Zum Hauptinhalt springen

Bern & soBuuduf

Wenn eine Zürcherin Berndeutsch lernen will.

Sandra Rutschi

Wir standen in Oberburg vor der Ampel. Meine Sitznachbarin trommelte aufs Steuerrad.

«Es wird schon reichen», beruhigte ich.

«Ja klar. Aber sobald ich ‹Grüezi› sage, habe ich schon verloren.»

«Wieso?»

«Ich oute mich als Zürcherin.»

«Die meisten Schweizer sagen ‹Grüezi›.»

Sie rückte ein paar Autolängen vor. «Aber ihr schreibt sogar ‹Grüessech› auf Willkommensschilder. Immer habt ihr so eigene Wörter! Wie sagst du eigentlich ‹Burgdorf›?»

«Burdlef.»

«Budlef?»

«Burdlef. So sagen die Burdlefer selbst. Aber als Kind im hintersten Chrachen hab ich immer Burtuf gesagt.»

«Bugduf?»

«BuRTuf.»

«Buuduf.»

«Burtuf! Vielleicht bleibst du besser bei Burdlef.»

Wir rückten wieder ein Stück vor. «Also Burdlef. Und wie sagst du ‹Oberburg›?»

«Oberburg.»

«Langweilig. Hats nicht noch was Lustigeres hier?»

«Vielleicht das Chrouchtu.»

«Chchrouchthu?» Sie gab Gas, wir passierten die Kreuzung. «Und wie schreibt sich das?»

«Krauchthal.»

«Das klingt nicht nach Bern. Eher nach ‹Herr der Ringe›. Wie Bruchsal.»

«Heisst das dort nicht Bruchtal?»

«Doch. Aber Bruchsal gibts tatsächlich, in der Nähe von Karlsruhe.»

Wir fuhren am Spital vorbei. «Sind wir jetzt schon in Bugdlef?»

«Sag einfach Burgdorf, bitte.»