mit den Ländern das weitere Vorgehen beraten.
Foto: Keystone (25. Februar 2021)
76,9 Millionen Impfungen in den USA

Die US-Seuchenbehörde CDC hat bisher rund 76,9 Millionen Coronavirus-Impfdosen verabreicht. Dies gab die Behörde am Montag bekannt.

Insgesamt seien 96,4 Millionen Coronavirus-Dosen ausgeliefert worden, hiess es zudem. Zum Vergleich: In den USA leben rund 330 Millionen Personen.

Weltweit haben sich bereits über 114,34 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. An oder mit dem Coronavirus sind mehr als 2,63 Millionen gestorben, wie auf Basis offizieller Daten am Montag bekannt wurde. Am stärksten betroffen sind die USA – mit über 28,68 Millionen Coronavirus-Infektionen und 513'721 Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Kolumbien erhält Covax-Impfdosen

Kolumbien hat als erstes Land Lateinamerikas Impfstoffe von der internationalen Covax-Initiative bekommen. «Der heutige Tag markiert einen sehr wichtigen Meilenstein», sagte der kolumbianische Präsident Iván Duque nach der Ankunft von 117'000 Dosen des Impfstoffs von Biontech und Pfizer am internationalen Flughafen El Dorado in Bogotá am Montag. Insgesamt erwarte Kolumbien im Rahmen der Covax-Initiative 20 Millionen Impfdosen, sagte Duque in einem in sozialen Netzwerken veröffentlichten Video.

Die Covax-Initiative wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Impfallianz Gavi gegründet, um vergleichsweise ärmere Länder mit Corona-Impfstoffen zu versorgen. Die Initiative will nach eigenen Angaben in diesem Jahr knapp zwei Milliarden Dosen liefern. Vor Kolumbien hatten etwa Ghana und die Elfenbeinküste Corona-Impfdosen von Covax erhalten.

In Kolumbien, einem Land mit rund 50 Millionen Einwohnern, haben sich bisher rund 2,3 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Fast 60'000 Patienten starben im Zusammenhang mit Covid-19.

WHO: Ende der Pandemie 2021 unrealistisch

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält ein Ende der Corona-Pandemie noch in diesem Jahr für unrealistisch. Möglich sei, dass es gelingen werde, die Corona-bedingten Krankenhausaufenthalte und Todesfälle stark zu reduzieren, sagte WHO-Notfalldirektor Michael Ryan am Montag vor Journalisten. Das Virus werde aber die Kontrolle behalten, warnte er.

Das WHO-Logo am Hauptsitz in Genf.
Das WHO-Logo am Hauptsitz in Genf.
Foto: Fabrice Coffrini (AFP)

Ryan verwies auf den globalen Anstieg bei den Infektionsfällen mit dem Coronavirus in der vergangenen Woche, nachdem es zuvor sechs Wochen in Folge einen Rückgang gegeben hatte. «Es wäre sehr verfrüht und unrealistisch zu denken, dass wir dem Virus bis zum Ende dieses Jahres ein Ende setzen werden», sagte Ryan. «Aber ich denke, wenn wir klug sind, können wir den Krankenhausaufenthalten, den Todesfällen und der Tragik im Zusammenhang mit dieser Pandemie ein Ende setzen».

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus nannte den jüngsten Anstieg der Infektionszahlen in Europa, Nord- und Südamerika, Südostasien sowie im östlichen Mittelmeerraum «enttäuschend, aber nicht überraschend». Ursachen für den Anstieg seien Massnahmen-Lockerungen, die Ausbreitung verschiedener Virus-Varianten und mangelnde Vorsicht der Menschen, sagte Tedros.

«Die Impfungen werden helfen, Leben zu retten. Aber wenn Staaten sich nur auf die Impfungen verlassen, machen sie einen Fehler», mahnte der WHO-Chef. «Grundlegende gesundheitspolitische Massnahmen» müssten die Basis der Pandemie-Bekämpfung bleiben.

Grosse Filmmesse Comic-Con in San Diego abgesagt

Die grosse Comic-Con-Messe im kalifornischen San Diego mit über Hunderttausend Besuchern, bei der Hollywood-Stars neue Filme vorstellen, fällt wegen Corona zum zweiten Mal aus. Die Veranstalter sagten das für Juli geplante mehrtägige Treffen am Montag ab. Eine grosse Menschenansammlung sei vor dem Hintergrund der Pandemie immer noch nicht möglich, hiess es zur Begründung. Comic-Con-Fans müssen sich mit einem Online-Event im kleinen Rahmen begnügen. 2020 war die berühmte Messe zum ersten Mal in ihrer 50-jährigen Geschichte abgesagt worden.

1970 in San Diego gegründet, gilt die Comic-Con als Mutter aller Comic-Conventions. Comic- und Fantasy-Fans kommen dort mit den Machern und Darstellern von berühmten Charakteren zusammen. Studios geben mit Trailern und Diskussionsrunden Einblick in ihre Projekte.

Berichte: Trump wurde vor Auszug aus Weissem Haus geimpft

Der frühere US-Präsident Donald Trump und seine Ehefrau Melania sollen noch vor ihrem Auszug aus dem Weissen Haus gegen das Coronavirus geimpft worden sein. Das berichteten die «New York Times» und der Nachrichtensender CNN am Montag unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Trump-Berater.

Lesen Sie dazu: Trump liess sich noch als Präsident still und heimlich impfen

Frankreich weitet Anwendung von Astrazeneca-Impfstoff aus

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie weitet die französische Regierung die Anwendung des Impfstoffs von Astrazeneca aus. Auch Menschen in der Altersgruppe von 65 bis 75 Jahren können nun den Impfstoff dieses Herstellers erhalten, falls sie beispielsweise an Diabetes oder Bluthochdruck leiden, wie Gesundheitsminister Olivier Véran am Montagabend im TV-Sender France 2 ankündigte. Von der Ausweitung seien potenziell rund 2,5 Millionen Franzosen betroffen.

In Frankreich hatte die oberste Gesundheitsbehörde bisher empfohlen, den Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca vorzugsweise bei Erwachsenen unter 65 Jahren einzusetzen. Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Menschen ist stark von der Covid-19-Pandemie betroffen, es starben nach Behördenangaben bereits über 86 000 Menschen.

Mehr als 50 Millionen Menschen in USA haben Corona-Erstimpfung

In den USA haben bislang mehr als 50 Millionen Menschen mindestens eine erste Impfdosis gegen das Coronavirus bekommen. Insgesamt wurden bislang mehr als 76 Millionen Impfdosen verabreicht, wie aus Zahlen der US-Gesundheitsbehörde CDC vom Montag hervorging. Mehr als 25 Millionen Menschen bekamen demnach bereits zwei Impfdosen.

Seit Dezember werden in den USA Menschen mit den beiden Präparaten der Unternehmen Pfizer/Biontech sowie Moderna geimpft, bei denen jeweils zwei Dosen nötig sind. Künftig kann ein drittes Vakzin zum Einsatz kommen: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte am Samstag eine Notfallzulassung für den Impfstoff des US-Konzerns Johnson & Johnson erteilt. Dieser entfaltet seine volle Wirkung schon nach Verabreichung einer Dosis.

Eine Frau erhält in Boston, Massachusetts, eine Impfung gegen das Coronavirus. (26. Februar 2021)
Eine Frau erhält in Boston, Massachusetts, eine Impfung gegen das Coronavirus. (26. Februar 2021)
Foto: CJ Gunther (Keystone)

Die Impfungen in den USA waren zu Beginn schleppend angelaufen, hatten zuletzt aber sehr an Tempo gewonnen. Der Corona-Koordinator des Weissen Hauses, Jeff Zients, sagte am Montag, zuletzt seien im Schnitt 1,7 Millionen Impfdosen am Tag verabreicht worden.

Die Chefin der Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, mahnte, die Zahl der Corona-Neuinfektionen und -Todesfälle habe sich zuletzt auf hohem Niveau stabilisiert. Im Schnitt seien täglich gut 67 000 neue Infektionen und knapp 2000 Todesfälle gemeldet worden. Dies sei zwar deutlich weniger als noch vor ein paar Monaten, aber kein Grund zur Entwarnung. Man dürfe sich mit diesen Zahlen nicht abfinden. Walensky beklagte, sie sei sehr besorgt darüber, dass einzelne Bundesstaaten coronabedingte Restriktionen zurücknehmen wollten. Es sei nicht die richtige Zeit, um Sicherheitsvorkehrungen zu lockern, betonte sie.

SDA/AFP/red

3994 Kommentare
    Garry Lindner

    Konzerte und Einlass in Fitnessstudien nur für Geimpfte?

    Solche Nachrichten widern mich zutiefst an und sich schwer diskriminierend!

    Solche Massnahmen - das wage ich mal zu behaupten - könnten in der Schweiz nicht durchgesetzt werden, da diese gegen das Grundrecht verstossen würden!

    Wenn ich nachweislich gesund bin, besteht keine Grundlage eines Ausschlusses aus dem öffentlichen Leben.