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Rotation ist in ModeChange a winning team

Thun-Coach Marc Schneider wird im Heimspiel gegen Servette (Mittwoch, 18.15 Uhr) zum zehnten Mal im zehnten Spiel seit dem Re-Start eine andere Startformation auf den Platz schicken.

Und wieder eine Auswechslung: Thun-Trainer Marc Schneider setzte seit dem Re-Start der Meisterschaft schon 22 Akteure ein.
Und wieder eine Auswechslung: Thun-Trainer Marc Schneider setzte seit dem Re-Start der Meisterschaft schon 22 Akteure ein.
Foto: freshfocus

Im Fussballerjargon wimmelt es von Halbweisheiten und altbekannten Sprichwörtern. Jeder Fan kennt den Ausspruch «never change a winning team» von Sir Alfred Ernest Ramsey, der England 1966 als Coach zum bislang einzigen Weltmeistertitel geführt hatte. Nie scheint die Äusserung des zum Ritter geschlagenen Briten jedoch obsoleter gewesen zu sein als in der aktuellen Situation. Seit Wiederaufnahme der Meisterschaften in ganz Europa lautet das Zauberwort im Sommer 2020 bei den meisten Vereinen «Rotation».

Viele Übungsleiter tragen den hohen Temperaturen und dem Dichtestress mit Spielen im 3-Tages-Rhythmus Rechnung, indem sie die Kräfte ihrer Akteure einteilen und versuchen, die Breite ihres Kaders ausnutzen. «Mannschaften mit einem ausgeglichenen Kader haben wegen der Belastungen im Moment sicher Vorteile», sagte unlängst Julian Nagelsmann, Trainer des deutschen Champions-League-Viertelfinalisten RB Leipzig, in einem TV-Interview.

Nie dieselbe Startformation

Ein Paradebeispiel, wie man erfolgreich rotiert, stellt in der Super League der FC Thun dar. Die Oberländer warteten in den neun Begegnungen seit dem Re-Start der Meisterschaft Mitte Juni mit neun verschiedenen Startaufstellungen auf. Dies hat freilich auch mit dem Umstand zu tun, dass immer wieder Akteure verletzt oder gesperrt fehlten, und Trainer Marc Schneider deshalb sowieso gezwungen war, umzustellen und zu improvisieren.

So wie im letzten Heimspiel gegen Leader St. Gallen, als Schneider mit Hiran Ahmed und Dennis Salanovic gleich zwei neue, frische Spieler in die Startformation beorderte, die in den Partien zuvor überhaupt nicht oder kaum zum Zug gekommen waren. Sowohl Ahmed als auch Salanovic erfüllten ihre Aufgaben beim 2:1-Sieg gegen den Leader hervorragend, was für die Qualität und die Ausgeglichenheit im Kader der Thuner spricht. «Momentan ist der Rhythmus sehr hoch, und deshalb ist es sicher auch gut, einigen Jungs ab und zu eine Pause zu geben», erklärt Schneider.

Teams nutzen Kaderbreite

Total standen seit Wiederaufnahme der Meisterschaft bereits 18 verschiedene Thuner Akteure in einer der Startformationen. Insgesamt gelangten sogar 22 Fussballer der Oberländer mindestens zu einem Teileinsatz. Es sind bemerkenswerte Zahlen, die allerdings auch mit den Werten bei den anderen Schweizer Super-League-Vereinen korrespondieren. Alle Mannschaften setzten in den letzten Wochen mindestens 20 Spieler ein (siehe Liste unten). Beim FC Zürich waren es sogar 34 Akteure, was aber natürlich in erster Linie damit zusammenhängt, dass der FCZ wegen diverser Corona-Fälle im Profikader temporär auf etliche Fussballer aus der Nachwuchsequipe zurückgreifen musste.

«Wir haben immer vorausgesagt, dass es am Schluss jeden Spieler im Kader brauchen wird. Das bewahrheitet sich gerade», sagt Coach Schneider. Und der Thuner Defensivstratege Basil Stillhart liefert die Erklärung, weshalb sich die vielen Rotationen bis anhin gut auf die Leistungen der Thuner ausgewirkt haben: «Jeder Spieler, der reinkommt, weiss genau, was er zu tun hat und welche Rolle er auf dem Platz zu erfüllen hat. Das gibt allen ein Gefühl von Sicherheit.»

Serie fortsetzen

Wenn der FC Thun am Mittwochabend (18.15 Uhr) Servette empfängt, ist eines bereits im Vorfeld gewiss: Coach Schneider wird auch im zehnten Spiel in Serie wieder eine neue Startformation aus dem Hut zaubern (müssen). Mittelfeldspieler Leonardo Bertone, der mit seiner Zweikampfstärke und Nickligkeit im Zentrum zuletzt ein wichtiger Fixpunkt im Konstrukt der Thuner war, fehlt ebenso gesperrt wie Stürmer Simone Rapp. Dafür wird der zuletzt gesperrte Stillhart zurückkehren. Mit welcher Aufstellung auch immer, die Thuner möchten ihre herausragende Serie mit zuletzt vier Heimsiegen in Serie unbedingt fortsetzen und gegen die Genfer einen weiteren Dreier im Kampf gegen den Abstieg verbuchen. «Servette ist eher ein Gegner, der gerne mitspielt. Das liegt uns in der Regel, und deshalb hoffen wir, dass wir gegen sie gut aussehen werden», sagt Coach Schneider.

So könnte Thun spielen: Faivre; Kablan, Stillhart, Havenaar, Hefti; Karlen, Fatkic, Castroman, Hasler; Bandé, Munsy. – Ohne Bertone, Rapp (gesperrt), Sutter, Roth (verletzt).

Eingesetzte Spieler seit dem Re-Start

  • Zürich: 34
  • Sion: 24
  • Lugano: 23
  • Thun, Servette, Xamax, YB: je 22
  • Luzern, St. Gallen: je 21
  • Basel: 20