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Reich an Mangel (2)

52 Prozent unserer Online-User haben dafür gestimmt, dass Ket-Hong Linh aus Bern weiterschreiben soll.

Ket-Hong Linh, Bern
Ket-Hong Linh, Bern

Ungern zeigen wir als Kinder, aber auch als Erwachsene die eigene Verletzlichkeit – auch gefällt es uns nicht, wenn wir die Kontrolle abgeben müssen. Was wir hingegen am liebsten unserer Umwelt zeigen, ist das Profil eines selbstbewussten, entscheidungsfreudigen, gesunden Menschen. Doch wer kann wirklich von sich behaupten, diesem Bild zu entsprechen? Und warum reagiert so mancher emotional auf die Wörter «Schwächling» oder «Feigling»?

Nun, stark ist sicher niemand, der bei diesen Wörtern die Wände hochgeht, sondern nur jemand, dessen Geist bei solchen Anschuldigungen ruhig bleibt. Eine simple Antwort dazu ist: «Ja, du hast recht.» Im Moment, wo wir auch unsere Schwäche akzeptieren, nehmen wir dem «vermeintlich bösen Ego», das mit seinem Radar beständig schwache Impulse sucht und diese zum Knistern bringt, nämlich locker den Atem.

Duale Energien von starken und schwachen Momenten wechseln sich täglich ab, und wir können diese nicht wie einen Schalter einfach ausmachen. Wir können dafür lernen, Verantwortung zu übernehmen über unsere eigenen Handlungen, Taten und Worte, die uns schliesslich ausmachen.

Nun, wie wärs, wenn du dich wieder einmal richtig in einem Spiegel reflektierst und wenn nötig Grimassen schneidest? Dabei siehst du beim guten Hinschauen vielleicht endlich das Unperfekte, das an der Spiegelumrandung mit folgendem Spruch steht: «Ich mag dich nicht nur für deine geschätzte Stärke, sondern auch für deine mutige Schwäche mir gegenüber. Denn diese macht menschlich.»

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