Zum Hauptinhalt springen

Leserkrimi: «Mord im BZ-Zug»

Rund 100 Beiträge zum Schreibwettbewerb «Mord im BZ-Zug» gingen auf der Redaktion ein. Die besten fünf drucken wir bis am Samstag in dieser Zeitung ab. Den Auftakt macht Lena Weber.

Lena Weber aus Bösingen
Lena Weber aus Bösingen

Minuten vor der Einfahrt in den Berner Hauptbahnhof bremst der Zug ab. Als er stillsteht, blicken die Pendler missmutig von ihren Zeitungen auf. Sekunden später murmeln die ersten Passagiere Verspätungsmeldungen in eilig gezückte Handys. Mit am Hals baumelnden Ohrenstöpseln warten alle auf Informationen. Doch die Lautsprecher bleiben stumm. Ohne nach links und rechts zu blicken, eilt ein Uniformierter durch die Abteile. Er tut, als ob er die vielen Fragen nicht hören würde. Der Unmut wächst. Plötzlich zerfetzen blau zuckende Lichter das tiefe Schwarz, das zu dieser frühen Morgenstunde auf dem Land liegt. Wer auf der rechten Zugseite auf einem Fensterplatz sitzt, kann sehen, wie dunkel gekleidete Männer aus zwei Polizeiautos steigen. Zwei Beamte gehen ein paar Schritte weiter und bleiben neben der Lokomotive stehen. Der eine steigt umständlich auf das Trittbrett. Nach über einer Stunde geht ein Polizist von Wagen zu Wagen und klärt die Passagiere darüber auf, dass der Zug nicht weiterfahren könne. Er bittet die Fahrgäste, Ruhe zu bewahren. «Was ist eigentlich los?», fragen die Leute. Der Polizist zuckt mit den Schultern. «Der Lokführer ist tot», sagt er. «Und wir gehen davon aus, dass der Mörder in diesem Zug sitzt

Wer ist der Mörder? Lesen Sie die Auflösung von Lena Weber.

Vor drei Wochen starteten wir unseren Schreibwettbewerb für Fans von Kriminalgeschichten. «Forum»-Redaktor Johannes Hofstetter hat dazu den Krimi «Mord im BZ-Zug»verfasst (siehe Text oben). Das heisst, er hat lediglich den Anfang der Mordgeschichte geschrieben. Für die Auflösung des mysteriösen Falles waren fortan unsere Leserinnen und Leser zuständig. In den letzten drei Wochen erhielten wir insgesamt 97 Beiträge – und jeder davon lieferte bei der Mördersuche eine anderen Auflösung. Die «Forum»-Redaktion hat die fünf originellsten und spannendsten Geschichten ausgewählt. Diese werden von heute bis Samstag in dieser Zeitung publiziert. Zudem sind die Krimis auch online auf Bzunterwegs.ch einsehbar. Dort kann man ab Samstag die Siegerin oder den Sieger per Onlinevoting küren. Als Preise winken ein SBB- Generalabonnement 2.Klasse im Wert von 3350 Franken (1.Rang), zwei Pässe für die 10.Burgdorfer Krimitagevom 26.Oktober bis 4.November 2012 im Wert von 600 Franken (2.Rang) sowie je zwei Tickets für ein Krimidiner im Landgasthof Sternen in Muriim Wert von je 265 Franken (3. bis 5.Rang). Als erste Finalistin haben wir Lena Weber aus Bösingen erkoren. Im Folgenden erzählt die 21-Jährige, wie der Krimi nach ihrem Gusto zu Ende gehen würde:

«Grüezi, Zürcher mein Name, Mordkommission. Ich wurde bereits telefonisch über die genaue Situation aufgeklärt.» «Gott sei Dank, dass Sie da sind. Bänziger heisse ich, Polizeiwache Bern-Bümpliz-Süd. Die Passagiere wurden informiert, und meine Kollegen und ich wollten gerade eben mit den näheren Befragungen beginnen.» «Geben Sie per Lautsprecher durch, man könne jetzt gehen.» «Ja, wie jetzt? Wer genau soll denn gehen?» «Alle Passagiere natürlich, Bänziger.» «Ja, aber der Mörder sitzt doch noch in diesem Zug.» «Eben, Bänziger, Sie sagen es. Der Mörder sitzt. Somit sind doch alle Pendler, die mangels Sitzplätzen in Schweizer Zügen zu Stosszeiten im Gang stehen, bereits ausser Verdacht.» «Ja, gut. Aber Sie sagten doch alle.» «Denken Sie doch mal nach, Bänziger. Alle, die sassen, waren doch durch alle, die standen, in ihrer Bewegungsfreiheit so stark eingeschränkt, dass sie unmöglich bis zum Lokführer hätten vordringen können.» «Aber das würde ja bedeuten, dass sich der Mörder im 1.-Klasse-Abteil befinden muss.» «Gute Idee, Bänziger, aber nein.» «Nein?» «Bänziger, kombinieren Sie. In der momentanen Wirtschaftslage und mit den erst kürzlich erhöhten Bahnpreisen können sich nur noch sehr wenige ein Billett erster Klasse leisten. Und diejenigen, welche es könnten, gehören kaum zu der Gesellschaftsschicht, welche zu dieser frühen Morgenstunde mit dem Zug zur Arbeit pendelt.» «Ja aber wer sollte es denn sonst sein?» «Ausschlussverfahren, Bänziger. Gehen Sie nach dem Ausschlussverfahren vor. Die einzige Person, die noch übrig bleibt, wäre dann» «der Uniformierte!»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch