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Es wird heiss am WochenendeBund warnt vor Hitze – Kantonsarzt vor Entenflöhen

Die Temperaturen klettern in der Schweiz wieder in die Höhe. Darunter könnte auch das Badevergnügen leiden.

Es wird wieder geschwitzt: Der Sprung ins kühlere Nass wirkt erfrischend.
Es wird wieder geschwitzt: Der Sprung ins kühlere Nass wirkt erfrischend.
Foto: Sandra Hildebrandt (Keystone/Symbolbild)

Der Bund hat für Samstag eine Hitzewarnung für die Alpensüdseite erlassen. In den übrigen Regionen ist noch keine Warnung nötig, weil es derzeit dort eher zu trocken ist, wie es am Freitag bei Meteoschweiz, dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie, hiess.

Die Hitzewarnung für den Kanton Tessin gilt, weil der Hitzeindex, der die Temperaturen und die relative Feuchtigkeit in Beziehung zueinander setzt, drei Tage in Folge über 90 steigt (Hitzewarnung Stufe 3). Ob Hitzewarnungen für Teile der Deutschschweiz, das Wallis oder die Westschweiz ausgesprochen werden, wird Meteoschweiz nach eigenen Angaben am Samstag entscheiden.

Der private Wetterdienst Meteonews seinerseits gab am Freitag Hitzewarnungen bereits ab Freitag für das Tessin, das Wallis, die Region Basel und den Unteraargau bis kommenden Mittwoch heraus.

Am heissesten werde es in den kommenden Tagen wahrscheinlich im Rhonetal, in der Nordwestschweiz und in der Region Genf mit bis zu 34 Grad, hiess es auf Anfrage. Der Höhepunkt der Hitzewelle mit den höchsten Temperaturen wird laut Meteonews wahrscheinlich zwischen Sonntag und Dienstag erreicht.

Am Freitag wurde schweizweit mit Temperaturen zwischen 29 und 31 Grad gerechnet. Die höchsten Temperaturen wurden laut Meteonews am Freitag in Biasca TI (31,6 Grad), Basel (30,9 Grad) und Liestal BL (30,8 Grad) gemessen. Die tiefsten Temperaturen gab es auf dem Jungfraujoch BE (5,1 Grad), dem Corvatsch GR (5,6 Grad) und dem Titlis in der Zentralschweiz (9,2 Grad).

Am Samstag und Sonntag dürften die Temperaturen auf um die 32 Grad steigen. Im Süden wurde mit Temperaturen um 33 Grad gerechnet. In der Region Basel und in Genf könnte das Quecksilber auf 34 Grad steigen.

Städte sind alarmiert

Für gesunde Menschen stellen Hitzetage in unseren Breitengraden kein gravierendes Gesundheitsrisiko dar. Kleinkinder und Betagte, die besonders unter den hohen Temperaturen leiden, sollten körperliche Anstrengungen jedoch vermeiden, sich von der Hitze fernhalten und den Körper kühlen sowie viel trinken und nur leicht essen.

Besonders heiss wird es in den Städten. Genf reaktivierte am Freitag angesichts der zu erwarteten Hitzetage ihren Notfallplan gegen die Hitze. Dieser richtet sich vor allem an ältere Menschen und Obdachlose. Verschiedene Massnahmen sollen dazu beitragen, dass die hohen Temperaturen den Schwächeren nicht zu stark zusetzen.

Die Stadt Bern stellt der Bevölkerung laut einer Mitteilung vom Freitag einen digitalen Stadtplan zur Verfügung, wo Schattenplätze wie Wälder, Parks, Alleen, die Freibäder sowie alle Brunnen mit Trinkwasser aufgeführt sind. (www.bern.ch/hitzeplan)

Die guten Wetteraussichten dürften zu Grill-Aktivitäten und zum Baden einladen. Allerdings herrscht im Kanton Tessin und im Misox GR absolutes Feuerverbot im Freien. In den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Genf und Neuenburg ist ein bedingtes Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe in Kraft. In Teilen der Kantone Waadt, Graubünden und Wallis herrscht zudem mässige Waldbrandgefahr.

Algen und Entenflöhe vermiesen Badespass

Dass das Badevergnügen in Seen getrübt werden kann, mussten vergangene Woche Badende am Neuenburgersee feststellen. Die kantonalen Behörden verhängten ein Badeverbot für den Strandabschnitt zwischen der Areuse-Mündung und Colombier, nachdem sechs Hunde an den Folgen einer Vergiftung gestorben waren. Der Grund für die Vergiftungen waren Cyanobakterien – im Volksmund Blaualgen. Inzwischen wurde das Badeverbot wieder aufgehoben.

Wegen der hohen Temperaturen vermehren sich derzeit auch die Larven der Entenflöhe im Wasser stark. Der Appenzell Innerrhoder Kantonsarzt hat deshalb am Freitag vom Baden im Sämtisersee im Alpstein abgeraten.Mehrere Personen seien mit Entenflöhen in Kontakt gekommen.

Der Kontakt mit Entenflöhen kann zu einem Hautausschlag mit Juckreiz, Nesselfieber, Brennen und Pusteln führen. Die Symptome sind ungefährlich, jedoch sehr unangenehm.

SDA/fal